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St. Pölten: Arbeitslose schaffen Wohnraum für Wohnungslose

Innovatives Sanierungsprojekt verbindet soziale Verantwortung mit beruflicher Qualifizierung

18. März 2026 um 10:31
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In St. Pölten entsteht durch ein einzigartiges Projekt neuer Wohnraum für Menschen in Not - mit Hilfe von jungen Arbeitslosen.

Ein außergewöhnliches Projekt nimmt in St. Pölten Gestalt an: In der Daniel Gran Straße 41 beginnt die umfassende Sanierung eines Wohnhauses, bei dem Arbeitslose Wohnraum für Wohnungslose schaffen. Das innovative Konzept verbindet soziale Verantwortung mit beruflicher Qualifizierung und zeigt, wie gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden können.

Wohnbauförderung ermöglicht ambitioniertes Projekt

Das Gebäude befindet sich seit 2018 im Eigentum des Vereins Wohnen und wird nun mit Unterstützung der niederösterreichischen Wohnbauförderung generalsaniert. "Der Verein Wohnen ist ein Lichtblick für Menschen in Wohnungsnot", erklärt Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. "Sie bietet Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, nicht nur ein neues leistbares Zuhause, sondern auch gezielte Beratung und Begleitung."

Die Landesförderung unterstützt nicht nur dieses konkrete Bauprojekt durch eine Objektförderung, sondern finanziert auch die Programme "NÖ Erstberatung" und "NÖ Wohnassistenz", die betroffenen Menschen in ganz Niederösterreich beim Zugang zu gefördertem Wohnraum helfen.

Qualifizierung junger Menschen im Handwerk

Das Besondere an diesem Projekt: Die Umbauarbeiten werden von der Gemeinnützigen Sanierungs- und Beschäftigungs GmbH (Gesa) durchgeführt, einer Tochtergesellschaft des Vereins Wohnen. Junge Menschen ohne abgeschlossene Lehre erhalten hier durch das AMS-Programm "Fit im Handwerk" eine Teilqualifizierung in verschiedenen Handwerksberufen.

"Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", freut sich Patricia Grünauer, Geschäftsführerin des Vereins Wohnen. "Durch die Unterstützung im Rahmen der Wohnbauförderung können wir Menschen wirklich gut leistbaren Wohnraum in unseren Übergangswohnungen zur Verfügung stellen und ermöglichen somit eine raschere finanzielle Stabilisierung in Notsituationen. Gleichzeitig erhalten junge Menschen Chancen für den Arbeitsmarkt Erfahrungen zu sammeln."

Denkmalschutz und moderne Wohnqualität im Einklang

Die Sanierung stellt auch eine besondere Herausforderung dar: Das Gebäude liegt in der St. Pöltner Schutzzone, weshalb die historische Fassade vollständig erhalten bleiben muss. Ziel ist es, modernen, leistbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den Charakter des Stadtbildes zu bewahren.

Im Zuge der Generalsanierung wird das Haus um einen dritten Stock erweitert. Nach Abschluss der Bauarbeiten stehen statt der bisherigen vier künftig sechs moderne Wohnungen zur Verfügung. Die Wohnflächen werden zwischen 41 und 55 Quadratmetern liegen - eine Größe, die sowohl für Einzelpersonen als auch kleine Familien geeignet ist.

Gemeinschaftsräume fördern sozialen Zusammenhalt

Neben der baulichen Erweiterung werden alle Wohneinheiten vollständig modernisiert. Besonderes Augenmerk liegt auf der Neugestaltung der allgemeinen Flächen, die Raum für Begegnung, Gemeinschaft und soziale Vernetzung schaffen sollen. Diese Gemeinschaftsbereiche sind ein wichtiger Baustein des sozialen Konzepts, das über die reine Wohnraumversorgung hinausgeht.

Professionelle Umsetzung durch erfahrene Partner

Der offizielle Baustart wurde gemeinsam mit den Projektpartnern Kalczyk & Kreihansel – Ziviltechnikerbüro für Bauwesen sowie der Lux Bau GmbH begangen. Begleitet wird das Projekt von Birgit Eibner, Leiterin des sozialen Wohnungsmanagements von Verein Wohnen.

"Mit dieser Sanierung schaffen wir modernen, leistbaren Wohnraum und sichern gleichzeitig soziale Stabilität in einem zentralen Stadtviertel von St. Pölten", betont Eibner. Die zentrale Lage des Projekts ist dabei kein Zufall: Menschen in schwierigen Lebenssituationen profitieren besonders von der guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Einrichtungen.

Nachhaltigkeit auf allen Ebenen

Der Baustart markiert einen weiteren wichtigen Schritt in der nachhaltigen Entwicklung der Wohnprojekte von Verein Wohnen. Im Fokus stehen dabei nicht nur ökologische Aspekte wie Energieeffizienz, sondern auch soziale Verantwortung und langfristig leistbare Mietpreise.

Diese Herangehensweise ist besonders wichtig in Zeiten steigender Wohnkosten und zunehmender sozialer Ungleichheit. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch innovative Konzepte und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden können.

Transparenz durch Baustellentagebuch

Über den Baufortschritt informiert der Verein Wohnen laufend in einem Baustellentagebuch auf den sozialen Medien und gewährt dabei spannende Einblicke hinter die Kulissen. Diese Transparenz schafft nicht nur Vertrauen in der Öffentlichkeit, sondern macht auch deutlich, wie professionell und durchdacht solche Sozialprojekte umgesetzt werden.

Modell für ganz Österreich

Das Projekt in der Daniel Gran Straße könnte Vorbildcharakter für ganz Österreich haben. Es zeigt, wie durch die Verbindung von Wohnbauförderung, Arbeitsmarktpolitik und sozialer Arbeit mehrere gesellschaftliche Herausforderungen gleichzeitig angegangen werden können.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Integration verschiedener Zielgruppen: Wohnungslose erhalten nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch professionelle Betreuung für einen Neuanfang. Junge Menschen ohne Ausbildung bekommen die Chance auf eine berufliche Qualifizierung und praktische Erfahrungen.

Die Finanzierung durch die öffentliche Hand zeigt zudem, dass Investitionen in den sozialen Wohnbau nicht nur kurzfristig Menschen in Not helfen, sondern langfristig zu einer stabileren und sozial ausgewogeneren Gesellschaft beitragen. Mit der Fertigstellung des Projekts wird St. Pölten um sechs weitere leistbare Wohnungen reicher sein – ein wichtiger Beitrag zur Entspannung am angespannten Wohnungsmarkt.

Schlagworte

#Wohnbau#Soziales#St. Pölten#AMS#Niederösterreich

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