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FPÖ kritisiert verzögertes Jedmayer-Maßnahmenpaket

Freiheitliche fordern Absiedelung der Suchthilfeeinrichtung

20. März 2026 um 11:22
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FPÖ Mariahilf übt scharfe Kritik an ausbleibendem Fortschritt beim versprochenen Maßnahmenpaket für die Suchthilfeeinrichtung Jedmayer.

Die FPÖ Mariahilf übt scharfe Kritik an der Wiener Stadtregierung und dem Bezirk wegen der anhaltenden Verzögerungen beim angekündigten Maßnahmenpaket für die Suchthilfeeinrichtung Jedmayer. Trotz großspuriger Ankündigungen bis Jahresende ist bisher nichts Konkretes passiert.

Vergleich mit U-Bahn-Bau verdeutlicht Frustration

"Die Wienerinnen und Wiener fragen sich mittlerweile zu Recht: Was wird schneller fertig – der Bau der U5 oder das versprochene Maßnahmenpaket für das Jedmayer?", kritisiert Klubobmann Lukas Korp die Situation. Diese pointierte Frage spielt auf die bekanntermaßen langwierigen Infrastrukturprojekte in Wien an und verdeutlicht die Frustration über die ausbleibenden Fortschritte.

Bezirksparteiobmann LAbg. Leo Lugner und Korp monieren, dass trotz vielfacher Ankündigungen und unzähliger Arbeitskreise in den letzten zehn Jahren kein greifbares Ergebnis in Sicht sei. Die Anrainer der Suchthilfeeinrichtung warten weiterhin auf konkrete Lösungen für ihre Probleme.

Kritik an ÖVP-Haltung

Besonders kritisch sehen die Freiheitlichen die Reaktion der ÖVP Mariahilf auf die neuerlichen Ankündigungen. "Die Freude von Herrn Dr. Hammerer über den mittlerweile gefühlt hundertsten angekündigten Arbeitskreis und das zigste Anrainertreffen zur Suchthilfe ist genauso fehlplatziert wie das Benehmen der Patienten des Jedmayers", konstatiert Lugner scharf.

Diese Aussage macht deutlich, dass die FPÖ sowohl die politische Herangehensweise als auch die Situation vor Ort als problematisch erachtet. Die Anrainer würden weiterhin unter der Situation leiden, während Politiker und Magistrate nur reden und ankündigen würden.

Hintergrund zur Suchthilfeeinrichtung Jedmayer

Die Suchthilfeeinrichtung Jedmayer ist seit Jahren ein Streitthema in Wien-Mariahilf. Anrainer beklagen regelmäßig Probleme mit Lärm, Verschmutzung und störendem Verhalten im Umfeld der Einrichtung. Die Einrichtung bietet Substitutionstherapie und andere Hilfsangebote für Suchtkranke an, was grundsätzlich wichtig für die Versorgung dieser Personengruppe ist.

Gleichzeitig führt die zentrale Lage der Einrichtung zu Konflikten mit den Anrainern, die sich durch die Situation belastet fühlen. Bereits seit Jahren gibt es Diskussionen über mögliche Lösungsansätze, ohne dass bisher eine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.

Forderung nach radikaler Lösung

Die FPÖ geht mit ihrer Forderung deutlich weiter als andere Parteien: "Die Anrainer brauchen keine Anrainertreffen mehr. Sie brauchen eine rasche Lösung: Die Absiedelung des Suchthilfezentrums Jedmayer in ein geeignetes Gewerbegebiet", fordert Korp konkret.

Diese Forderung nach einer kompletten Verlegung der Einrichtung ist umstritten. Befürworter argumentieren, dass damit die Probleme für die Anrainer gelöst würden. Kritiker wenden ein, dass eine Verlegung in ein Gewerbegebiet die Erreichbarkeit für die Klienten verschlechtern und damit die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigen könnte.

Politischer Kontext

Die scharfe Kritik der FPÖ reiht sich ein in die generelle Kritik der Oppositionsparteien an der rot-pinken Stadtregierung. Dabei spielt das Thema Drogenpolitik eine wichtige Rolle, da es die Bürger direkt betrifft und emotionale Reaktionen hervorruft.

"Die Stadtregierung und die Bezirksvorstehung versuchen auf Zeit zu spielen – nur haben die Anrainer keine Zeit mehr", stellt Lugner abschließend fest. Diese Aussage unterstellt den Verantwortlichen bewusste Verzögerungstaktik.

Herausforderungen bei der Lösungsfindung

Die Komplexität des Problems zeigt sich darin, dass verschiedene Interessensgruppen berücksichtigt werden müssen. Einerseits haben die Anrainer berechtigte Anliegen bezüglich ihrer Lebensqualität. Andererseits ist die medizinische Versorgung von Suchtkranken ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen.

Eine Lösung muss sowohl die Bedürfnisse der Anrainer als auch die der Patienten berücksichtigen. Dabei spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle, da eine Verlegung oder umfassende Umgestaltung der Einrichtung erhebliche Kosten verursachen würde.

Ausblick

Ob und wann das angekündigte Maßnahmenpaket tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die wiederholte Kritik verschiedener politischer Akteure zeigt jedoch, dass das Thema weiterhin auf der politischen Agenda stehen wird.

Für die betroffenen Anrainer bedeutet die anhaltende Unsicherheit eine Belastung. Sie hoffen auf baldige konkrete Schritte, die ihre Situation verbessern. Gleichzeitig müssen auch die Bedürfnisse der Patienten der Suchthilfeeinrichtung im Blick behalten werden.

Die FPÖ wird das Thema sicherlich weiter verfolgen und dabei den Druck auf die Stadtregierung aufrechterhalten. Ob ihre Forderung nach einer kompletten Absiedelung der Einrichtung Erfolg haben wird, ist jedoch fraglich, da andere politische Kräfte möglicherweise weniger radikale Lösungsansätze bevorzugen.

Schlagworte

#FPÖ#Wien#Mariahilf#Jedmayer#Suchthilfe#Drogenpolitik

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