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30 Jahre Grüne Andersrum: Kampf für LGBTIQ+ Rechte geht weiter

Österreichs älteste queere Parteiorganisation feiert Jubiläum und blickt nach vorn

20. März 2026 um 10:11
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Die Grünen Andersrum feiern 30 Jahre Engagement für LGBTIQ+ Rechte. Trotz Erfolgen sehen die Aktivisten noch viel Arbeit vor sich.

Drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung ziehen die Grünen Andersrum Österreich eine gemischte Bilanz: Während bedeutende Fortschritte für die LGBTIQ+ Community erreicht wurden, sehen sich queere Menschen weltweit neuen Herausforderungen gegenüber. Die Bundessprecher David Stögmüller und Katharina Schöll-Laussermayer warnen vor einem Rückschritt bei hart erkämpften Rechten.

Von der Idee zur bundesweiten Bewegung

Was 1996 als Arbeitskreis von Ulrike Lunacek und Gernot Wartner begann, hat sich zu einer bundesweiten Organisation entwickelt, die heute in allen österreichischen Bundesländern aktiv ist. Die Grünen Andersrum sind damit eine der ältesten parteiinternen LGBTIQ+ Organisationen Europas und haben maßgeblich zur Entwicklung queerer Politik in Österreich beigetragen.

"Der Grundstein für die Grünen Andersrum wurde 1996 gelegt. Aus einem engagierten Arbeitskreis wurde eine bundesweite Organisation, die heute in allen Bundesländern verankert ist", erklären die aktuellen Bundessprecher. Besonders in ländlichen Regionen seien diese Strukturen unverzichtbar, wo Sichtbarkeit oft fehle und queere Menschen eine starke Stimme benötigten.

Meilensteine der letzten Jahre

In ihrer Zeit in der Regierungsverantwortung konnten die Grünen bedeutende Erfolge für die LGBTIQ+ Community verzeichnen. Zu den wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahre zählen:

  • Die Einführung diskriminierungsfreien Blutspendens für alle Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung
  • Die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer homophober Strafgesetze aus der Vergangenheit
  • Kostenlose Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur HIV-Prävention
  • Die systematische Erfassung von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+ Personen
  • Die Umsetzung alternativer Geschlechtseinträge für trans und nichtbinäre Menschen

"Diese Fortschritte wurden hart erkämpft und sind erst der Anfang", betonen Stögmüller und Schöll-Laussermayer. Die Erfolge seien das Ergebnis jahrelanger politischer Arbeit und des Engagements zahlreicher Aktivistinnen und Aktivisten.

Neue Herausforderungen in schwierigen Zeiten

Trotz der Erfolge sehen die Grünen Andersrum keinen Grund zur Entspannung. "Heute sehen wir, wie queere Rechte weltweit unter Beschuss geraten. Rechtsextreme Netzwerke verbreiten gezielt Fake News, Hass und Hetze, während queere Themen aus der politischen Agenda gedrängt werden", warnen die Bundessprecher.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur Österreich, sondern ist ein internationales Phänomen. In vielen Ländern werden bereits erkämpfte Rechte wieder in Frage gestellt oder sogar rückgängig gemacht. Umso wichtiger sei es, dass demokratische Parteien klar Position beziehen.

Klare Haltung gegen Diskriminierung

"Wir lassen nicht zu, dass die Rechte der LGBTIQ+ Community an den Rand gedrängt werden. Sie gehören ins Zentrum jeder demokratischen Politik", stellen die Sprecher unmissverständlich fest. Eine offene und gerechte Gesellschaft gebe es nur, wenn queere Menschen sichtbar, sicher und frei leben könnten.

Die Organisation sieht sich dabei nicht nur als politische Interessenvertretung, sondern als Teil einer größeren gesellschaftlichen Bewegung. "Wir hören zu, wir halten zusammen, und wir stellen uns jeder Spaltung entgegen", so das Credo der Aktivisten.

Konkrete Forderungen für die Zukunft

Für die kommenden Jahre haben die Grünen Andersrum eine klare Agenda definiert. Zu den wichtigsten Forderungen gehören:

  • Ein umfassender Diskriminierungsschutz, der über die Arbeitswelt hinausgeht
  • Ein wirksamer Nationaler Aktionsplan gegen Hasskriminalität
  • Die Stärkung der Rechte von trans und nichtbinären Menschen
  • Der Schutz intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher vor medizinisch nicht notwendigen Eingriffen
  • Ein Verbot von Konversionspraktiken, das sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität vollständig umfasst

Besonderer Fokus auf vulnerable Gruppen

"Die Rechte von trans und nichtbinären Menschen müssen gestärkt, bestehende Hürden konsequent abgebaut werden", fordern Stögmüller und Schöll-Laussermayer. Auch der Schutz intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher vor medizinisch nicht notwendigen Eingriffen sei längst überfällig.

Ein besonderes Anliegen ist den Grünen Andersrum das Verbot von sogenannten Konversionspraktiken – pseudotherapeutischen Maßnahmen, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Menschen zu ändern. "Das längst überfällige Verbot von Konversionspraktiken darf nicht länger blockiert werden", mahnen die Sprecher.

Bedeutung für ländliche Regionen

Eine besondere Rolle spielen die Grünen Andersrum in ländlichen Gebieten Österreichs. Dort, wo queere Menschen oft isoliert leben und wenig Sichtbarkeit herrscht, bietet die Organisation wichtige Unterstützung und Vernetzung.

Die bundesweite Verankerung in allen Bundesländern ermöglicht es, auch abseits der großen Städte für LGBTIQ+ Rechte einzutreten und Betroffenen eine Stimme zu geben. Diese Struktur unterscheidet die Grünen Andersrum von vielen anderen queeren Organisationen, die oft hauptsächlich in urbanen Zentren aktiv sind.

Dank an die Community

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres richten die Bundessprecher besonderen Dank an alle Beteiligten: "Unser Dank gilt allen Aktivistinnen und Aktivisten der Grünen Andersrum und den queeren Vereinen. Ohne ihr Engagement wären viele dieser Fortschritte nicht Realität."

Die Zusammenarbeit mit anderen LGBTIQ+ Organisationen und Vereinen sei essentiell für den Erfolg der politischen Arbeit. Nur durch gemeinsame Anstrengungen könnten die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen erreicht werden.

Ausblick: "Lauter, sichtbarer und entschlossener"

Mit Blick auf die Zukunft zeigen sich Stögmüller und Schöll-Laussermayer optimistisch, aber auch entschlossen. "Ein selbstbestimmtes Leben frei von Diskriminierung, Hass und Hetze muss 2026 in Europa selbstverständlich sein", formulieren sie als Ziel.

"In Krisenzeiten zeigt sich, wer Haltung hat. LGBTIQ+ Rechte sind nicht verhandelbar", betonen die Sprecher abschließend. "Auf die nächsten 30 Jahre Grüne Andersrum: lauter, sichtbarer und entschlossener denn je."

Das 30-jährige Jubiläum markiert somit nicht nur einen Rückblick auf Erreichtes, sondern auch den Startschuss für die kommenden Herausforderungen im Kampf um gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz für alle Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.

Schlagworte

#LGBTIQ+#Grüne Andersrum#Menschenrechte#Politik#Diskriminierung

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