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Münchner Uni entwickelt Klimaschutz für gesunde Städte

Neues Forschungsprojekt MEDICUS soll Städte gegen Klimawandel-Folgen wappnen

24. März 2026 um 10:02
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Ein bayerisches Forschungskonsortium entwickelt Strategien zum Schutz der städtischen Gesundheit vor Klimawandel-Auswirkungen.

Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf den Alltag in Städten aus. Extreme Hitze, Luftverschmutzung und weitere Umweltbelastungen stellen wachsende Risiken für die menschliche Gesundheit dar, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Das neue interdisziplinäre Forschungsprojekt MEDICUS - Anpassungsstrategien an medizinische Implikationen des Klimawandels für eine urbane Transformation setzt hier an und entwickelt praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Lösungen für gesündere und widerstandsfähigere Städte. Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks (BayKlif-2) über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt 1.375.000 Euro gefördert.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt startet

Das Verbundprojekt vereint die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) und die Technische Universität München (TUM). MEDICUS wird geleitet von Dr. Magdalena Mittermeier (LMU) im Bereich Klima- und Umweltmodellierung, Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Uni Augsburg / UKA) im Bereich Umweltmedizin und Dr. Stefanie Ruf (TUM) im Bereich Stadtplanung und Urban Design.

Innovative Modellierungsansätze im Fokus

Im Zentrum von MEDICUS steht die Verknüpfung hochaufgelöster Stadtklima- und Umweltmodellierungen mit großskaligen Klimasimulationen. "Dieser Ansatz ermöglicht es uns, sowohl langfristige Belastungstrends als auch kurzfristige Belastungsspitzen durch Hitze und Luftschadstoffe präzise zu erfassen", erklärt LMU-Geographin Magdalena Mittermeier. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung individueller, urbaner und planetarer Gesundheit.

Praxisnahe Umsetzung in Reallaboren

In sogenannten Reallaboren auf Quartiersebene in München und Augsburg entwickeln und erproben die Forschenden gemeinsam mit Kommunen, lokalen Akteurinnen und Akteuren und der Bevölkerung partizipative Anpassungsmaßnahmen. "Unser Ziel ist es, klimabedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren, das Problembewusstsein zu stärken und die Resilienz auf Nachbarschaftsebene zu erhöhen", sagt die Augsburger Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann.

Innovative Bildungs- und Kommunikationsformate

Zur breiten Verankerung der Projektergebnisse setzt MEDICUS auf Bildungsformate einer "Bildung für urbane Transformation" mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und der Nutzung digitaler Werkzeuge, darunter eine Resilienz-App, die den Wissenstransfer und die öffentliche Beteiligung unterstützen soll. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse von MEDICUS werden in konkrete lokale Handlungsempfehlungen und Transformationspfade übersetzt und systematisch in Bildungs- und Weiterbildungsformate integriert", sagt TUM-Psychologin und Stadtforscherin Stefanie Ruf.

Vorbereitet auf den Klimawandel

Durch die Kombination von Umwelt- und Klimamodellierung, medizinischer und städtebaulicher Forschung, partizipativen Ansätzen und Kommunikationsformaten leistet MEDICUS einen Beitrag zur klimaresilienten Stadtentwicklung. Das Projekt unterstützt evidenzbasierte politische Entscheidungsprozesse und hilft Städten dabei, die Gesundheit ihrer Bevölkerung im Zuge des Klimawandels nachhaltig zu schützen.

Schlagworte

#Klimawandel#Stadtentwicklung#Gesundheitsschutz#München#Umweltmedizin#Forschung

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