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FPÖ fordert Rücktritt von ORF-Stiftungsratschef Lederer

Vorwürfe der Geschäftemacherei gegen SPÖ-Mann sorgen für politischen Wirbel

18. März 2026 um 10:40
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Christian Hafenecker verlangt von SPÖ-Chef Babler den sofortigen Rücktritt des ORF-Stiftungsratsvorsitzenden wegen mutmaßlicher Interessenskonflikte.

Die FPÖ erhöht den Druck auf SPÖ-Chef Andreas Babler und fordert den sofortigen Rücktritt des ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Klaus Lederer. FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker wirft dem SPÖ-Mann vor, seine Position im Kontrollgremium für persönliche Geschäfte missbraucht zu haben.

Schwere Vorwürfe gegen ORF-Stiftungsratschef

Die Kritik der FPÖ richtet sich gegen eine Reihe von Aktivitäten Lederers, die als problematisch eingestuft werden. Hafenecker führt mehrere Punkte an, die seiner Ansicht nach Interessenskonflikte darstellen: "Ob Benko-Connection, die Drohung gegen 'profil'-Chefredakteurin Thalhammer oder Berichte über lukrative Beraterjobs für den ÖSV und den ORF-Funkhauskäufer Rhomberg."

Besonders kritisch sieht die FPÖ die gleichzeitige Beratertätigkeit Lederers für den Österreichischen Skiverband (ÖSV), während der ORF Millionen für Übertragungsrechte an den Verband zahlt. Auch die Beratung des neuen Eigentümers des ORF-Funkhauses wird als problematisch eingestuft, zumal ORF-Mitarbeiter gegen den Verkauf protestiert hatten.

Babler unter Zugzwang

Die FPÖ sieht SPÖ-Chef und Medienminister Andreas Babler nun in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen. Hafenecker betont: "SPÖ-Chef Babler muss als Medienminister daher sofort für seinen Rücktritt und Aufklärung sorgen!"

Das Schweigen Bablers zu den Vorwürfen interpretiert die FPÖ als Zustimmung zu Lederers Vorgehen. Hafenecker kritisiert scharf: "Wenn Babler weiter kein Wort über die Lippen bringt und Lederer weiter fuhrwerken lässt, stimmt er dem zu!"

Interessenskonflikte im ORF-Stiftungsrat

Der ORF-Stiftungsrat fungiert als Kontrollgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und soll die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher wahren. Die Vorwürfe gegen Lederer werfen grundsätzliche Fragen zur Unabhängigkeit dieses Gremiums auf.

Hafenecker stellt die zentrale Frage: "Wenn ein amtierender ORF-Stiftungsrat den ÖSV berät, an den der ORF Millionen für Übertragungsrechte bezahlt, und auch noch den neuen Eigentümer des Funkhauses berät, dann stellt sich schon die Frage, wessen Interessen sich Lederer verpflichtet gefühlt hat."

Politische Dimensionen der Affäre

Die FPÖ nutzt die Vorwürfe auch für grundsätzliche Kritik an der SPÖ. Hafenecker sieht darin einen Widerspruch zur ideologischen Ausrichtung der Sozialdemokraten: "Lederer hat sich als Mann des Marxisten Babler im ORF offenbar Multimillionären wie Benko oder Rhomberg an den Hals geschmissen."

Besonders die Verbindung zu René Benko, dem insolventen Signa-Gründer, wird von der FPÖ als problematisch eingestuft. Dies füge sich in ein Muster ein, wonach die SPÖ trotz ihrer Kritik am Kapitalismus bereit sei, mit Großunternehmern zu kooperieren, wenn es dem eigenen Vorteil diene.

ORF als öffentliche Institution unter Druck

Die Vorwürfe betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern stellen auch die Integrität des ORF als öffentlich-rechtliche Institution in Frage. Hafenecker spricht von einem "Skandalsumpf" und kritisiert, dass der ORF nun als "grüne Wiese für rotes Bonzentum" dastehe, "finanziert mit der Zwangssteuer der Bürger."

Diese Formulierung zielt auf die Haushaltsabgabe ab, mit der die Österreicherinnen und Österreicher den ORF finanzieren. Die FPÖ argumentiert, dass die Bürger ein Recht darauf haben, dass ihre Beiträge nicht für fragwürdige Geschäfte missbraucht werden.

Medienminister in der Verantwortung

Als Medienminister trägt Andreas Babler eine besondere Verantwortung für die Aufsicht über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die FPÖ sieht ihn daher in der Pflicht, bei begründeten Zweifeln an der Integrität von Stiftungsratsmitgliedern zu handeln.

Hafenecker macht deutlich, dass weiteres Zögern als Billigung der Vorwürfe interpretiert würde: "Jedes weitere Zögern und Wegschauen würde nämlich nur bedeuten, dass er Lederer die Stange hält und seine mutmaßlichen Verfehlungen insgeheim goutiert."

Aufklärung gefordert

Neben dem Rücktritt Lederers fordert die FPÖ auch eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe. Dies sei notwendig, um das Vertrauen in die Unabhängigkeit des ORF wiederherzustellen und sicherzustellen, dass sich ähnliche Fälle nicht wiederholen.

Die Diskussion um Lederer zeigt einmal mehr die Herausforderungen bei der Besetzung von Aufsichtsgremien öffentlicher Institutionen. Die Balance zwischen politischer Legitimation und fachlicher Unabhängigkeit bleibt ein schwieriges Thema in der österreichischen Medienlandschaft.

Ob und wie SPÖ-Chef Babler auf die Forderungen der FPÖ reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die Vorwürfe gegen Lederer werden jedenfalls die Diskussion über die Governance-Strukturen des ORF weiter anheizen und könnten auch Auswirkungen auf die politische Landschaft in Österreich haben.

Schlagworte

#FPÖ#SPÖ#ORF#Medien#Politik

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