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Elisabeth Steinkellner erhält Christine-Nöstlinger-Preis 2026

Österreichische Autorin wird für ihre poetische Kinder- und Jugendliteratur geehrt

2. April 2026 um 09:41
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Die 1981 geborene Autorin Elisabeth Steinkellner wird 2026 mit dem renommierten Christine-Nöstlinger-Preis ausgezeichnet.

Die österreichische Autorin Elisabeth Steinkellner wird 2026 mit dem Christine-Nöstlinger-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung wird von der Stadt Wien Kultur, Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam vergeben. Die Bekanntgabe erfolgt in einem symbolisch bedeutsamen Jahr: 2026 hätte die Namensgeberin des Preises, Christine Nöstlinger, ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Eine würdige Preisträgerin für ein besonderes Jahr

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler würdigte Elisabeth Steinkellner als Autorin, die "wie wenige in poetischer Sprache Lebenswelten eröffnet". Sie schaffe Figuren, die ihre Leserinnen und Leser auf eine literarische Reise mitnehmen und dabei gesellschaftliche Themen wie Flucht, Demenz oder Genderdiversität mit einem Ton verbinden, "der ernst nimmt und auf Augenhöhe bleibt, bewegt und dennoch zum Lachen bringt".

Die Auszeichnung wird seit 2021 jährlich von einer fachkundigen Jury vergeben. Steinkellner reiht sich damit in die Liste renommierter Preisträgerinnen und Preisträger ein, zu denen Verena Hochleitner (2025), Heinz Janisch (2024), Lilly Axster (2023), Linda Wolfsgruber (2022) und Michael Roher (2021) gehören.

Fortsetzung von Christine Nöstlingers Erbe

Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz, die Töchter der verstorbenen Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger, sehen in Steinkellner eine würdige Preisträgerin. Sie betonen, dass die Autorin "jene Haltung weiterleben lässt, für die unsere Mutter Christine Nöstlinger stand: Ein empathischer Blick auf die Lebensrealität junger Menschen und der Mut, ihnen auch vermeintlich schwierige Themen in einer ehrlichen, zugewandten und witzigen Sprache zuzumuten".

Besonders hervorgehoben wird Steinkellners sensibler Zugang zu den inneren Welten junger Menschen. Ihre Bücher zeichnen sich durch die differenzierte Darstellung von Gefühlen wie Unsicherheit, Angst oder Selbstzweifel aus, wodurch ihre Figuren vielschichtig und authentisch wirken. Die reduzierte, zugleich poetische Sprache mit bildhaften Elementen lasse dabei Raum für eigene Interpretation.

Moderne emanzipatorische Jugendliteratur

Steinkellners literarisches Werk behandelt zentrale Themen wie Identität, Anderssein, Zugehörigkeit, Freundschaft und Verlust – ganz in der Tradition Christine Nöstlingers. Ihre Mädchen- und Frauenbilder heben sich wohltuend vom gängigen Mainstream ab, wobei die Sprache ihrer Protagonistinnen schlagfertig, selbstbewusst und witzig ist.

Alexander Potyka, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbandes, sieht in der Auszeichnung die Ehrung einer Autorin, "die der Kinder- und Jugendliteratur in Österreich eine unverwechselbare Stimme verleiht". Ihre Texte verbinden literarische Sensibilität mit gesellschaftlicher Relevanz und zeigen, "wie kraftvoll Sprache sein kann, wenn sie junge Menschen ernst nimmt".

Elisabeth Steinkellners Werdegang

Elisabeth Steinkellner wurde 1981 geboren und wuchs im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Ihre literarische Arbeit blieb nicht unbemerkt: Steinkellner erhielt bereits mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter den Feldkircher Lyrikpreis, den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Outstanding Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur. 2026 wurde sie sowohl für den Hans Christian Andersen Award als auch für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert – zwei der international wichtigsten Preise im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.

Ihre Bücher sind mittlerweile in zwölf Sprachen erschienen, was die internationale Anerkennung ihres Schaffens unterstreicht. Heute lebt die Autorin in Baden bei Wien.

Persönliche Verbindung zu Christine Nöstlinger

Steinkellner selbst hat eine tiefe persönliche Verbindung zu Christine Nöstlingers Werk. Sie erinnert sich an ihre Kindheit: "Was mir sofort in den Sinn kommt, wenn ich an die Bücher von Christine Nöstlinger denke, die ich in meiner Kindheit vorgelesen bekommen und später selbst gelesen habe: der Witz und Humor und dass wir manchmal alle beim Zuhören lachen mussten, die ganze Familie."

Besonders beeindruckt war sie davon, dass Nöstlingers Bücher "in 'meiner' Sprache verfasst waren, der Sprache, die ich tatsächlich gesprochen habe – allein dadurch war mir, als befände ich mich mitten im Geschehen". Die lebensnahen Figuren mit ihren Macken und Schrulligkeiten, die nie perfekt waren, sondern mal verständnisvoll, mal ungeduldig, mal liebevoll, mal aufbrausend, haben sie geprägt.

Bedeutung des Christine-Nöstlinger-Preises

Der Christine-Nöstlinger-Preis zeichnet Menschen aus, die Kindern und all jenen, die sonst nicht gehört werden, eine Stimme geben. Der Preis würdigt Autorinnen und Autoren, die deren Perspektive einnehmen und so einen Beitrag leisten, "deren Leben ein Stück gerechter zu gestalten".

Die Entscheidung über die Auszeichnung fällt eine unabhängige Fachjury, die aus drei Mitgliedern besteht, welche von den Trägern des Preises nominiert werden. 2026 setzte sich die Jury aus Stefanie Schlögl (Geschäftsführung Institut für Jugendliteratur), Linda Wolfsgruber (Illustratorin, freischaffende Künstlerin und Autorin) und Andrea Zsutty (Direktorin Verein ZOOM Kindermuseum) zusammen.

Gesellschaftliche Relevanz in herausfordernden Zeiten

Die Verleihung des Preises an Elisabeth Steinkellner kommt zu einem Zeitpunkt, da Orientierung und Empathie in der Gesellschaft wichtiger denn je sind. Ihr literarisches Werk setzt ein starkes Zeichen für Offenheit, Zugewandtheit und literarische Qualität. Steinkellners Bücher eröffnen Perspektiven, schaffen Identifikationsräume und laden dazu ein, die Welt in ihrer Vielfalt zu begreifen.

Mit der Auszeichnung wird eine Autorin geehrt, die einen modernen Beitrag zur emanzipatorischen Jugendliteratur liefert und Christine Nöstlingers humanistisches Erbe überzeugend weiterträgt. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Themen wie Diversität, Inklusion und Gerechtigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen, zeigt Steinkellners Werk, wie Literatur junge Menschen dabei unterstützen kann, sich in einer komplexen Welt zu orientieren.

Die Verleihung des Christine-Nöstlinger-Preises 2026 an Elisabeth Steinkellner ist somit nicht nur die Ehrung einer herausragenden Autorin, sondern auch ein Bekenntnis zu einer Literatur, die Kinder und Jugendliche ernst nimmt und ihnen dabei hilft, ihre eigene Stimme zu finden.

Schlagworte

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