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PROPAK-Industrie: Löhne steigen um 2,65 Prozent

Kollektivvertrags-Abschluss nach schwierigen Verhandlungen

24. März 2026 um 08:31
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8.500 Beschäftigte der Papier- und Kartonindustrie erhalten ab März 2026 höhere Löhne. Lehrlinge profitieren mit 3,8 Prozent besonders.

Die Kollektivvertragsverhandlungen in der PROPAK-Industrie sind nach sechs intensiven Runden abgeschlossen. Der Fachverband der industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) einigten sich auf eine Lohnerhöhung von 2,65 Prozent für rund 8.500 Beschäftigte der Branche.

Lohnsteigerungen ab März 2026

Die vereinbarten Erhöhungen treten rückwirkend ab 1. März 2026 in Kraft und haben eine Laufzeit von zwölf Monaten. Konkret bedeutet das für die Arbeitnehmer:

  • Kollektivvertrags- und Ist-Löhne steigen um 2,65 Prozent
  • Mindestbetrag: 90 Euro pro Monat
  • Maximalbetrag: 145 Euro pro Monat
  • Lehrlinge erhalten eine deutlich höhere Steigerung von 3,8 Prozent

Schwieriges Wirtschaftsumfeld prägt Verhandlungen

Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbandes PROPAK, bezeichnete die diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen als "echten Stresstest" für die Branche. Die Papier- und Kartonindustrie kämpft derzeit mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig.

"Wir stehen bei null Wachstum und gleichzeitig massivem Kostendruck, und sehen uns im Export einem immer härter werdenden Wettbewerb sowie massiv ansteigenden Inputkosten ausgesetzt", erklärt Schuster die schwierige Ausgangslage der Verhandlungen.

Kompromiss nach sechs Runden

Der Abschluss nach sechs Verhandlungsrunden spiegelt nach Ansicht des Fachverbands-Obmanns die angespannte Wirtschaftslage wider. "Es ist gelungen, in diesem schwierigen Umfeld einen Kompromiss zu finden, der die derzeitige schwierige Wirtschaftslage zum Teil widerspiegelt und der für beide Vertragspartner gerade noch akzeptabel ist", so Schuster.

PROPAK-Industrie unter Druck

Die österreichische Papier- und Kartonindustrie steht vor besonderen Herausforderungen. Neben dem stagnierten Wachstum machen der Branche vor allem die steigenden Rohstoff- und Energiekosten zu schaffen. Gleichzeitig verschärft sich der internationale Konkurrenzdruck, was die Exportchancen der heimischen Unternehmen beeinträchtigt.

Die Verhandlungen gestalteten sich entsprechend zäh, da beide Seiten ihre unterschiedlichen Positionen in Einklang bringen mussten. Während die Gewerkschaft angemessene Lohnsteigerungen für die Beschäftigten forderte, pochten die Arbeitgeber auf Zurückhaltung angesichts der schwierigen Marktlage.

Besondere Berücksichtigung der Lehrlinge

Bemerkenswert ist, dass Lehrlinge in der PROPAK-Industrie mit 3,8 Prozent eine deutlich höhere Steigerung erhalten als die übrigen Beschäftigten. Diese überdurchschnittliche Erhöhung unterstreicht die Bedeutung der Nachwuchsförderung in der Branche und soll junge Menschen für eine Ausbildung in der Papier- und Kartonindustrie motivieren.

Branchenüberblick und Bedeutung

Die PROPAK-Industrie umfasst Unternehmen, die industriell Produkte aus Papier und Karton herstellen. Dazu gehören beispielsweise Verpackungsmaterialien, Wellpappe, Papiertüten und andere papierbasierte Erzeugnisse. Die Branche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Österreich und beschäftigt rund 8.500 Menschen.

Die Unternehmen der PROPAK-Industrie sind stark exportorientiert und beliefern Kunden in ganz Europa und darüber hinaus. Dies macht sie besonders anfällig für internationale Konjunkturschwankungen und Wettbewerbsdruck aus anderen Ländern.

Rolle des Fachverbands

Der Fachverband PROPAK vertritt als Teil der Wirtschaftskammer Österreich die Interessen der industriellen Hersteller von Papier- und Kartonprodukten. Er führt die Kollektivvertragsverhandlungen für die gesamte Branche und setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen seiner Mitgliedsunternehmen ein.

Ausblick und Herausforderungen

Mit dem Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen ist zwar Planungssicherheit für die kommenden zwölf Monate geschaffen, die strukturellen Probleme der Branche bleiben jedoch bestehen. Die PROPAK-Industrie muss weiterhin mit null Wachstum, steigenden Inputkosten und verschärftem Wettbewerb umgehen.

Für die Beschäftigten bedeutet der Abschluss eine moderate Einkommenssteigerung, die zumindest teilweise die Inflation ausgleicht. Besonders erfreulich ist die überdurchschnittliche Erhöhung für Lehrlinge, die ein positives Signal für die Nachwuchsgewinnung darstellt.

Vergleich mit anderen Branchen

Die vereinbarte Steigerung von 2,65 Prozent liegt im unteren bis mittleren Bereich der aktuellen Kollektivvertragsabschlüsse in Österreich. Dies spiegelt die schwierige Situation der Branche wider, zeigt aber auch, dass trotz aller Herausforderungen eine Einigung möglich war.

Der Kollektivvertrag tritt mit 1. März 2026 in Kraft und hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Dies gibt beiden Seiten Zeit, die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu beobachten und sich auf die nächsten Verhandlungen vorzubereiten.

Schlagworte

#Kollektivvertrag#PROPAK#Lohnerhöhung#Papierindustrie#Wirtschaftskammer

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