Bundeskriminalamt präsentiert revolutionäre BioCapture-Technologie
Polizei kann künftig Fingerabdrücke direkt vor Ort scannen und mit Datenbanken abgleichen. Erste Fahndungserfolge bereits verzeichnet.
Österreich positioniert sich als internationaler Vorreiter bei der digitalen Polizeiarbeit: Das Bundeskriminalamt führt eine innovative BioCapture-Technologie ein, die es Polizeibeamten ermöglicht, Fingerabdrücke direkt über die Handykamera zu scannen und binnen Minuten mit bestehenden Datenbanken abzugleichen.
Die neue Technologie, die in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelt wurde, revolutioniert die polizeiliche Fahndungsarbeit. Erstmals können Beamte vor Ort, etwa bei Verkehrskontrollen oder Personenüberprüfungen, Fingerabdrücke scannen, ohne auf spezialisierte Geräte oder Labore angewiesen zu sein.
"Diese Innovation macht den Polizeialltag schneller und effizienter", erklärt das Innenministerium. Die Fahndung nach Straftätern werde dadurch erheblich verbessert, da Identitätsfeststellungen in Echtzeit möglich seien.
Bereits während der Einführungsphase konnte die Wiener Polizei erste Fahndungserfolge verzeichnen. Bei routinemäßigen Kontrollen führte der mobile Fingerabdruckabgleich zur Identifizierung gesuchter Personen, die andernfalls möglicherweise unerkannt geblieben wären.
Die Technologie funktioniert denkbar einfach: Polizeibeamte können mit einer speziellen App über die Handykamera Fingerabdrücke erfassen. Diese werden dann automatisch mit den Datenbanken des Bundeskriminalamts abgeglichen. Das Ergebnis liegt binnen weniger Minuten vor.
Der Einsatz der neuen Technologie erfolgt unter strikter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Die Fingerabdruckscans werden nur bei begründetem Verdacht oder im Rahmen gesetzlich zulässiger Personenkontrollen durchgeführt.
Die Daten werden ausschließlich mit bereits bestehenden polizeilichen Datenbanken abgeglichen, in denen Fingerabdrücke von Straftätern oder vermissten Personen gespeichert sind. Eine anlasslose Speicherung oder Erfassung von Bürgerdaten ist nicht vorgesehen.
Die BioCapture-Technologie wurde federführend vom Austrian Institute of Technology entwickelt und stellt einen bedeutenden technologischen Durchbruch dar. Bisher waren für Fingerabdruckscans spezielle, teure Geräte erforderlich, die nicht mobil einsetzbar waren.
Die neue Lösung nutzt die hochauflösenden Kameras moderner Smartphones und kombiniert diese mit fortschrittlichen Algorithmen zur Bildverarbeitung und Mustererkennung. Dadurch wird eine Qualität erreicht, die mit herkömmlichen Scannern vergleichbar ist.
Die Einführung der mobilen Fingerabdrucktechnologie verspricht mehrere Vorteile für die österreichische Polizeiarbeit:
Besonders bei Verkehrskontrollen, Veranstaltungen oder in grenznahen Gebieten kann die neue Technologie ihre Stärken ausspielen. Polizeibeamte können verdächtige Personen sofort überprüfen, ohne diese zur nächsten Dienststelle bringen zu müssen.
Die österreichische Innovation stößt auch international auf großes Interesse. Mehrere europäische Länder haben bereits Interesse an der Technologie bekundet und prüfen eine mögliche Implementierung in ihren eigenen Polizeisystemen.
"Österreich zeigt einmal mehr seine Innovationskraft im Bereich der Sicherheitstechnologie", betont das Innenministerium. Die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen wie dem AIT sei ein Erfolgsmodell für zukunftsweisende Entwicklungen.
Innenminister Gerhard Karner wird gemeinsam mit Andreas Holzer, dem Direktor des Bundeskriminalamts, und Helmut Leopold vom Austrian Institute of Technology die neue Technologie bei einem Lokalaugenschein präsentieren. Dabei wird demonstriert, wie die praktische Anwendung der BioCapture-Technologie funktioniert.
Die Veranstaltung findet am 23. März 2026 um 10 Uhr in der Berggasse 41 in Wien statt. Medienvertreter sind zur Teilnahme eingeladen, eine Akkreditierung ist jedoch erforderlich.
Die erfolgreiche Einführung der mobilen Fingerabdrucktechnologie ist nur der erste Schritt in Richtung einer umfassenden Digitalisierung der österreichischen Polizeiarbeit. Das Innenministerium plant weitere technologische Verbesserungen, um die Effizienz und Effektivität der Strafverfolgung kontinuierlich zu steigern.
Experten sehen in der österreichischen Innovation einen wichtigen Meilenstein für die moderne Polizeiarbeit. Die Kombination aus bewährten biometrischen Verfahren und neuester Smartphone-Technologie könnte wegweisend für die internationale Entwicklung der Strafverfolgung werden.