Wiener Bürgermeister bei zweitägigem Arbeitsbesuch mit Hamburger und Züricher Amtskollegen
Bürgermeister Ludwig besucht mit seinem Hamburger Kollegen Zürich zum sechsten Städte-Trilog seit 2019. Fokus auf Stadtentwicklung und Drogenpolitik.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ist derzeit zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Zürich, wo er sich gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher mit der Züricher Stadtpräsidentin Corine Mauch austauscht. Es handelt sich bereits um den sechsten Trilog der drei deutschsprachigen Metropolen seit 2019, bei dem diesmal moderne Stadtentwicklung und zeitgemäße Konzepte in der Drogenpolitik im Mittelpunkt stehen.
Die Treffen der drei Stadtspitzen finden traditionell alternierend in den beteiligten Städten statt und haben sich zu einem wichtigen Forum für den Erfahrungsaustausch entwickelt. "Ich erinnere mich noch gut an unser erstes gemeinsames Treffen vor sieben Jahren in Hamburg", erläuterte Bürgermeister Ludwig. "Seither pflegen wir eine intensive – vor allem aber eine vertrauensvolle und sehr konstruktive – Zusammenarbeit."
Die drei Städte verbinde eine ähnliche Herangehensweise an die großen urbanen Herausforderungen unserer Zeit. "Hamburg, Zürich und Wien werden verantwortungsvoll regiert, wir gestalten lebenswerte Städte, in denen Wirtschaft, Innovation, Klimaschutz und sozialer Zusammenhalt Hand in Hand gehen", betonte Ludwig. Die Städte investierten gezielt in Zukunftsbereiche und stärkten damit sowohl den Wirtschaftsstandort als auch das gesellschaftliche Miteinander.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hob die inhaltlichen Gemeinsamkeiten der drei Metropolen hervor: "Hamburg, Wien und Zürich setzen dieselben Schwerpunkte: aktiven Wohnungsbau, konsequente Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und eine ambitionierte Klimaschutzstrategie." Der Trilog schaffe Vertrauen und gebe wichtige Impulse für die weitere Kooperation zwischen den Städten.
Gastgeberin Corine Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich, unterstrich die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs: "Der regelmäßige Austausch über die großen Fragen unserer Zeit wie Wohnen, Verkehr, Klimaschutz und sozialer Zusammenhalt ist für mich und die Stadt Zürich sehr wertvoll." Der Trilog fördere gegenseitiges Lernen und stärke die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen.
Das zweitägige Programm geht weit über reine Arbeitsgespräche hinaus und umfasst mehrere Besichtigungen innovativer Züricher Projekte. Ein Höhepunkt ist der Besuch der Einhausung Schwamendingen, wo ein fast zwei Kilometer langer Autobahnabschnitt – der meistbefahrene der Schweiz – überdeckelt und begrünt wurde. Dieses Projekt gilt als eindrucksvolles Beispiel für gelungene Quartiersentwicklung und städtebauliche Integration.
Weitere Programmpunkte umfassen die Besichtigung des Kinderspitals Zürich, dessen Neubau 2024 eröffnet wurde. Das innovative Holzgebäude beherbergt eine der führenden europäischen Forschungskliniken für Pädiatrie und zeigt, wie moderne Architektur mit funktionalen Anforderungen im Gesundheitswesen verbunden werden kann.
Auch kulturelle Aspekte stehen auf dem Programm: Der 2021 eröffnete Chipperfield-Bau des Kunsthauses Zürich soll besichtigt werden. Das von David Chipperfield entworfene Gebäude erweiterte das renommierte Museum erheblich und unterstreicht Zürichs Position als bedeutender Kulturstandort in der Schweiz.
Ein besonders interessanter Programmpunkt für die österreichischen und deutschen Gäste ist der Besuch der Kontakt- und Anlaufstelle Kaserne am Freitag. Diese Einrichtung ermöglicht es stark drogenabhängigen Menschen, in einem geschützten und überwachten Umfeld zu konsumieren und gleichzeitig Zugang zu sozialen und medizinischen Angeboten zu erhalten.
Diese Form der Drogenpolitik, die in der Schweiz bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, könnte auch für Wien und Hamburg interessante Impulse liefern. Die drei Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit Drogenabhängigkeit und suchen nach pragmatischen, menschenwürdigen Lösungsansätzen.
Die Bedeutung des Trilogs wird durch ein geplantes Treffen mit dem gesamten Zürcher Stadtrat unterstrichen, an dem auch die Botschafter von Österreich und Deutschland in der Schweiz teilnehmen werden. Dies verdeutlicht, dass der Austausch zwischen den drei Städten mittlerweile auch eine diplomatische Dimension erhalten hat.
Die Zusammenarbeit zwischen Wien, Hamburg und Zürich zeigt, wie erfolgreich grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch zwischen Städten mit ähnlichen Herausforderungen sein kann. In Zeiten zunehmender Urbanisierung und globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel werden solche Kooperationen immer wichtiger.
Der aktuelle Trilog in Zürich dürfte weitere Impulse für die Zusammenarbeit der drei Städte setzen. Alle drei Metropolen wachsen kontinuierlich und stehen vor ähnlichen Aufgaben: bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, den öffentlichen Verkehr auszubauen, das Klima zu schützen und gleichzeitig als attraktive Wirtschaftsstandorte zu bestehen.
Die bewährte Praxis des alternierenden Austauschs soll fortgesetzt werden. Wien wird voraussichtlich beim nächsten Trilog als Gastgeber fungieren und kann dann seinerseits innovative Projekte und Lösungsansätze präsentieren. Diese Form der Städtediplomatie hat sich als effektives Instrument erwiesen, um von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam Antworten auf die drängenden Fragen der Stadtentwicklung zu finden.
Der Städte-Trilog zwischen Wien, Hamburg und Zürich ist damit ein Beispiel dafür, wie erfolgreiche internationale Kooperation auch jenseits der großen politischen Bühnen funktionieren kann – pragmatisch, konstruktiv und mit direktem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger der beteiligten Städte.