Ganzjahrestourismus wird immer wichtiger für Österreichs Wirtschaft
Die Wirtschaftskammer zeigt aktuelle Tourismusdaten: 25% der Nächtigungen finden bereits in Nebensaisonen statt, reale Umsätze sinken jedoch.
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat ihre neue Ausgabe der Broschüre "Tourismus in Zahlen" veröffentlicht und dabei sowohl erfreuliche Entwicklungen als auch Herausforderungen für eine der wichtigsten Branchen des Landes aufgezeigt. Die umfassende Datensammlung verdeutlicht den bedeutenden Beitrag von Tourismus und Freizeitwirtschaft für Wachstum, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung in Österreich.
"Der österreichische Tourismus ist ein stabiler Motor der Wirtschaft und entwickelt sich immer stärker zum Ganzjahrestourismus", erklärt Susanne Kraus-Winkler, Bundesspartenobfrau der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der WKÖ. Diese positive Entwicklung stärke sowohl Betriebe als auch Arbeitsplätze und Regionen und bestätige die starke Position des heimischen Tourismus im europäischen Wettbewerb.
Dennoch zeigt die aktuelle Analyse auch strukturelle Probleme auf: Trotz gestiegener Preise und höherer nominaler Umsätze sind die realen Umsätze unter Berücksichtigung der Inflationsrate um 1,5 Prozent gesunken. "Die positive Nachfrageentwicklung kommt nicht im gleichen Ausmaß bei der Ertragslage der Betriebe an", so Kraus-Winkler. Steigende Kosten und die geopolitische Lage bleiben zentrale Herausforderungen für die Branche.
Eine besonders erfreuliche Entwicklung zeigt sich beim Trend zum Ganzjahrestourismus. Bereits rund 25 Prozent aller Nächtigungen finden mittlerweile in den Nebensaisonen statt. Diese Saisonentzerrung bringt neue Chancen mit sich, stellt die Betriebe aber auch vor veränderte Anforderungen.
"Die daraus resultierende Nachfragebasis sorgt für höhere Auslastung, bedeutet für viele Betriebe jedoch längere Betriebszeiten und einen höheren Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das gesamte Jahr hinweg", analysiert die Branchenvertreterin. Obwohl nicht jede Region und jeder Betrieb ganzjahresfähig sei, zeige diese Entwicklung deutlich in die richtige Richtung.
Die verstärkte Saisonentzerrung ist ein wesentlicher Bestandteil der "Vision T", der Tourismus-Strategie des Bundes. In deren Rahmen wurden bereits mehrere Workshops durchgeführt, deren Ergebnisse auch in die aktuelle Datenauswertung eingeflossen sind. Eine umfassende 360-Grad-Analyse lieferte zusätzliche Erkenntnisse für die Strategieentwicklung.
Ein weiterer positiver Trend zeigt sich bei den Qualitätsindikatoren: Die Nachfrage verlagert sich zunehmend in Richtung höherwertiger Beherbergungsangebote. Diese Entwicklung unterstreicht den strategischen Fokus auf Qualität, Wertschöpfung und nachhaltige Positionierung des österreichischen Tourismus.
"Wir gratulieren allen Betrieben und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement und ihrer Qualität Österreich erneut als führende Gastgebernation in Europa positioniert haben", würdigt Kraus-Winkler die Leistungen der Branche.
Die neue Broschüre "Tourismus in Zahlen" wurde gemeinsam mit der Statistik Austria erstellt und bietet eine fundierte Analyse langfristiger Entwicklungen im österreichischen Tourismus. "Wie jedes Jahr haben wir die wichtigsten Kennzahlen aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft kompakt zusammengetragen und übersichtlich aufbereitet", erläutert Kraus-Winkler.
Die Online-Broschüre enthält aktuelle Entwicklungen, zentrale Trends und fundierte Einblicke in die Branche, die anschaulich dargestellt und laufend aktualisiert werden. Sie steht digital zur Verfügung und soll eine faktenbasierte Grundlage für unternehmerische Entscheidungen und wirtschaftspolitische Weichenstellungen bieten.
"Mit klarer Orientierung und gezielten Maßnahmen startet die Branche zuversichtlich in die kommende Sommersaison 2026", zeigt sich Kraus-Winkler optimistisch. Die vorliegenden Daten sollen dabei helfen, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen und den österreichischen Tourismus weiter zu stärken.
Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Leitbranchen Österreichs und trägt erheblich zur Wirtschaftsleistung bei. Sowohl Sommer- als auch Wintersaison tragen zur positiven Bilanz bei, wobei sich der Trend zum Ganzjahrestourismus verstärkt. Diese Entwicklung ist besonders wichtig für die regionale Wertschöpfung und die Schaffung ganzjähriger Arbeitsplätze.
Die aktuellen Herausforderungen durch Inflation und steigende Kosten zeigen jedoch, dass die Branche trotz positiver Nachfrageentwicklung mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat. Die Fokussierung auf Qualitätstourismus und höherwertige Angebote soll dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Wertschöpfung zu steigern.
Die neue Ausgabe von "Tourismus in Zahlen" ist ab sofort digital verfügbar und bietet allen Interessierten einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen im österreichischen Tourismus.