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EU hilft KTM-Mitarbeitern mit 1,8 Millionen Euro

Globalisierungsfonds unterstützt Umschulung von 420 ehemaligen Beschäftigten

26. März 2026 um 11:51
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Nach der größten Insolvenz Oberösterreichs erhalten frühere KTM-Mitarbeiter EU-Unterstützung für Weiterbildung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Die Insolvenz des Motorradherstellers KTM hat Oberösterreich schwer getroffen - nun kommt Hilfe aus Brüssel. Das Europäische Parlament hat heute die Auszahlung von 1,8 Millionen Euro aus dem EU-Globalisierungsfonds beschlossen, um 420 ehemalige KTM-Mitarbeiter bei der Umschulung und Weiterbildung zu unterstützen.

Größte Insolvenz in Oberösterreichs Geschichte

Die Pleite von KTM gilt als die bisher größte Unternehmensinsolvenz in der Geschichte Oberösterreichs. Der traditionsreiche Motorradhersteller aus Mattighofen beschäftigte zuletzt mehrere tausend Mitarbeiter und war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Die Insolvenz hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Belegschaft, sondern auch auf zahlreiche Zulieferbetriebe und die lokale Wirtschaftsstruktur.

"Die Insolvenz von KTM hat die Wirtschaftslandschaft in Oberösterreich erschüttert und uns vor Augen geführt, welche schlimmen Folgen unternehmerische Fehleinschätzungen haben können", erklärt Angelika Winzig, oberösterreichische Europaabgeordnete und Wirtschafts- und Arbeitsmarktsprecherin der ÖVP im Europaparlament.

EU-Globalisierungsfonds als Rettungsanker

Der Europäische Globalisierungsfonds (EGF) wurde geschaffen, um Arbeitnehmer zu unterstützen, die durch strukturelle Veränderungen der Weltwirtschaft oder durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben. Im Fall von KTM übernimmt der Fonds 60 Prozent der Gesamtkosten für die Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Die Gesamtkosten für die Unterstützung der 420 ehemaligen KTM-Mitarbeiter belaufen sich auf gut drei Millionen Euro. Davon übernimmt die EU 1,8 Millionen Euro, während die restlichen 1,2 Millionen Euro von österreichischer Seite getragen werden müssen.

Konkrete Unterstützungsmaßnahmen

Die EU-Mittel sollen gezielt für verschiedene Maßnahmen zur Wiedereingliederung der betroffenen Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt eingesetzt werden:

  • Berufliche Umschulungsprogramme in zukunftsträchtigen Branchen
  • Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifikationserweiterung
  • Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche und Bewerbungscoaching
  • Beratung für potenzielle Unternehmensgründer unter den ehemaligen Mitarbeitern

Bedeutung für die Region Innviertel

Die EU-Unterstützung ist nicht nur für die einzelnen betroffenen Arbeitnehmer von Bedeutung, sondern für die gesamte Region. Das Innviertel, in dem KTM seinen Hauptsitz hatte, ist stark von der Automobilindustrie und deren Zulieferern geprägt. Die schnelle Wiedereingliederung qualifizierter Fachkräfte in den Arbeitsmarkt kann dazu beitragen, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen.

"Das trägt dazu bei, dass die Menschen in der Region schneller wieder einen Arbeitsplatz finden, und davon profitiert das ganze Innviertel", betont Europaabgeordnete Winzig. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass qualifizierte Fachkräfte die Region verlassen und anderswo Arbeit suchen.

EU-Solidarität in der Krise

Die Bewilligung der EU-Mittel für die KTM-Mitarbeiter ist ein Beispiel für europäische Solidarität in Krisenzeiten. Der Globalisierungsfonds wurde bereits in verschiedenen anderen Fällen aktiviert, wenn große Unternehmen Insolvenz anmelden mussten oder massive Stellenstreichungen vorgenommen haben.

"Die EU ist eben doch da, wenn man sie braucht", fasst Winzig die Bedeutung der Unterstützung zusammen. Diese Hilfe kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da der Arbeitsmarkt bereits durch verschiedene wirtschaftliche Herausforderungen belastet ist.

Verfahren und Zeitplan

Die heute vom Europäischen Parlament beschlossene Auszahlung markiert einen wichtigen Meilenstein im Verfahren. Österreich hatte den Antrag auf Unterstützung aus dem Globalisierungsfonds bereits vor mehreren Monaten gestellt. Nach einer eingehenden Prüfung durch die Europäische Kommission wurde der Antrag positiv bewertet und zur Abstimmung an das Parlament weitergeleitet.

Die betroffenen ehemaligen KTM-Mitarbeiter können nun darauf hoffen, dass die Unterstützungsmaßnahmen zeitnah anlaufen. Die konkrete Umsetzung liegt in der Verantwortung der österreichischen Behörden, insbesondere des Arbeitsmarktservice (AMS) und der Wirtschaftskammer.

Lehren aus der KTM-Insolvenz

Die KTM-Insolvenz hat auch grundsätzliche Fragen über die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft aufgeworfen. Große Arbeitgeber in strukturschwachen Regionen sind besonders systemrelevant, da ihr Wegfall massive Auswirkungen auf die gesamte lokale Wirtschaft haben kann.

Die EU-Unterstützung ist ein wichtiger Baustein zur Bewältigung der Krise, kann aber die strukturellen Herausforderungen nicht vollständig lösen. Langfristig wird es darauf ankommen, die Wirtschaftsstruktur in der Region zu diversifizieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Die 1,8 Millionen Euro aus dem EU-Globalisierungsfonds sind somit nicht nur eine finanzielle Hilfe, sondern auch ein Signal der Solidarität und des Vertrauens in die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der österreichischen Arbeitnehmer und der Wirtschaft im Innviertel.

Schlagworte

#KTM#EU-Globalisierungsfonds#Oberösterreich#Arbeitsmarkt#Insolvenz

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