Zurück
OTS-MeldungGlobal Recycling Day/Kooperation/Kreislaufwirtschaft/Dienstkleidung/Bild/Umwelt/Innovationen/Mode/Re

30 Tonnen gesammelt: Österreichs Uniform-Recycling zeigt Wirkung

Sechs Großunternehmen revolutionieren textile Kreislaufwirtschaft

18. März 2026 um 10:52
Teilen:

Austrian Airlines, ÖBB, Post & Co. sammeln bereits 30 Tonnen ausgediente Berufsbekleidung - Pioniermodell mit Signalwirkung für ganz Österreich.

Zum Global Recycling Day ziehen Österreichs Uniform-Recycling Pioniere eine beeindruckende Zwischenbilanz: Bereits über 30 Tonnen Berufsbekleidung wurden seit Frühjahr 2024 gesammelt und dem Kreislauf wieder zugeführt. Die Kooperation zwischen Austrian Airlines, CAT, ÖBB, Österreichischer Post, Salesianer und Wiener Linien beweist, dass textile Kreislaufwirtschaft keine ferne Utopie mehr ist, sondern gelebte Realität in österreichischen Unternehmen.

Branchenübergreifende Kooperation mit messbaren Ergebnissen

"Gemeinsam bündeln wir Mengen und schaffen Skalierung. Was früher entsorgt wurde, wird heute wieder zur Faser und stärkt Ressourcenschonung in Österreich", erklärt Isabella Schütz, Nachhaltigkeits- und Umweltmanagerin bei den ÖBB. Diese Aussage bringt den Kern der Initiative auf den Punkt: Durch die Zusammenarbeit verschiedener Branchen entstehen skalierbare Strukturen, die einzelnen Unternehmen allein nicht möglich wären.

Das Projekt liegt klar auf Kurs, bis 2027 die geplanten 50 Tonnen an recycelter Berufsbekleidung zu erreichen. Damit wird ein messbarer Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet und gleichzeitig demonstriert, wie zirkuläre Lösungen für Textilien in der Praxis funktionieren können.

Mechanische Faserrückgewinnung als Schlüsseltechnologie

Das Herzstück der Initiative ist die mechanische Faserrückgewinnung, die es ermöglicht, ausgediente Berufskleidung wieder zu nutzbarer Faser zu verarbeiten. TURNS übernimmt dabei die Sortierung und mechanische Aufbereitung, während EY denkstatt den gesamten Prozess als unabhängige Nachhaltigkeitsberaterin begleitet.

Dieser Ansatz zeigt, dass selbst großvolumige Arbeitskleidung zuverlässig im Kreislauf geführt werden kann. Nicht theoretische Konzepte, sondern praxisnahe, skalierbare Lösungen wurden geschaffen, die den hohen Qualitätsstandards der beteiligten Unternehmen entsprechen.

Warum der Global Recycling Day als Wendepunkt gilt

Der internationale Aktionstag erinnert daran, dass Rohstoffe nicht unendlich verfügbar sind und funktionierende Kreislaufmodelle unabdingbar werden, um Klima- und Ressourcenkrisen zu begegnen. "Daher ist es uns wichtig, hier einen wesentlichen Beitrag zu leisten", betont Barbara Fuchs, Gruppenleitung Wirtschaft bei den Wiener Linien.

Die Uniform-Recycling Pioniere demonstrieren mit ihrer Initiative vier zentrale Aspekte erfolgreicher Kreislaufwirtschaft:

1. Branchenübergreifende Zusammenarbeit

Sechs große österreichische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bündeln ihre Logistik, Prozesse und Materialströme. Diese Art der Kooperation ist ein österreichisches Novum und zeigt, wie Synergien zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen genutzt werden können.

2. Messbare ökologische Wirkung

Mit bereits 30 Tonnen gesammelten Textilien und dem Ziel von 50 Tonnen stofflicher Verwertung bis 2027 schafft das Projekt echte ökologische Wirkung. Der mechanische Recyclingprozess gewährleistet dabei die Rückgewinnung hochwertiger Fasern.

3. Alltagstaugliche Qualitätsstandards

Das Projekt beweist, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch praktisch umsetzbar ist. Selbst bei großvolumiger Arbeitskleidung können zuverlässige Kreislaufstrukturen etabliert werden.

4. Ganzheitliche Verantwortung

Die Initiative fördert verantwortungsvolles Handeln sowohl auf individueller als auch auf Unternehmensebene und verankert Kreislaufdenken in den teilnehmenden Organisationen.

Nationale Anerkennung und Vorreiterrolle

Mit der Auszeichnung als "Nachhaltige Gestalter*innen 2025" von BUSINESSART hat das Projekt bereits nationale Anerkennung erhalten. Wichtiger noch: Die Initiative zeigt, dass Österreich bereit ist, bei textilen Kreisläufen eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Ein Jahr nach Projektstart unterstreichen die Pioniere eine wichtige Erkenntnis: "Textilabfälle sind kein Abfallproblem, sondern eine Ressourcen-Chance". Diese Sichtweise könnte wegweisend für die gesamte österreichische Wirtschaft werden.

Einladung zur Nachahmung

"Wir möchten weitere Partner ermutigen, Kreisläufe gemeinsam zu stärken. Je mehr Akteure mitmachen, desto größer die ökologische und wirtschaftliche Wirkung", betont Sabine Krispel, Leitung Betriebsmittel bei der Österreichischen Post. Diese Aussage macht deutlich, dass die Initiative bewusst als Modellprojekt konzipiert wurde.

Die Uniform-Recycling Pioniere laden deshalb Unternehmen in ganz Österreich ein, sich der Initiative anzuschließen. Durch die Bündelung von Stoffströmen und den Ausbau textiler Kreisläufe kann die Wirkung exponentiell gesteigert werden.

Wirtschaftliche Vorteile der Kreislaufwirtschaft

Neben den ökologischen Aspekten bietet das Projekt auch wirtschaftliche Vorteile. Durch die gemeinsame Sammlung und Verwertung entstehen Kostensynergien, die einzelnen Unternehmen nicht zur Verfügung stünden. Gleichzeitig werden Emissionen eingespart und Ressourcenabhängigkeiten reduziert.

Die Skalierbarkeit des Systems zeigt, dass textile Kreislaufwirtschaft auch in größerem Maßstab funktionieren kann. Dies ist besonders relevant für Österreich, das als kleineres Land auf innovative Lösungen angewiesen ist, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ausblick und Zukunftsperspektiven

Das einjährige Jubiläum der Uniform-Recycling Pioniere markiert einen wichtigen Meilenstein, aber gleichzeitig auch den Beginn einer größeren Bewegung. Kreislaufwirtschaft entsteht nur dann nachhaltig, wenn alle ihren Beitrag leisten und gemeinsam handeln.

Die Initiative zeigt exemplarisch, wie Österreich zum Vorreiter in der textilen Kreislaufwirtschaft werden kann. Mit messbaren Ergebnissen, praktischen Lösungen und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit setzen die sechs Partnerunternehmen Maßstäbe, die weit über die Grenzen Österreichs ausstrahlen könnten.

Der Global Recycling Day wird somit nicht nur zum Anlass für eine Zwischenbilanz, sondern zum Startschuss für eine Ausweitung der Initiative. Denn eines ist klar geworden: Textile Kreislaufwirtschaft ist in Österreich keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits heute gelebte Realität.

Schlagworte

#Kreislaufwirtschaft#Nachhaltigkeit#Recycling#Textilien#Österreich

Weitere Meldungen

OTS
Wien

Donauinselfest 2026: "Sommer an!" mit Inklusion und Sport

18. März 2026
Lesen
OTS
WKÖ

WKÖ fordert weitere Entlastung bei Treibstoffpreisen

18. März 2026
Lesen
OTS
Industrie

Industrie fordert EU-Emissionshandel-Reform vor Europäischem Rat

18. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen