WKNÖ und FiW NÖ fordern rasche Beschlussfassung der Initiative
Monatliche Wochengeld-Auszahlung und 550 Euro Betriebszuschuss sollen selbstständige Mütter während des Mutterschutzes entlasten.
Selbstständige Frauen in Österreich stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn sie Mutterschaft und Unternehmertum vereinbaren müssen. Eine neue Initiative von Frau in der Wirtschaft Österreich und der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) soll nun spürbare Verbesserungen bringen. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) und Frau in der Wirtschaft NÖ unterstützen die Pläne und fordern eine rasche parlamentarische Beschlussfassung.
Die geplanten Neuerungen umfassen zwei zentrale Verbesserungen für Unternehmerinnen im Mutterschutz. Erstens soll das Wochengeld künftig monatlich statt in anderen Intervallen ausbezahlt werden. Diese Änderung ermöglicht eine deutlich bessere finanzielle Planung und reduziert gleichzeitig den bürokratischen Aufwand erheblich.
Zweitens ist die Einführung eines Betriebszuschusses von 550 Euro vorgesehen. Dieser Zuschuss soll dabei helfen, laufende Betriebskosten während des Wochengeldbezugs teilweise abzufedern. Dazu gehören beispielsweise Sozialversicherungsbeiträge oder Kosten für Hilfskräfte, die den Betrieb während der Abwesenheit der Unternehmerin aufrechterhalten.
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker betont die besondere Situation selbstständiger Frauen: "Selbstständige Frauen schultern doppelte Verantwortung – für Betrieb und Familie. Umso wichtiger ist es, ihnen in dieser Lebensphase organisatorische und finanzielle Sicherheit zu geben." Die Initiative sei ein wichtiges Signal an alle Frauen, die unternehmerisch tätig sind und gleichzeitig Familie leben wollen.
Diese doppelte Belastung stellt viele Unternehmerinnen vor erhebliche Probleme. Während angestellte Frauen während des Mutterschutzes ihre Arbeit pausieren können, müssen selbstständige Frauen oft weiterhin für ihren Betrieb sorgen oder teure Vertretungen organisieren. Die laufenden Kosten wie Miete, Versicherungen oder Löhne für Mitarbeiter bleiben bestehen, auch wenn die Unternehmerin selbst nicht arbeiten kann.
Vera Sares, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft NÖ, unterstreicht die weitreichende Bedeutung der geplanten Maßnahmen: "Die Kombination von Unternehmertum und Mutterschaft erfordert viel Organisation und Kraft. Eine monatliche Auszahlung und der geplante Zuschuss wären echte Entlastungen, die den Fortbestand vieler Betriebe sichern helfen."
Durch diese Verbesserungen werde die Selbstbestimmung und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Unternehmerinnen gestärkt. Dies ist besonders wichtig, da viele Frauen ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen, wenn sie keine ausreichende Unterstützung während der Mutterschaft erhalten. Der Verlust erfahrener Unternehmerinnen schadet nicht nur den betroffenen Frauen selbst, sondern auch der gesamten Wirtschaft.
Die aktuellen Pläne sind das Ergebnis langjähriger Bemühungen. Unternehmerinnenverbände fordern bereits seit Jahren Verbesserungen beim Mutterschutz für Selbstständige. Die bisherigen Regelungen wurden oft als unzureichend und praxisfern kritisiert.
Besonders problematisch war bisher die unregelmäßige Auszahlung des Wochengeldes, die eine vernünftige Finanzplanung erschwerte. Viele Unternehmerinnen mussten in Vorleistung gehen oder Kredite aufnehmen, um ihre laufenden Kosten zu decken. Der zusätzliche Betriebszuschuss war bisher gar nicht vorgesehen, obwohl die Betriebskosten während des Mutterschutzes weiterlaufen.
Die Initiative geht auf Martha Schultz zurück, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Gemeinsam mit der Sozialversicherung der Selbständigen hat sie die Vorschläge erarbeitet. Nun wird die Initiative in den parlamentarischen Prozess eingebracht.
Wirtschaftskammer NÖ und Frau in der Wirtschaft NÖ appellieren eindringlich an eine rasche Beschlussfassung. "Ich hoffe, dass das Parlament diesen Vorschlag rasch aufgreift und beschließt", so WKNÖ-Präsident Ecker. Die Verbesserungen werden schon lange gefordert und sollen endlich bei den betroffenen Unternehmerinnen ankommen.
Die geplanten Maßnahmen haben auch eine volkswirtschaftliche Dimension. Wenn mehr Frauen ihre Selbstständigkeit auch während der Familiengründung aufrechterhalten können, profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort. Erfahrene Unternehmerinnen bleiben dem Markt erhalten, Arbeitsplätze werden gesichert und Innovation wird gefördert.
"Jede Maßnahme, die die Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie stärkt, ist ein Gewinn – für die Frauen, für ihre Betriebe und für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich", sind sich Ecker und Sares einig.
Die Umsetzung der geplanten Verbesserungen hängt nun vom parlamentarischen Prozess ab. Wenn die Initiative erfolgreich beschlossen wird, könnten die neuen Regelungen bereits in naher Zukunft in Kraft treten und tausenden selbstständigen Frauen in ganz Österreich zugutekommen.
Für viele Unternehmerinnen wären die monatliche Wochengeld-Auszahlung und der Betriebszuschuss von 550 Euro eine erhebliche Erleichterung. Sie könnten sich während des Mutterschutzes besser auf ihre Familie konzentrieren, ohne sich ständig Sorgen um die Finanzierung ihres Betriebs machen zu müssen.
Die Initiative zeigt auch, dass die Interessenvertretungen der Wirtschaft die besonderen Herausforderungen von Unternehmerinnen ernst nehmen und konkrete Lösungen entwickeln. Dies ist ein wichtiges Signal für alle Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit erwägen oder bereits unternehmerisch tätig sind.