Festival zeigt versteckte Bauwerke und technische Anlagen von 28. bis 30. Mai
Das österreichweite Architekturfestival macht Kraftwerke, Bahntrassen und andere Infrastrukturen erlebbar - kostenfrei für alle Interessierten.
Von Kraftwerken über U-Bahn-Baustellen bis hin zur neuen Koralmbahn: Die Architekturtage 2026 laden vom 28. bis 30. Mai zu einer besonderen Entdeckungsreise durch Österreichs Infrastrukturen ein. Unter dem Motto 'Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags' öffnen sich normalerweise verschlossene Türen zu technischen Anlagen, die unseren Alltag prägen, aber oft unsichtbar bleiben.
Das alle zwei Jahre stattfindende Festival wird von der Bundeskammer und den Länderkammern der Ziviltechniker:innen sowie der Architekturstiftung Österreich veranstaltet. Zehn Architekturinstitutionen haben ein abwechslungsreiches Programm kuratiert, das die technische Infrastruktur Österreichs in den Mittelpunkt stellt.
Die Bandbreite der angebotenen Besichtigungen ist beeindruckend: In Vorarlberg können Besucher das Kraftwerk Litschnau erkunden, während in Tirol das Recyclingzentrum Ahrental seine Pforten öffnet. Niederösterreich lockt mit einem Renaturierungsprojekt entlang der Donau, und im Burgenland stehen Wind- und Solarparks auf dem Programm.
Besonders spektakulär verspricht die exklusive Koralmbahnfahrt zwischen Kärnten und der Steiermark zu werden. Der neue Bahnabschnitt, der als eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Österreichs gilt, wird während der Architekturtage für Interessierte erlebbar gemacht.
In Wien können Teilnehmer eine aktive U-Bahn-Baustelle besichtigen oder das Hochwasserrückhaltebecken erkunden – Einrichtungen, die für den Schutz und die Funktionsfähigkeit der Hauptstadt essentiell sind. Oberösterreich bietet eine Hafentour an, während Salzburg mit einem zukunftsweisenden Verkehrskonzept in Flachau aufwartet.
Das Festival beschränkt sich nicht auf reine Besichtigungen. Das umfassende Programm umfasst auch Vorträge, Ausstellungen, Workshops, Baustellenführungen, Filmreihen und spezielles Familienprogramm. Bus- und Radtouren führen zu markanten urbanen und ländlichen Infrastrukturen und machen die oft übersehenen technischen Bauwerke erlebbar.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich, allerdings ist für viele eine Anmeldung erforderlich. Dies unterstreicht den Bildungsauftrag des Festivals, das Bewusstsein für die oft unsichtbare, aber unverzichtbare Infrastruktur schaffen möchte.
Ein besonderes Highlight sind die Open Studios am 28. Mai, die einen Blick hinter die Kulissen von Architektur- und Ingenieurbüros ermöglichen. Hier können Interessierte erleben, wie die Infrastrukturen, die sie später besichtigen, geplant und entwickelt werden. Die genauen Standorte werden ab Anfang Mai auf der Festival-Website bekannt gegeben.
Den offiziellen Start macht bereits am 20. Mai die Auftaktveranstaltung im Architekturzentrum Wien. Mit Vorträgen, Diskussionen und einem Get-Together wird das Publikum auf das Festival eingestimmt und über die Bedeutung der Infrastrukturen für unsere Gesellschaft informiert.
Das Festival setzt auch auf die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Der OPENCALL26 lädt Menschen aller Altersgruppen dazu ein, eigene kreative Fotos, Ideen und Visionen zum Thema 'Infrastrukturen' einzureichen. Diese Initiative zeigt, dass die Architekturtage nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken über unsere gebaute Umwelt anregen möchten.
Unter den Teilnehmern werden Klimatickets Österreich verlost – ein passender Preis für ein Festival, das sich mit nachhaltiger Mobilität und Infrastruktur beschäftigt. Der Einreichschluss ist der 30. Mai 2026, der letzte Tag des Festivals.
Das Motto 'Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags' verweist auf die zentrale Rolle, die technische Anlagen in unserem Leben spielen. Sie sorgen nicht nur für einen reibungslosen Alltag, sondern beeinflussen auch maßgeblich die Form und Gestalt städtischer und landschaftlicher Räume.
Von der Stromversorgung über die Wasseraufbereitung bis hin zum öffentlichen Verkehr – diese oft unsichtbaren Systeme ermöglichen erst das moderne Leben. Das Festival macht diese verborgene Welt sichtbar und würdigt die ingenieurtechnischen Leistungen, die hinter der Infrastruktur stehen.
Die Architekturtage 2026 erfüllen einen wichtigen Bildungsauftrag. In Zeiten des Klimawandels und der Energiewende gewinnt das Verständnis für nachhaltige Infrastrukturen an Bedeutung. Das Festival zeigt sowohl bestehende Anlagen als auch innovative Lösungen für die Zukunft.
Besonders relevant ist dies angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bereich der Energieversorgung und Mobilität. Wind- und Solarparks, neue Bahnverbindungen und nachhaltige Verkehrskonzepte stehen exemplarisch für den Wandel, den Österreich in der Infrastruktur durchläuft.
Das Festival zeigt auch die Vernetzung der österreichischen Architektur- und Ingenieursszene. Die Zusammenarbeit der zehn Architekturinstitutionen mit den Kammern der Ziviltechniker:innen und der Architekturstiftung Österreich demonstriert, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Infrastrukturprojekten ist.
Diese Kooperation spiegelt sich auch im Programm wider, das sowohl architektonische als auch ingenieurtechnische Aspekte beleuchtet. Damit wird deutlich, dass moderne Infrastrukturen das Ergebnis komplexer Planungsprozesse sind, an denen verschiedene Fachrichtungen beteiligt sind.
Die Architekturtage 2026 versprechen ein einzigartiges Erlebnis für alle, die sich für die gebaute Umwelt interessieren. Das kostenfreie Festival bietet die seltene Gelegenheit, normalerweise unzugängliche Orte zu erkunden und ein tieferes Verständnis für die Infrastrukturen zu entwickeln, die unser Leben ermöglichen.