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VKI-Test: Gefüllte Pasta oft stark verarbeitet

40 Produkte geprüft - Eigenmarken schlagen Markenprodukte

19. März 2026 um 08:02
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Der Verein für Konsumenteninformation testete 40 gefüllte Pasta-Produkte. Das Ergebnis: lange Zutatenlisten und hoher Verarbeitungsgrad.

Gefüllte Pasta aus dem Kühlregal ist für viele Österreicherinnen und Österreicher die schnelle Lösung für den Feierabend. Doch wie empfehlenswert sind Tortellini, Ravioli und Co. wirklich? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 40 Pasta-Produkte aus heimischen Supermärkten unter die Lupe genommen - mit überraschenden Ergebnissen.

Eigenmarken überraschen positiv

Im Rahmen des Testformats "Etiketten:Check" prüften die VKI-Experten Zusammensetzung, Nährwerte, Verarbeitungsgrad und Verbraucherfreundlichkeit der Verpackungen. Das Ergebnis: 15 von 40 Produkten erhielten eine "gute" Bewertung, 23 schnitten "durchschnittlich" ab, und zwei Produkte wurden als "weniger zufriedenstellend" eingestuft.

Besonders bemerkenswert: Eigenmarken der Supermarktketten schnitten tendenziell besser ab als teure Markenprodukte. Die Testsieger kommen alle aus dem Eigenmarken-Segment: Chef Select mit Kärntner Kasnudeln und Ricotta-Spinat-Nudeln sowie Simply Good mit Tortelloni Ricotta und Spinat sicherten sich die Spitzenplätze.

Lange Zutatenlisten als Problem

"Die Zutatenliste ist bei vielen Produkten oft sehr lang", erklärt VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Eichberger. Neben klassischen Zutaten wie Hartweizengrieß, Eiern oder Käse finden sich regelmäßig auch Aromen, Süßmolkenpulver oder verschiedene Zusatzstoffe in den Produkten.

Der Test zeigt deutlich: Produkte mit kürzeren Zutatenlisten und ohne zugesetzte Aromen oder Zusatzstoffe schneiden tendenziell besser ab. Dies ist ein wichtiger Hinweis für Konsumentinnen und Konsumenten, die auf eine natürlichere Zusammensetzung ihrer Lebensmittel Wert legen.

Ernährungsphysiologisch bedenklich

Beim Nutri-Score, der die Nährwertqualität von Lebensmitteln bewertet, erhielten die meisten getesteten Produkte eine C-Bewertung, teilweise sogar nur ein D. "Gefüllte Pasta ist damit zwar eine praktische, ernährungsphysiologisch aber meist nicht besonders ausgewogene Wahl", betont Nina Eichberger.

Problematisch ist vor allem der relativ hohe Anteil an Kohlenhydraten, Salz und Fett. Die Expertin empfiehlt daher: "Als gelegentliche Mahlzeit zwischendurch kann gefüllte Pasta eine Option sein, idealerweise sollte sie aber mit einer Gemüsebeilage oder einem Salat kombiniert werden."

Hochverarbeitete Lebensmittel dominieren

Rund zwei Drittel der überprüften Produkte sind als "sehr hoch verarbeitet" einzustufen, da sie diverse Zusatzstoffe oder Aromen enthalten. Dies entspricht dem internationalen Trend zu ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, die in der Ernährungswissenschaft zunehmend kritisch betrachtet werden.

Hochverarbeitete Lebensmittel werden mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht, darunter Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Konsumentinnen und Konsumenten sollten daher bewusst zu weniger verarbeiteten Alternativen greifen.

Mangelnde Transparenz bei Eierhaltung

Ein besonderer Kritikpunkt der VKI-Experten: Viele Hersteller geben nicht an, aus welcher Haltungsform die verwendeten Eier stammen. "Für viele Konsument:innen ist das jedoch eine wichtige Kaufentscheidung", so Nina Eichberger.

Gerade in Österreich, wo das Bewusstsein für Tierwohl und nachhaltige Landwirtschaft hoch ist, erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher entsprechende Informationen auf der Verpackung. "Klar deklarierte Herkunftsangaben der Rohstoffe bieten mehr Transparenz und können ein Qualitätsmerkmal sein", betont die Ernährungsexpertin.

Verpackung oft unzureichend

Zwei Produkte erhielten unter anderem wegen mangelnder Verbraucherfreundlichkeit der Verpackung die Bewertung "weniger zufriedenstellend". Die Schrift war teilweise schwer lesbar - zu klein, verschwommen oder unzureichend kontrastiert. Auch Allergene wurden weniger deutlich hervorgehoben als bei anderen Herstellern.

Dies ist besonders problematisch für Menschen mit Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten, die auf klare und gut lesbare Informationen angewiesen sind. Eine benutzerfreundliche Verpackungsgestaltung sollte eigentlich Standard sein.

Verschiedene Füllungen im Test

Die VKI-Tester prüften Pasta mit unterschiedlichsten Füllungen: von klassischen Varianten mit Spinat, Ricotta oder Fleisch bis hin zu regionalen Spezialitäten wie Kärntner Kasnudeln oder Pilz-Füllungen. Diese Vielfalt zeigt, wie breit das Angebot an gefüllter Pasta in österreichischen Supermärkten mittlerweile ist.

Interessant ist, dass sich über alle Kategorien hinweg das gleiche Muster zeigt: Eigenmarken schneiden tendenziell besser ab als teure Markenprodukte. Dies dürfte viele Konsumentinnen und Konsumenten überraschen, die oft davon ausgehen, dass höhere Preise auch bessere Qualität bedeuten.

Praktische Tipps für Verbraucher

Für Konsumentinnen und Konsumenten ergeben sich aus dem Test mehrere praktische Empfehlungen: Erstens sollten sie bei gefüllter Pasta bewusst zu Produkten mit kürzeren Zutatenlisten greifen. Zweitens lohnt es sich, Eigenmarken der Supermarktketten zu probieren, da diese oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Drittens sollte gefüllte Pasta nicht als tägliche Hauptmahlzeit dienen, sondern nur gelegentlich konsumiert werden - am besten ergänzt durch frisches Gemüse oder Salat. So lässt sich die praktische Convenience mit einer ausgewogeneren Ernährung verbinden.

Alternative: Selbst gemacht

Wer Zeit und Lust hat, kann natürlich auch selbst gefüllte Pasta herstellen. Dies ermöglicht volle Kontrolle über die Zutaten und vermeidet unnötige Zusatzstoffe. Allerdings ist der Zeitaufwand deutlich höher als beim Griff zum Fertigprodukt aus dem Kühlregal.

Die vollständigen Testergebnisse mit detaillierten Bewertungen aller 40 Produkte sind online unter www.vki.at/gefuellte-pasta-2026 verfügbar. Dort finden Interessierte auch weitere Informationen zu den Testkriterien und Bewertungsmethoden des VKI.

Schlagworte

#VKI#Lebensmitteltest#Pasta#Eigenmarken#Gesunde Ernährung

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