Internationale Roma-Tag-Veranstaltung thematisiert Online-Rassismus
Das österreichische Parlament lädt am 8. April 2026 zu einer wichtigen Diskussion über Antiziganismus und Minderheitenschutz im Internet.
Am 8. April 2026 rückt das österreichische Parlament ein brennendes gesellschaftliches Thema in den Fokus: Anlässlich des Internationalen Roma-Tages veranstaltet Nationalratspräsident Walter Rosenkranz eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema "Hass im Netz. Minderheitenschutz(los)?". Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im Lokal 2 | Elise Richter des Parlaments.
Die Veranstaltung widmet sich einem Problem, das in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat: Rassismus und Antiziganismus im digitalen Raum. Roma, die größte ethnische Minderheit Europas, sind besonders häufig von stereotypen Darstellungen und Hassbotschaften im Internet betroffen. Diese digitale Diskriminierung verstärkt bereits bestehende gesellschaftliche Vorurteile und erschwert die Integration dieser wichtigen europäischen Volksgruppe.
Der Internationale Roma-Tag, der jährlich am 8. April begangen wird, soll die Roma als wesentlichen Bestandteil Europas sichtbar machen und ihre reiche Kultur sowie Geschichte würdigen. In Österreich leben schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Roma und Sinti, die als anerkannte Volksgruppe besonderen Schutz genießen.
Als Keynote-Speakerin konnte die renommierte Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig gewonnen werden. Brodnig gilt als eine der führenden Expertinnen für digitale Kommunikation und Online-Hass in Österreich. Sie hat mehrere Bücher zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft verfasst und beschäftigt sich intensiv mit Falschinformationen und Hassrede im Internet.
Im Anschluss an ihren Vortrag wird Brodnig mit hochrangigen Expertinnen und Experten diskutieren. Auf dem Podium werden stehen:
Die Veranstaltung erhält durch die Teilnahme der Bereichssprecherinnen und Bereichssprecher für Volksgruppen aller Parlamentsfraktionen eine wichtige politische Dimension. In einer geplanten Interviewrunde werden sie ihre Positionen zum Minderheitenschutz in der digitalen Ära darlegen.
Eröffnet wird die Veranstaltung vom Zweiten Nationalratspräsidenten Peter Haubner. Einleitende Worte sprechen Gärtner-Horvath und sein Stellvertreter Andreas Sarközi. Die für Volksgruppen zuständige Ministerin Claudia Bauer wird eine Videobotschaft übermitteln.
Österreich hat als Mitglied der Europäischen Union eine besondere Verantwortung für den Schutz der Roma. Die EU-Roma-Strategie 2020-2030 zielt darauf ab, Gleichberechtigung, Inklusion und Teilhabe zu fördern. Dazu gehört auch der Kampf gegen Antiziganismus in all seinen Formen.
Der Volksgruppenbeirat der Roma fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen der Roma-Gemeinschaft und der österreichischen Politik. Er berät die Regierung in allen Angelegenheiten, die die Roma betreffen, und setzt sich für die Wahrung ihrer Rechte ein.
Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen für den Minderheitenschutz mit sich. Hassrede verbreitet sich in sozialen Medien oft viral und erreicht binnen Stunden ein Millionenpublikum. Stereotype und Vorurteile werden durch Algorithmen verstärkt, die ähnliche Inhalte bevorzugt ausspielen.
Der Österreichische Presserat spielt eine wichtige Rolle bei der Selbstregulierung der Medien. Er entwickelt Standards für eine respektvolle Berichterstattung über Minderheiten und ahndet Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse.
Die Justiz steht vor der Herausforderung, angemessen auf digitale Hassrede zu reagieren. Das österreichische Strafrecht kennt verschiedene Tatbestände, die bei Hasspostings zur Anwendung kommen können, von der Verhetzung bis zur üblen Nachrede. Die Staatsanwaltschaft hat in den letzten Jahren ihre Kompetenzen in diesem Bereich ausgebaut.
Markus Berghammer wird aus seiner Praxis berichten und aufzeigen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, aber auch wo die Grenzen der Strafverfolgung liegen. Internationale Kooperation ist oft notwendig, da viele Plattformen ihren Sitz im Ausland haben.
Die Veranstaltung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Studien zeigen, dass Hassrede gegen Minderheiten im Internet zunimmt. Dies betrifft nicht nur Roma, sondern alle marginalisierten Gruppen. Der Schutz der Menschenwürde im digitalen Raum ist zu einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe geworden.
Die Diskussion wird zeigen, welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um Roma und andere Minderheiten besser vor Online-Hass zu schützen. Dabei geht es sowohl um technische Lösungen als auch um Bewusstseinsbildung und Aufklärung.
Medienvertreterinnen und Medienvertreter können sich über die Website des Parlaments für die Veranstaltung anmelden. Die Diskussion verspricht wichtige Impulse für den gesellschaftlichen Dialog über Minderheitenschutz in der digitalen Ära zu liefern.
Die Veranstaltung unterstreicht das Engagement des österreichischen Parlaments für die Rechte von Minderheiten und zeigt, dass der Kampf gegen Diskriminierung auch im digitalen Zeitalter eine zentrale Aufgabe bleibt. Der Internationale Roma-Tag bietet dafür den passenden Rahmen, um über konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation zu diskutieren.