ORF zeigt am 25. März brisante Dokumentationen über die Schattenseiten sozialer Medien
Zwei ORF-Dokumentationen beleuchten die verheerenden Auswirkungen von Social Media auf Kinder und Jugendliche - von Sucht bis zur Kommerzialisierung der Kindheit.
Am 25. März 2026 widmet sich der ORF einem der drängendsten Themen unserer Zeit: den Gefahren sozialer Medien für Kinder und Jugendliche. Das "WELTjournal" zeigt um 22.30 Uhr die Dokumentation "Social Media – die große Gefahr", gefolgt von "Verkaufte Kindheit – wenn Kinder Content werden" um 23.05 Uhr im "WELTjournal +".
Die erste Dokumentation des Abends beleuchtet die vielfältigen Gefahren von Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook und Snapchat. Von Desinformation und Verschwörungstheorien bis hin zu Suchtproblemen und schweren psychischen Erkrankungen – die Schattenseiten der vermeintlich "sozialen" Medien werden immer deutlicher.
Ein besonders erschütterndes Beispiel zeigt das Schicksal der 18-jährigen US-Schülerin Anna, deren Social-Media-Konsum zu einer Suchtproblematik und schweren Depressionen führte. Tragischerweise nahm sich das junge Mädchen schließlich das Leben. Annas Mutter gehört nun zu Tausenden von Eltern, die gemeinsam gegen die großen Social-Media-Unternehmen klagen.
"Instagram und Co wollen einfach nur viel Geld machen – und es ist ihnen egal, ob dabei zufällig ein paar Kinder umkommen", kritisiert der Anwalt der klagenden Familien die Geschäftspraktiken der Tech-Giganten. Der Vorwurf: Die Unternehmen stellten Profit über Verantwortung.
Die Dokumentation von Louise Milligan zeigt auch, wie Falschinformationen in sozialen Medien 2024 zu den schlimmsten rechtsextremen, antimuslimischen Ausschreitungen in Großbritannien seit Jahrzehnten führten. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie schnell sich Desinformation in den sozialen Netzwerken verbreiten und reale gesellschaftliche Konflikte anheizen kann.
Angesichts dieser Entwicklungen ringt die Politik um eine strengere Regulierung der Plattformen. Diskutiert wird sogar ein komplettes Verbot für Kinder und Jugendliche. Eltern, Anwältinnen und Aktivisten fordern unterdessen, die Verantwortlichen der sozialen Medien endlich zur Rechenschaft zu ziehen.
Das "WELTjournal +" beleuchtet anschließend ein weiteres besorgniserregendes Phänomen: die systematische Vermarktung von Kindern durch ihre eigenen Eltern. Noch bevor sie das Teenageralter erreichen, existieren von Kindern im Durchschnitt bereits mehr als 1.000 Fotos und Videos im Internet – gepostet von ihren eigenen Eltern.
Influencer teilen regelmäßig Details aus dem Leben ihrer Kinder mit ihren Followern auf verschiedenen Plattformen. Der Grund ist oft rein kommerziell: Kinder-Content zählt zu den beliebtesten und gefragtesten Inhalten und kann durchaus lukrativ sein. Doch die Folgen für die betroffenen Kinder sind oft verheerend.
"Wenn Sie denken, dass das Teilen des Lebens Ihres Kindes in den sozialen Medien harmlos ist, bin ich der Beweis dafür, dass Sie falsch liegen", sagt Cam, die heute 24 Jahre alt ist. Sie kennt die negativen Konsequenzen der Bilder ihrer Kindheit, die ihre Mutter damals gepostet hatte, nur zu gut.
Fremde Menschen sprachen sie auf der Straße an, Männer fragten nach intimsten Details. Die Erfahrungen zeigen, dass die digitalen Spuren der Kindheit ein Leben lang verfolgen können. Die Dokumentation von Élisa Jadot lässt sowohl Influencer als auch Betroffene zu Wort kommen und thematisiert dabei auch die Rechte der Kinder.
Auch in Österreich gewinnt die Diskussion um den Schutz von Kindern in sozialen Medien an Bedeutung. Immer mehr Experten warnen vor den langfristigen psychischen Folgen übermäßiger Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zeit, die Jugendliche in sozialen Netzwerken verbringen, und dem Auftreten von Angststörungen und Depressionen.
Gleichzeitig wächst auch hierzulande der Trend des "Sharenting" – Eltern, die das Leben ihrer Kinder online dokumentieren und dabei oft nicht an die langfristigen Konsequenzen denken. Datenschutzexperten fordern bereits schärfere Regelungen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte von Minderjährigen.
Die beiden Dokumentationen machen deutlich: Ein bewussterer Umgang mit sozialen Medien ist dringend notwendig. Eltern sollten sich der Verantwortung bewusst sein, die sie tragen, wenn sie das Leben ihrer Kinder online teilen. Gleichzeitig müssen die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden, um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren ihrer eigenen Algorithmen zu schützen.
Die Dokumentationen bieten wichtige Einblicke in ein Thema, das alle Familien betrifft. Sie zeigen sowohl die verheerenden Auswirkungen als auch mögliche Lösungsansätze auf – und regen zu einer dringend notwendigen gesellschaftlichen Diskussion an.
Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung auch auf ORF ON verfügbar und ermöglichen es so einem breiten Publikum, sich über diese wichtigen Themen zu informieren.