Neue Alternative zu Festgeld mit bis zu 3,10% Zinsen verfügbar
Die Arbeiterkammer Wien bietet nun einen Vergleichsrechner für Bundesschätze an - eine spannende Alternative zu Festgeldkonten.
Die Arbeiterkammer Wien hat ihren beliebten Bankenrechner um eine neue Funktion erweitert: Ab sofort können Sparer:innen auch Bundesschätze – also österreichische Staatsanleihen – direkt vergleichen und sich über deren Konditionen informieren. Diese Erweiterung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem viele Menschen nach sicheren Anlagealternativen mit attraktiven Zinsen suchen.
Bundesschätze sind Staatsanleihen der Republik Österreich, die sich Privatpersonen direkt sichern können. Sie funktionieren ähnlich wie Kapitalsparbücher oder Festgeldkonten: Man legt einen bestimmten Betrag für eine festgelegte Laufzeit an und erhält dafür garantierte Zinsen. Der große Unterschied liegt darin, dass hier der österreichische Staat als direkter Schuldner auftritt.
"Bundesschätze sind am ehesten mit Festgeldkonten oder Festgeldsparbüchern vergleichbar", erklärt Christian Prantner, Konsument:innenschutzexperte der AK Wien. Zusätzlich zu den normalen Bundesschätzen gibt es auch grüne, nachhaltige Varianten, bei denen das Kapital in umweltfreundliche Projekte in Österreich fließt.
Die aktuellen Zinssätze für Bundesschätze können sich durchaus sehen lassen: Je nach gewählter Laufzeit sind bis zu 3,10 Prozent für zehn Jahre möglich. Die Staffelung beginnt bei 1,95 Prozent für einen Monat und steigt kontinuierlich an. Bei den grünen Bundesschatzscheinen liegen die Fixzinsen zwischen 2,15 Prozent für sechs Monate und 2,5 Prozent für vier Jahre.
Ein besonderer Vorteil: Anders als bei vielen Bankangeboten, die mit hohen Zinsen für Neukund:innen werben und diese nach kurzer Zeit drastisch senken, bleiben die Zinssätze bei Bundesschätzen über die gesamte Laufzeit fix. Das schafft Planungssicherheit für Sparer:innen.
Ein großer Pluspunkt der Bundesschätze liegt in der transparenten und günstigen Kostenstruktur. Es fallen keinerlei Konto- und Depotkosten an, auch Transaktionsgebühren gibt es keine. Dies macht Bundesschätze besonders für kleinere Anlagebeträge interessant.
Allerdings gibt es einen wichtigen steuerlichen Unterschied zu herkömmlichen Sparprodukten: Da Bundesschätze rechtlich als Wertpapiere gelten, unterliegen sie der Kapitalertragssteuer (KESt) von 27,5 Prozent. Bei klassischen Sparzinsen beträgt die KESt hingegen nur 25 Prozent. "Wer vergleicht, sollte immer die Nettorendite im Auge behalten wegen der unterschiedlichen Kapitalertragssteuer", rät Experte Prantner.
Die Flexibilität bei den Laufzeiten ist bemerkenswert: Normale Bundesschätze können zwischen einem Monat und zehn Jahren abgeschlossen werden. Die grünen Bundesschätze haben eine etwas geringere Bandbreite von sechs Monaten bis vier Jahren.
Die Kontoeröffnung gestaltet sich unkompliziert: Sie kann entweder mittels ID-Austria online oder über den klassischen Postweg erfolgen. Dies macht Bundesschätze auch für weniger technikaffine Sparer:innen zugänglich.
Ein wichtiger Aspekt, den potenzielle Käufer:innen beachten sollten: Bundesschätze unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung, wie sie bei Sparbüchern üblich ist. Der Grund liegt in ihrer rechtlichen Einordnung als Wertpapiere. Dennoch sind sie als äußerst sicher einzustufen, da die Republik Österreich direkt haftet. "Ein sicherer Schuldner ist in Österreich kaum denkbar", betont die AK.
Wer vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit an sein Geld möchte, kann Bundesschätze vorzeitig auflösen – allerdings nicht kostenlos. Für jeden noch verbleibenden Monat der ursprünglich gewählten Laufzeit werden 0,05 Prozent Liquiditätskosten vom Zinssatz abgezogen.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht diese Regelung: Löst jemand einen einjährigen Bundesschatz mit drei Prozent Zinsen nach neun Monaten auf, bleiben noch drei Monate der ursprünglichen Laufzeit übrig. Dafür werden 0,15 Prozent (3 x 0,05 Prozent) abgezogen, sodass sich die Verzinsung auf 2,85 Prozent pro Jahr reduziert.
Der neue AK-Vergleichsrechner macht deutlich, wie sich Bundesschätze gegenüber Bankprodukten schlagen. Aktuelle Festgeldkonten bieten für sechs Monate zwischen einem und 1,9 Prozent Zinsen, für drei Jahre zwischen 0,125 und 2,6 Prozent, für vier Jahre zwischen zwei und 2,5 Prozent und für zehn Jahre zwischen 1,7 und 2,3 Prozent.
Besonders bei längeren Laufzeiten können Bundesschätze oft die Nase vorn haben. Zudem bieten sie eine größere Zinsgarantie, da die Konditionen nicht von einzelnen Banken abhängen, die ihre Zinspolitik jederzeit ändern können.
Mit den grünen Bundesschatzscheinen richtet sich die Republik Österreich auch an umweltbewusste Anleger:innen. Das eingesetzte Kapital fließt gezielt in nachhaltige Projekte innerhalb Österreichs. Zwar sind die Zinssätze hier etwas niedriger als bei den normalen Bundesschätzen, dafür können Anleger:innen aber sicher sein, dass ihr Geld einen positiven ökologischen Beitrag leistet.
Der neue Bundesschätze-Vergleich ist über die Website www.bankenrechner.at/bundesschatz erreichbar und bietet eine übersichtliche Darstellung aller verfügbaren Konditionen. Nutzer:innen können verschiedene Laufzeiten und Anlagebeträge durchrechnen und so die für sie optimale Variante finden.
Die Arbeiterkammer Wien sieht in diesem neuen Service einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung österreichischer Verbraucher:innen. In Zeiten niedriger Sparzinsen bei gleichzeitig steigender Inflation gewinnen alternative Anlageformen wie Bundesschätze an Bedeutung.
Bundesschätze stellen eine durchaus interessante Alternative zu herkömmlichen Sparprodukten dar, besonders für Anleger:innen, die Wert auf Sicherheit und fixe Zinsen legen. Die Vorteile liegen in der hohen Sicherheit, den attraktiven Fixzinsen und dem Wegfall von Spesen. Nachteile sind die höhere Kapitalertragssteuer und die Kosten bei vorzeitigem Ausstieg.
Die neue Vergleichsmöglichkeit der AK Wien macht es österreichischen Sparer:innen nun einfacher, eine fundierte Entscheidung zwischen verschiedenen Anlagealternativen zu treffen. Gerade in der aktuellen Zinssituation kann sich ein genauer Blick auf Bundesschätze lohnen.