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Österreichs Hotellerie unter Druck: März schwächer als erwartet

Trotz guter Februar-Zahlen meldet die Branche Buchungsrückgang

26. März 2026 um 09:12
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Nach einem soliden Februar mit 5,1 Prozent Nächtigungsplus kämpft die österreichische Hotellerie mit einem schwachen März und strukturellen Problemen.

Die österreichische Hotellerie blickt mit gemischten Gefühlen auf die aktuellen Nächtigungszahlen. Während der Februar mit 18,09 Millionen Nächtigungen und einem Plus von 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr durchaus erfreulich ausfiel, trüben sich die Aussichten für März erheblich ein. Aus allen Bundesländern wird eine spürbare Buchungszurückhaltung gemeldet – eine Entwicklung, die durch den prognostizierten Wettereinbruch vor und zu Ostern zusätzlich verstärkt werden dürfte.

Kalendereffekt beeinflusst Vergleichbarkeit

Bei der Bewertung der Februar-Zahlen muss allerdings ein wichtiger kalenderbedingte Faktor berücksichtigt werden. Die Faschingswoche, eine der stärksten Buchungswochen der Wintersaison, lag 2025 im März, heuer jedoch im Februar. Diese Verschiebung beeinflusst die Vergleichbarkeit der Monatsentwicklung maßgeblich und trägt zur besseren Performance im Februar bei, während der März entsprechend unter Druck gerät.

"Der März entwickelt sich insgesamt deutlich schwächer als erwartet. Österreichweit sehen wir eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungen – und das in einer Phase, in der wir eigentlich Planungssicherheit brauchen", erklärt Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Buchungen werden immer kurzfristiger getätigt oder im Zweifel gar nicht vorgenommen.

Uneinheitliches Osterbild in den Bundesländern

Die Buchungssituation rund um das Osterfest zeigt ein stark differenziertes Bild je nach Region. Während Tirol eine gute Buchungslage meldet und Oberösterreich solide Buchungen verzeichnet, präsentiert sich die Steiermark mit einer soliden bis verhaltenen Buchungslage. Besonders schwach entwickeln sich hingegen die Buchungen in Niederösterreich und Wien.

"Insgesamt zeigt sich österreichweit ein klarer Trend: Die wetterabhängige Kurzfristigkeit der Buchungen nimmt weiter zu und erschwert die Planbarkeit für die Betriebe erheblich", betont Imlauer. Ein guter Monat wie der Februar könne durch einen schwachen März sehr schnell wieder relativiert werden.

Strukturwandel statt echtes Wachstum

Eine detaillierte Analyse der Nächtigungsstatistiken offenbart, dass das scheinbare Wachstum sehr ungleich verteilt ist. Die stärksten Zuwächse verzeichnen gewerbliche Ferienwohnungen und Campingplätze – Segmente, die seit über einem Jahrzehnt als klare Wachstumstreiber im österreichischen Tourismus fungieren.

Konkrete Entwicklungen seit 2012:

  • Gewerbliche Ferienwohnungen: Plus 134,5 Prozent (20,96 Millionen Nächtigungen)
  • Campingplätze: Plus 65,1 Prozent (8,77 Millionen Nächtigungen)
  • 5- und 4-Stern-Hotels: Plus 17,4 Prozent (55,55 Millionen Nächtigungen)
  • 3-Stern-Hotels: Minus 0,4 Prozent (27,45 Millionen Nächtigungen)
  • 2- und 1-Stern-Hotels: Minus 5,1 Prozent (9,98 Millionen Nächtigungen)

Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich nicht um ein breites Wachstum der gesamten Branche handelt, sondern um eine strukturelle Verschiebung innerhalb der Beherbergung. Ferienwohnungen und Campingplätze sind jedoch strukturell nicht mit der klassischen Hotellerie vergleichbar – weder in ihren Kostenstrukturen noch in ihren personellen Anforderungen.

Wirtschaftlicher Druck bleibt bestehen

"Ein Großteil des Wachstums findet somit außerhalb der klassischen Hotellerie statt. Diese Entwicklung darf nicht als Erfolg für die gesamte Branche interpretiert werden", warnt Imlauer. Mehr Nächtigungen bedeuteten nicht automatisch bessere Geschäfte – für die meisten Hotelbetriebe bleibe die Lage angespannt.

Die Branche steht weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Bereits in den vergangenen Jahren haben verschiedene Faktoren die Betriebe erheblich belastet:

Hauptbelastungsfaktoren:

  • Steigende Energiekosten
  • Höhere Rohstoff- und Warenpreise
  • Wachsende Personalkosten
  • Unsichere Zinsentwicklung
  • Geopolitische Unsicherheit

Die Betriebsergebnisse und realen Umsätze sind gesunken. Aufgrund der geopolitischen Lage wird dieser Kostendruck nun erneut zur größten Herausforderung. Hinzu kommt die zunehmend volatile Nachfrage, die eine verlässliche Planung personell, finanziell und betrieblich immer schwieriger macht.

Forderungen nach politischen Entlastungen

Die Branche fordert nun konkrete politische Maßnahmen zur Entlastung. "Jetzt ist der Zeitpunkt für echte Entlastungen, unsere Nachbarländer machen es vor", betont Imlauer und verweist auf die unterschiedlichen Steuersätze bei Nächtigungen:

  • Deutschland: 7 Prozent
  • Schweiz: 3,8 Prozent
  • Österreich: 10 Prozent

"Österreich liegt mit 10 Prozent deutlich darüber und verliert damit weiter an Wettbewerbsfähigkeit", kritisiert der Hotellerie-Obmann. Gleichzeitig fordert er steuerfreie Überstunden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit ihnen mehr Netto vom Brutto bleibt.

Ausblick: Nachhaltige Verbesserung nicht in Sicht

"Dieser zusätzliche Verdienst fließt unmittelbar in den Konsum zurück und muss daher nicht gegengerechnet werden. Nur mit solchen Maßnahmen kann eine echte Trendumkehr in der Branche gelingen", argumentiert Imlauer. Einzelne gute Monate änderten nichts an der Gesamtlage – die Hotellerie bleibe unter massivem Druck und eine nachhaltige Verbesserung sei derzeit nicht in Sicht.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass die österreichische Hotellerie vor grundlegenden Herausforderungen steht. Während die Nächtigungszahlen auf den ersten Blick positiv erscheinen, offenbart sich bei genauerer Betrachtung ein komplexeres Bild mit strukturellen Verschiebungen und anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen. Die Branche hofft nun auf politische Unterstützung, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu stärken und langfristig stabilere Geschäftsbedingungen zu schaffen.

Schlagworte

#Hotellerie#Tourismus#Nächtigungen#Wirtschaftskammer#Österreich

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