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Österreich verlängert strategische Gasreserve bis 2029

Hattmannsdorfer präsentiert zweistufigen Plan für Versorgungssicherheit

3. April 2026 um 08:12
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Wirtschaftsminister legt konkreten Plan zur Verlängerung der strategischen Gasreserve vor. Österreich mit 35,5% Füllstand gut positioniert.

Österreich setzt weiterhin auf eine starke strategische Gasreserve als zentrales Element der Versorgungssicherheit. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat einen konkreten Plan zur Verlängerung der strategischen Gasreserve bis April 2029 vorgelegt, der bereits in der koalitionsinternen Koordinierung liegt.

Solide Ausgangslage nach dem Winter

Mit einem aktuellen Füllstand von 35,5 Prozent verfügt Österreich über eine solide Ausgangsbasis nach der vergangenen Heizsaison. "Versorgungssicherheit hat oberste Priorität. Gerade in einem volatilen internationalen Umfeld braucht es klare politische Entscheidungen und verlässliche Vorsorgeinstrumente", betonte Hattmannsdorfer bei der Präsentation seines Plans.

Die strategische Gasreserve umfasst derzeit 20 TWh, was etwa 25 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs Österreichs entspricht. Damit zählt das Land im europäischen Vergleich zur Spitzengruppe bei strategischen Gasreserven. Nur wenige Länder wie Lettland verfügen über ähnlich hohe Absicherungsniveaus gemessen am Jahresverbrauch.

Zweistufiger Plan für die Verlängerung

Der von Hattmannsdorfer vorgelegte Plan sieht zwei konkrete Schritte vor:

  • Verlängerung der bestehenden Reserve um zwei Jahre, wofür ein Beschluss im Hauptausschuss erforderlich ist
  • Frühzeitige und langfristige Kapazitätsbuchungen zur Reduktion der Kosten

"Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen", erklärte der Wirtschaftsminister. Die derzeitige Reserve ist bis zum 1. April 2027 vorgesehen. Um die benötigten Speicherkapazitäten zu sichern und Kosten zu sparen, sei rasches Handeln geboten, da jede Verzögerung Geld koste.

Gesamtstaatliches Sicherheitskonzept

Die Bundesregierung bekennt sich geschlossen zur strategischen Gasreserve als gesamtstaatliches Interesse. "Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten gilt: auf dem Rücken der Versorgungssicherheit darf nicht gespart werden. Eine derartige Reserve sehe ich als staatliche Verantwortung", unterstrich Hattmannsdorfer.

Die Reserve ist dabei kein isoliertes Instrument, sondern Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Begleitend gibt es verpflichtend zu erfüllende Gasversorgungsstände zur Belieferung von geschützten Kunden wie Haushalten. Das österreichische Modell wird mittlerweile auch von anderen Ländern als Vorbild betrachtet.

Deutschland prüft österreichisches Modell

Auf europäischer Ebene zeigt sich zunehmend die Wichtigkeit strategischer Vorsorge. Deutschland prüft aktuell den Aufbau einer eigenen strategischen Gasreserve nach österreichischem Modell. Mehrere Mitgliedstaaten haben bereits den Wert solcher staatlicher Instrumente erkannt.

Die Europäische Kommission hat die Mitgliedstaaten ausdrücklich dazu aufgerufen, die Gasspeicher rechtzeitig für den kommenden Winter zu befüllen – ein klarer Hinweis darauf, dass Österreich mit seinem Kurs auf dem richtigen Weg liegt.

Volatile Energiemärkte erfordern Vorsorge

Die aktuelle Preissituation auf den internationalen Energiemärkten verdeutlicht, dass Versorgungssicherheit kein Selbstläufer ist, sondern das Ergebnis vorausschauender Politik. Die hohe Attraktivität der österreichischen Speicherkapazitäten unterstreicht die Bedeutung raschen und vorausschauenden Handelns zur langfristigen Absicherung der Versorgungssicherheit.

"Nationale Vorsorge ist entscheidend – aber der europäische Energiemarkt funktioniert nur gemeinsam", betonte Hattmannsdorfer. Deshalb brauche es eine abgestimmte Vorgehensweise auf EU-Ebene, um Preise zu stabilisieren und zu verhindern, dass sich Mitgliedsstaaten gegenseitig Gas oder Speicherkapazitäten abwerben.

Energiepolitik als Sicherheitspolitik

Die Gasversorgung hat sich seit 2022 grundlegend verändert. Österreich ist heute breit diversifiziert – insbesondere durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe aus den USA und dem Vereinigten Königreich. Gleichzeitig bestehen weiterhin Abhängigkeiten von globalen Märkten und geopolitischen Entwicklungen.

"Energiepolitik ist längst Sicherheitspolitik. Wer Versorgungssicherheit will, braucht belastbare Instrumente – Speicher und strategische Reserven ebenso wie klare gesetzliche Rahmenbedingungen", fasste Hattmannsdorfer zusammen.

Jetzt geht es um die Speicherbefüllung

Der nächste wichtige Schritt ist die Befüllung der Gasspeicher bis zum Beginn der kommenden Heizsaison. Mit der geplanten Verlängerung der strategischen Gasreserve bis 2029 setzt Österreich ein klares Signal für langfristige Planungssicherheit in der Energieversorgung.

Gerade strategische Reserven gewinnen in Zeiten volatiler Preise zusätzlich an Bedeutung und schaffen Stabilität sowie Planbarkeit für das gesamte Energiesystem. Die österreichische Vorreiterrolle in diesem Bereich könnte künftig noch mehr europäische Partner zu ähnlichen Maßnahmen inspirieren.

Schlagworte

#Gasreserve#Versorgungssicherheit#Hattmannsdorfer#Energiepolitik#Gasspeicher

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