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Gemeinnütziger Wohnbau sichert 5.100 Jobs in Niederösterreich

Neue Studie zeigt: Jeder Euro Förderung löst 4,3 Euro Investitionen aus

23. März 2026 um 11:30
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Eine aktuelle Eco Austria-Studie belegt die wirtschaftliche Bedeutung des geförderten Wohnbaus in Niederösterreich für Arbeitsplätze und Konjunktur.

Der gemeinnützige Wohnbau in Niederösterreich erweist sich als bedeutender Wirtschaftsfaktor und Jobmotor. Das belegt eine neue Studie des Instituts Eco Austria, die heute von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in Wien präsentiert wurde. Die Untersuchung zeigt eindrucksvoll: Der geförderte Wohnbau sichert über 5.100 Arbeitsplätze pro Jahr und löst jährlich rund 290 Millionen Euro an Wertschöpfung im Bundesland aus.

Multiplikatoreffekt: Ein Euro wird zu 4,3 Euro

"Ein Euro Wohnbauförderung löst rund 4,3 Euro an Investitionen aus", erklärte Landesrätin Teschl-Hofmeister bei der Pressekonferenz. Diese beeindruckende Hebelwirkung unterstreicht die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wohnbaupolitik. "Rund drei Prozent der Wertschöpfung der niederösterreichischen Bauwirtschaft hängen von der Investitionstätigkeit der Gemeinnützigen Bauvereinigungen ab", so die Landesrätin weiter.

Die Studie "Gemeinnütziger Wohnbau in Niederösterreich: Ökonomische Effekte und ökonomische Wirkungen unterschiedlicher Ansätze für leistbares Wohnen" analysiert die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Investitionen niederösterreichischer gemeinnütziger Wohnbauvereinigungen im Zeitraum von 2015 bis 2024.

Stabilisierender Faktor in schwierigen Zeiten

Besonders in konjunkturell schwächeren Phasen wirkt der geförderte Wohnbau stabilisierend auf die regionale Wirtschaft. "Wir als Bundesland Niederösterreich wollten trotz Zinsentwicklung, trotz gestiegener Bau- und Energiekosten und trotz der KIM-Verordnung, die mittlerweile ausgelaufen ist, weiterhin leistbaren Wohnraum in Niederösterreich gewährleisten", betonte Teschl-Hofmeister.

Die kontinuierlichen Investitionen der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs) – umgangssprachlich auch als Wohnbaugenossenschaften bekannt – tragen maßgeblich zur Stabilisierung von Wertschöpfung und Beschäftigung bei. Sie stärken die regionale Wirtschaftsstruktur nachhaltig und sichern Arbeitsplätze "von Maurern über Installateure, Elektriker und andere Gewerke bis zu den Beschäftigten in den GBVs selbst".

Rekordinvestitionen 2024 und 2025

Die Zahlen für 2024 und 2025 verdeutlichen das Engagement des Landes für leistbares Wohnen: 2024 wurden inklusive Bundesmittel rund 691 Millionen Euro für die Schaffung und Sanierung von über 15.400 Wohneinheiten genehmigt. Für 2025 brachte die NÖ Wohnbauförderung sogar 952 Millionen Euro auf den Weg.

Im Detail bewilligte das Land Niederösterreich 2024 Förderungen für:

  • Knapp 10.000 Wohneinheiten im großvolumigen Wohnbau
  • Knapp 4.000 Wohneinheiten im kleinvolumigen Wohnbau
  • Über 1.700 Haushalte beim Heizungstausch mit 24,7 Millionen Euro
  • Knapp 12.000 Haushalte mit 33,2 Millionen Euro mittels Wohnzuschuss bzw. Wohnbeihilfe
  • Zusätzlich ein Zinscap von 50 Millionen Euro

Überproportionale Landesfinanzierung

Bemerkenswert ist dabei, dass das Land Niederösterreich ein Vielfaches an Geld für den geförderten Wohnbau zur Verfügung stellt, als die zweckgewidmeten Einnahmen ausmachen. Dies unterstreicht das politische Bekenntnis zu leistbarem Wohnen als gesellschaftliche Priorität.

Bedeutung für Familienbetriebe

Christian Rädler, Obmann der NÖ Landesgruppe der Gemeinnützigen Bauvereinigungen, hob besonders die Bedeutung für regionale Unternehmen hervor: "Viele Arbeitsplätze werden besonders bei den Familienbetrieben in Niederösterreich gesichert." Die neue Studie wurde von der Wohnbauforschung unterstützt und stellt eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für zukünftige Investitionsentscheidungen dar.

Wissenschaftliche Fundierung der Ergebnisse

Mag. Dr. Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft bei Eco Austria, präzisierte die volkswirtschaftlichen Dimensionen: Die jährlich ausgelösten 290 Millionen Euro an Wertschöpfung entsprechen rund 0,4 Prozent der gesamten niederösterreichischen Wirtschaftsleistung. "Für einen einzelnen institutionellen Akteursbereich stellt dies einen substanziellen Beitrag dar", so Schwarzbauer.

Die Studie unterstreicht damit die Rolle des gemeinnützigen Wohnbaus als verlässlichen wirtschaftlichen Anker. In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel ist eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für öffentliche Investitionen unerlässlich – genau das liefert diese Untersuchung.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Wohnbaubranche steht vor erheblichen Herausforderungen: Gestiegene Zinsen, höhere Bau- und Energiekosten sowie regulatorische Vorgaben wie die mittlerweile ausgelaufene KIM-Verordnung haben den Markt unter Druck gesetzt. Umso wichtiger ist die stabilisierende Wirkung des geförderten Wohnbaus.

Die GBVs bauen überwiegend Wohnungen und Reihenhäuser, die nach der NÖ Wohnbauförderung gefördert werden. Durch ihre kontinuierliche Bautätigkeit tragen sie wesentlich dazu bei, dass leistbares Wohnen in allen Regionen Niederösterreichs verfügbar bleibt.

Fazit: Investition in die Zukunft

Die Studienergebnisse belegen eindrucksvoll, dass Investitionen in den gemeinnützigen Wohnbau weit mehr sind als nur Wohnraumschaffung. Sie sind Investitionen in Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität. Mit über 5.100 gesicherten Arbeitsplätzen und einem Multiplikatoreffekt von 1:4,3 erweist sich der geförderte Wohnbau als effizientes Instrument der Wirtschafts- und Sozialpolitik.

"Leistbares Wohnen ist unser oberstes Ziel", fasste Landesrätin Teschl-Hofmeister zusammen. Die vorliegende Studie liefert die wissenschaftliche Basis dafür, dieses Ziel auch in Zukunft erfolgreich zu verfolgen und dabei gleichzeitig wichtige volkswirtschaftliche Impulse zu setzen.

Schlagworte

#Wohnbau#Niederösterreich#Arbeitsplätze#Wirtschaft#Förderung

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