Ö3-Verkehrsprognose warnt vor überlasteten Autobahnen während der Osterferienwelle
Von Freitag bis Karfreitag drohen kilometerlange Staus auf Österreichs Autobahnen. Besonders betroffen sind die Brenner- und Tauernautobahn.
Die Osterferien 2024 stehen vor der Tür und mit ihnen die alljährliche Reisewelle auf Österreichs Straßen. Bereits ab Freitag, dem 27. März, rechnet die Ö3-Verkehrsredaktion mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen auf den wichtigsten Transitrouten des Landes. Nicht nur in Österreich beginnen die Osterferien, sondern zeitgleich auch in zehn deutschen Bundesländern, was die Situation auf den Straßen zusätzlich verschärfen wird.
Im Vergleich zum Vorjahr könnten jedoch zwei Faktoren für eine leichte Entspannung sorgen: Der frühe Ostertermin 2024 und die anhaltend hohen Kraftstoffpreise werden voraussichtlich dazu beitragen, dass die Staus nicht ganz so dramatisch ausfallen wie im vergangenen Jahr. Dennoch müssen sich Autofahrer auf erhebliche Wartezeiten einstellen, insbesondere auf den bekannten Problemstrecken.
Die Urlaubsziele sind dabei klar verteilt: Während die einen noch ein letztes Mal in dieser Saison auf die Skipisten wollen, zieht es andere bereits zum ersten Mal in diesem Jahr an die obere Adria. Diese unterschiedlichen Reiseziele führen zu einer breiten Verteilung der Verkehrsströme auf verschiedene Autobahnabschnitte.
Bereits ab Freitagmittag werden sich die ersten Urlauberkolonnen auf den Stadtausfahrten der größeren österreichischen Städte bilden. Besonders betroffen sind Wien, Graz, Linz und Salzburg, wo die Verkehrsinfrastruktur an ihre Grenzen stoßen wird.
In der Bundeshauptstadt konzentrieren sich die Staus auf die A23 (Südosttangente), und zwar nicht nur in Richtung Süden, sondern auch Richtung Kagran vor dem Baustellenbereich beim Knoten Prater. Zusätzlich sind die Grünberg- und Altmannsdorfer Straße stadtauswärts stark belastet.
Die A7 (Mühlkreisautobahn) wird am Freitagmittag mit hoher Wahrscheinlichkeit überlastet sein. Auch die Umfahrungen Ebelsberg und Traun sowie der Römerbergtunnel werden zu Problemzonen.
Hier sind die Kärntner- und Straßganger Straße sowie die Meran-, Plüddemanngasse und St. Peter-Hauptstraße stadtauswärts besonders betroffen.
Wartezeiten sind auf der Vogelweiderstraße und der Sterneckstraße stadtauswärts zu erwarten, ebenso auf der Münchner Bundesstraße und der Oberndorfer Straße stadtauswärts.
Erst im Lauf des Nachmittags wird sich die Verkehrssituation in den Städten allmählich entspannen.
Auf der A13 (Brennerautobahn) in Richtung Bozen werden erhebliche Staus erwartet. Die B179 (Fernpass-Straße) wird mit Blockabfertigungen vor dem Grenztunnel Füssen und vor dem Lermooser Tunnel belastet sein. Besonders am Samstag wird auch die B169 (Zillertalstraße) stark frequentiert sein, wobei der Brettfalltunnel am Taleingang als Nadelöhr fungiert. Bei zu starkem Verkehrsaufkommen muss hier mit blockweiser Abfertigung gerechnet werden.
Auf der A1 (Westautobahn) im Raum Salzburg sind Urlauberkolonnen zu erwarten. Besonders problematisch wird die Situation auf der A10 (Tauernautobahn), wo die Baustelle zwischen Golling und Werfen zu Blockabfertigungen vor den Tunnelabschnitten und Wartezeiten von deutlich über einer Stunde führen wird. Die B311 (Pinzgauer Straße) ist rund um Zell am See und Saalfelden am stärksten betroffen.
Sehr dichter Reiseverkehr wird am Großen deutschen Eck auf der A93 zwischen dem Inntal-Dreieck und Kufstein sowie abschnittsweise auf der A8 im Abschnitt München – Rosenheim – Salzburg erwartet. Bei Wartezeiten vor der Grenze Salzburg-Walserberg ist oft auch die Ausweichstrecke durch Bad Reichenhall überlastet.
In der Steiermark ist die B320 (Ennstalstraße) im Raum Liezen und auf der Umfahrung Stainach stark befahren. In Ober- und Niederösterreich nutzen viele aus Deutschland kommende Osterurlauber die Route über die A1 Richtung Wien und dann weiter über A21 und S1 zur A4 Richtung Budapest, Serbien oder Türkei. Bereits ein kleinerer Auffahrunfall kann hier zu kilometerlangen Staus führen.
An den Autobahngrenzübergängen Salzburg-Walserberg, Kufstein-Kiefersfelden und kurz nach Suben muss mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden. In Vorarlberg kommt es vor der Grenze Lustenau Richtung Schweiz immer wieder zu längeren Wartezeiten.
Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor ist das Wetter. Am Donnerstagabend wird es noch einmal bis in viele Alpentäler schneien, vom Walgautal bis ins Ennstal. Ob sich dieser Schneefall auch auf den Osterreiseverkehr am Freitagnachmittag und Samstag auswirken wird, ist derzeit noch unklar. Wintersportler sollten sicherheitshalber Schneeketten einpacken.
Auf der A13 (Brennerautobahn) gilt am Samstag, den 28. März, ein zusätzliches Fahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen bei der Brückenbaustelle zwischen Matrei und Brenner-Nord. Diese Maßnahme soll helfen, Staus im Reiseverkehr möglichst gering zu halten.
Bis zum 6. April gelten auf mehreren Tiroler Landesstraßen an den Wochenenden Fahrverbote für den Durchreiseverkehr in den Bezirken Innsbruck, Reutte, Schwaz und Kufstein. Das Land Tirol will damit verhindern, dass Transitverkehr bei Staus auf den Hauptrouten durch kleinere Ortschaften ausweicht. Die Fahrverbote gelten samstags und sonntags jeweils von 7:00 bis 19:00 Uhr.
Auch der öffentliche Verkehr ist von Bauarbeiten betroffen. Die Wiener U-Bahn-Linie U6 ist von 27. März bis 7. April zwischen Jägerstraße und Währinger Straße (Volksoper) gesperrt. Als Alternativen stehen die U4, die Straßenbahnlinien 12, 37, 38, 40, 41, 42 oder der Bus 37A zur Verfügung.
Die Badner Bahn ist zwischen 28. März und 6. April im Bereich Vösendorf Siebenhirten bis Wiener Neudorf wegen Modernisierungsarbeiten unterbrochen. In diesem Abschnitt wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Von Palmsonntag bis Mittwoch erwartet die Ö3-Verkehrsredaktion ruhigere Tage auf den Straßen. Die nächste große Reisewelle rollt dann wieder am Gründonnerstag und vor allem am Karfreitag, der in Deutschland ein Feiertag ist. An diesem Tag wird der Höhepunkt im Osterreiseverkehr erreicht.
Reisende sollten sich vorab über alternative Routen informieren und genügend Zeit einplanen. Die Ö3-Verkehrsredaktion informiert kontinuierlich über aktuelle Staus und Wartezeiten. Der aktuelle Verkehrseinstieg kann jederzeit über die Ö3-App nachgehört werden, und auf der Ö3-Homepage gibt es einen umfassenden Verkehrsüberblick.
Wer flexibel reisen kann, sollte die Hauptreisetage meiden oder sehr früh am Morgen bzw. spät am Abend fahren. Bei Fahrten in die Berge sollten Schneeketten mitgeführt werden, da kurzfristige Wetteränderungen nicht ausgeschlossen sind.