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OTS-MeldungPolitik/Gesellschaft/Kinder/Jugend

300 Wiener Jugendliche gestalten Stadtpolitik aktiv mit

Kinder- und Jugendparlament entwickelt konkrete Maßnahmen für Wien

20. März 2026 um 11:21
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Beim Wiener Kinder- und Jugendparlament bringen 300 junge Menschen ihre Ideen direkt in die Stadtpolitik ein.

Wien setzt auf die Stimme der Jugend: 300 junge Wienerinnen und Wiener gestalten derzeit aktiv die Zukunft ihrer Stadt mit. Im Rahmen des Wiener Kinder- und Jugendparlaments 2025/26 bringen sie ihre Ideen, Forderungen und Perspektiven in direkten Dialog mit Stadträtinnen und politischen Vertretern ein. Das Ziel ist ambitioniert: Wien soll zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt der Welt werden.

Direkter Dialog zwischen Jung und Politik

Die Dialogveranstaltungen laufen bereits seit Anfang März auf Hochtouren. Einen besonderen Höhepunkt bildete am 19. März das Jugendparlament im Wiener Rathaus, wo die jungen Delegierten ihre ausgearbeiteten Ideen und Vorschläge direkt den Stadtpolitikerinnen präsentierten. Die Jugendlichen forderten dabei konkrete politische Stellungnahmen zu zentralen Themen ihres Lebensalltags ein.

Um die Vielfalt der Themen aus allen Lebensbereichen der jungen Generation abzubilden, waren Vertreterinnen aller Geschäftsgruppen der Stadtregierung in den Ausschüssen anwesend. Diese breite politische Beteiligung unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der Wien die Anliegen seiner jüngsten Bürgerinnen und Bürger behandelt.

Politische Unterstützung auf höchster Ebene

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling betont die Bedeutung der Jugendpartizipation: "Demokratie lebt davon, dass junge Menschen ihre Ideen einbringen und erleben, dass ihre Stimme gehört wird. Wenn wir politische Entscheidungen für Kinder und Jugendliche treffen, müssen wir ihnen zuhören, ihre Perspektiven ernst nehmen und ihre Erfahrungen einbeziehen."

Die Vizebürgermeisterin hebt besonders die Qualität der Beiträge hervor: "Die Schülerinnen und Schüler haben sehr konkrete und durchdachte Ideen für Schule und Bildung eingebracht. Genau diese Perspektiven brauchen wir, um Wien gemeinsam weiterzuentwickeln und die Kinder- und Jugendstrategie mit Leben zu füllen."

Auch die SPÖ-Fraktionsvorsitzende und Bildungssprecherin Astrid Pany unterstreicht den Wert der Jugendbeteiligung: "Gute Bildung entsteht nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg, sondern mit ihnen gemeinsam. Wenn Schülerinnen ihre Ideen so klar, klug und alltagsnah einbringen, dann zeigt das, wie viel politische Kraft in echter Beteiligung steckt."

Konkrete Ideen für eine bessere Stadt

Die Jugendlichen haben in mehreren Arbeitstreffen – begleitet vom Team WIENXTRA-Junges Wien, professionellen Workshopleitern und Expertinnen aus der Wiener Stadtverwaltung – drei konkrete Maßnahmenideen entwickelt. Diese wurden nun gemeinsam mit der Stadtpolitik diskutiert und weiterentwickelt.

Bildung und Alltagskompetenzen

Ein zentraler Punkt ist die Forderung nach mehr praktischen Alltagsskills im Unterricht. Die jungen Menschen wünschen sich eine Bildung, die sie besser auf das Leben nach der Schule vorbereitet. Dazu gehören praktische Fertigkeiten, die im traditionellen Lehrplan oft zu kurz kommen.

Sichere und grüne Mobilität

Sichere und grüne Fußwege stehen ebenfalls im Fokus der Jugendlichen. Sie fordern eine Stadt, in der sie sich sicher und umweltbewusst fortbewegen können. Diese Forderung spiegelt das wachsende Umweltbewusstsein der jungen Generation wider.

Demokratie und Gesundheit stärken

Weitere wichtige Ideen umfassen die Einführung eines Demokratiewettbewerbs für junge Menschen, um das politische Engagement zu fördern. Zusätzlich sollen Unterstützungsangebote im Bereich der mentalen Gesundheit ausgebaut werden – ein Thema, das gerade nach den Erfahrungen der Pandemie besondere Bedeutung gewonnen hat.

Ein weiterer sensibler Bereich betrifft Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt. Die Jugendlichen fordern hier verstärkte Aufklärungs- und Schutzmaßnahmen.

Von der Strategie zur Umsetzung

Das aktuelle Kinder- und Jugendparlament baut auf der im September vom Gemeinderat beschlossenen Wiener Kinder- und Jugendstrategie 2025–2030 auf. Bereits im vergangenen Jahr leisteten junge Menschen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieser Strategie.

Seit November 2025 arbeiten die jungen Delegierten daran, die Ziele der Strategie mit konkreten Ideen zu füllen. In acht thematischen Ausschüssen beschäftigen sie sich mit den verschiedenen Lebensbereichen – von Bildung und Freizeit über Klima und Gleichstellung bis hin zu Beteiligung und Stadtentwicklung.

Gemeinsam mit dem Team von WIENXTRA-Junges Wien sowie Expertinnen der Wiener Stadtverwaltung entwickeln sie daraus konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, die direkt in die Arbeit der Stadt einfließen werden.

Der Weg zum großen Finale

Noch bis April 2026 finden weitere Dialogtermine mit Vertreterinnen der Wiener Stadtpolitik statt. Diese intensiven Gespräche dienen der Verfeinerung und Konkretisierung der Vorschläge. Beim Abschlussplenum am 23. April 2026 im Wiener Rathaus werden die jungen Parlamentarierinnen dann die 15 wichtigsten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen an die Wiener Stadtpolitik übergeben.

Dieser feierliche Abschluss im historischen Rathaus unterstreicht die Wertschätzung, die Wien der Stimme seiner jungen Bürgerinnen und Bürger entgegenbringt. Die Übergabe der 15 Maßnahmen wird ein bedeutender Moment für alle Beteiligten sein.

Vision einer jugendfreundlichen Weltstadt

Mit der neuen Kinder- und Jugendstrategie 2025–2030 hat sich Wien ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die kinder- und jugendfreundlichste Stadt der Welt zu werden. Diese Vision ist mehr als nur ein schöner Slogan – sie spiegelt eine grundsätzliche Haltung wider, die junge Menschen als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft ernst nimmt.

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es die Perspektive derer, um die es geht: Kinder und Jugendliche selbst. Das Wiener Kinder- und Jugendparlament zeigt eindrucksvoll, wie Partizipation funktionieren kann, wenn sie ernst gemeint ist und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet wird.

Mehr als nur symbolische Politik

Das Besondere am Wiener Ansatz ist, dass es nicht bei symbolischen Gesten bleibt. Die Ideen und Forderungen der jungen Menschen fließen tatsächlich in konkrete politische Maßnahmen ein. Diese direkte Verbindung zwischen Jugendpartizipation und politischer Umsetzung macht das Projekt zu einem Modell, das weit über Wien hinaus Beachtung verdient.

Die professionelle Begleitung durch WIENXTRA-Junges Wien und die Einbindung von Expertinnen aus der Stadtverwaltung gewährleistet, dass die Vorschläge der Jugendlichen nicht nur gehört, sondern auch fachlich fundiert weiterentwickelt werden können.

Langfristige Auswirkungen auf die Stadtentwicklung

Die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments wird Wien nachhaltig prägen. Die Maßnahmen, die im April 2026 übergeben werden, sind nur der Anfang eines längeren Prozesses. Sie werden in die regulären politischen Entscheidungsprozesse der Stadt eingespeist und können so langfristig das Leben aller Wienerinnen und Wiener verbessern.

Besonders bemerkenswert ist die Breite der behandelten Themen. Von Bildung über Mobilität bis hin zu Gesundheit und Sicherheit – die jungen Menschen zeigen, dass sie alle Aspekte des städtischen Lebens im Blick haben und durchdachte Lösungsvorschläge entwickeln können.

Das Wiener Kinder- und Jugendparlament beweist, dass junge Menschen nicht nur die Zukunft der Stadt sind, sondern bereits heute wichtige Beiträge zu ihrer Gestaltung leisten können. Wien geht damit einen Weg, der anderen Städten als Vorbild dienen könnte.

Schlagworte

#Wien#Jugendpolitik#Partizipation#Stadtentwicklung#Demokratie

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