Tiroler Ehepaar setzt sich gegen über 1.300 nominierte Podcasts durch
Nach über 55.000 Stimmen stehen die Gewinner des Ö3-Podcast-Awards fest. Das Tiroler Ehepaar Sarah und Stefan Ager gewinnt mit \
Die österreichische Podcast-Landschaft hat ihre diesjährigen Champions gekürt: Bei den Ö3-Podcast-Awards 2026 sicherte sich das Tiroler Ehepaar Sarah und Stefan Ager mit ihrem Format "Liebreizend Extreme" den ersten Platz. Nach einem beeindruckenden Voting-Prozess mit über 55.000 abgegebenen Stimmen und rund 1.300 nominierten Podcasts stehen nun die Sieger in allen Kategorien fest.
Der Erfolg von "Liebreizend Extreme" ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und wachsender Beliebtheit. Das Tiroler Ehepaar Sarah und Stefan Ager startete vor drei Jahren mit dem Ö3-Newcomer-Award, erreichte vor zwei Jahren Platz 7, im vergangenen Jahr bereits Platz 3 und krönte nun ihre Erfolgsgeschichte mit dem Hauptpreis.
In ihrem wöchentlichen Podcast sprechen die beiden über ihren Alltag mit Zwillings-Kleinkindern, den herausfordernden Spagat zwischen Eltern- und Partnerschaft und darüber, wie man trotz allem noch Träume verwirklichen kann. "Wir haben geträumt und gehofft. Dass wir das jetzt geschafft haben und dass unsere Community bei unseren Diskussionen dabei ist, das ist überwältigend", zeigten sich die Gewinner sichtlich bewegt.
Den zweiten Platz eroberte ein Format, das zeigt, dass auch Nischentthemen erfolgreich sein können: Stefan Sonntagbauer aus Oberösterreich überzeugte mit seinem Horror-Podcast "Dr. Horror". Als Kulturwissenschaftler beschäftigt sich Sonntagbauer auch beruflich mit Horrorforschung und war bis zur Bandauflösung Bassist der Rockband "Krautschädl".
"Horror ist nicht nur zum Gruseln, sondern sagt uns auch viel darüber, was es heißt, Mensch zu sein", erklärt der Podcaster seine Motivation. Sein kreatives und originelles Format beweist, dass spezialisierte Inhalte durchaus ein breites Publikum finden können.
Bronze ging an "Ketchup With A Friend" von den Salzburgerinnen Stefanie Harms und Sophia Plätzer. Ihr Erfolg ist besonders bemerkenswert, da es den Podcast erst seit knapp einem Jahr gibt – ein echter Sprung von null auf Platz drei. Das Format reiht sich in den Trend der sogenannten "Laberpodcasts" ein, die bereits im vergangenen Jahr als meistgehört galten.
Die beiden Podcasterinnen nahmen den Award sprachlos entgegen: "Wir haben mit gar nichts gerechnet und haben uns auf gut Glück beworben." Ihr spontaner Erfolg zeigt, wie schnell authentische Formate in der österreichischen Podcast-Szene Fuß fassen können.
Als beliebtester Newcomer-Podcast wurde "Zwischenton" von der Oberösterreicherin Helene Eder ausgezeichnet. In ihrem Format erzählt sie "leise Geschichten von Menschen, die leicht übersehen werden". Die Themenpalette ist dabei bewusst vielfältig: Von Vätern in männerdominierten Branchen, die über ihre Elternkarenz berichten, über Hochwasser-Betroffene bis hin zu Jakobsweg-Pilgerinnen.
"Ich bin vor zwei Jahren an ME/CFS erkrankt und habe seither gelernt, anders zuzuhören. Ich habe gemerkt, dass jeder eine Geschichte hat, die es wert ist, gehört zu werden", erklärt Helene Eder ihre Podcast-Philosophie.
Der Ö3-Corporate-Award ging an "Am Berufungsort" vom Roten Kreuz Niederösterreich. Der Podcast gewährt exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Rettungsorganisation – von Rettungsdienst und Katastrophenhilfe über soziale Dienste bis hin zu innovativen Projekten wie der Telemedizin.
"Mit dem Podcast zeigen wir die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf. Der Award ist deshalb eine Auszeichnung für sie", nahm Florian Schodritz gemeinsam mit seinen Kolleginnen Medea Thiery und Christine Werner-Pickart den Award entgegen.
Die Top 20 der österreichischen Podcasts spiegeln die Vielfalt der heimischen Szene wider. Neben Gesellschaftsformaten wie dem Sieger-Podcast finden sich Wissensformate wie "Erklär mir die Welt" von Andreas Sator auf Platz 4, Interview-Podcasts wie "VON NIX KOMMT NIX" von Julian Friedl auf Platz 5 oder Comedy-Formate wie "TimpelTime Backstage Brunch" von Radio 88.6 auf Platz 8.
Auch spezialisierte Inhalte sind stark vertreten: Sportpodcasts wie "BlackFM.at" oder "STADT LAND STADION", True-Crime-Formate wie "Mörderisches Österreich" und Gesundheitsthemen in Podcasts wie "MACH ES! gesund" oder "Von wegen Pause" zeigen die thematische Bandbreite.
Der diesjährige Award bestätigt mehrere Trends in der österreichischen Podcast-Landschaft. Zum einen dominieren weiterhin die sogenannten "Laberpodcasts" – authentische Gesprächsformate, in denen über alltägliche Themen gesprochen wird. Zum anderen zeigt sich, dass auch Nischentthemen wie Horror oder spezialisierte Corporate-Podcasts erfolgreich sein können.
Bemerkenswert ist auch die Geschwindigkeit, mit der neue Formate etablierte Positionen erreichen können, wie das Beispiel von "Ketchup With A Friend" eindrucksvoll beweist.
Die Verleihung der Ö3-Podcast-Awards unterstreicht die wachsende Bedeutung des Mediums Podcast in Österreich. Mit über 55.000 abgegebenen Stimmen zeigt sich das große Interesse der Hörerinnen und Hörer an heimischen Produktionen.
Die Gewinner-Interviews sind zum Nachhören auf ORF Sound verfügbar, und Ö3-Moderatorin Jana Petrik präsentiert die Top 20 Podcasts Österreichs in der Spezialsendung "Treffpunkt Podcast". Die Vielfalt der Formate und die Qualität der eingereichten Beiträge zeigen, dass die österreichische Podcast-Szene lebendig und innovativ ist.
Für die Podcast-Community bedeuten die Awards nicht nur eine Auszeichnung für geleistete Arbeit, sondern auch Ansporn für weitere kreative Projekte. Die Erfolgsgeschichte von "Liebreizend Extreme" zeigt dabei exemplarisch, dass Kontinuität und Authentizität in der Podcast-Welt belohnt werden.