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KI-Revolution im Handel: Jeder Zweite will künftig sparen

Generation Z treibt den KI-Shopping-Boom voran

9. April 2026 um 08:42
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52% der jungen Österreicher nutzen bereits KI-Tools beim Einkaufen. Bis 2030 könnte Agentic AI 15% des europäischen Onlinehandels abwickeln.

Künstliche Intelligenz verändert das Einkaufsverhalten der Österreicher fundamental. Während bereits 11% der Bevölkerung regelmäßig KI-Tools beim Shopping einsetzen, zeigt eine aktuelle Studie des Handelsverbands ein enormes Wachstumspotenzial: Die Hälfte aller Konsumenten möchte künftig verstärkt auf intelligente Systeme setzen – vor allem um Geld zu sparen.

Die repräsentative Umfrage von Reppublika Research unter 1.014 Personen offenbart einen klaren Trend: KI entwickelt sich vom technischen Zusatzfeature zum unverzichtbaren Einkaufsassistenten. Besonders beeindruckend ist die Prognose einer Strategy&-Studie, wonach bis 2030 bereits 15% des europäischen Onlinehandels durch sogenannte "Agentic AI" – vollautomatische KI-Agenten – abgewickelt werden könnte.

Generation Z als Treiber der digitalen Revolution

Die Jugend macht es vor: 52% der Generation Z (18-28 Jahre) nutzen bereits regelmäßig KI-Features beim Shopping – fast doppelt so viele wie im Bevölkerungsschnitt (27%). Im krassen Gegensatz dazu stehen die Baby Boomer und Golden Agers, von denen nur 13% auf intelligente Einkaufshilfen setzen.

"Der österreichische Handel steht vor einem Paradigmenwechsel", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. "Bereits mehr als ein Zehntel der Bevölkerung nutzt häufig KI-Tools beim Einkauf. Immerhin 22% nehmen regelmäßig bewusst wahr, dass in Webshops KI-Technologien eingesetzt werden."

Sparen steht im Fokus der Verbraucher

Das Ranking der beliebtesten KI-Anwendungen zeigt deutlich: Österreicher wollen vor allem Geld sparen. Die Preis- und Rabatt-Optimierung führt mit 50% die Wunschliste an, gefolgt von KI-Produktempfehlungen (20%) und automatisierten Einkaufslisten (14%).

Bereits heute nutzen Konsumenten verschiedene KI-gestützte Services:

  • 23% verwenden KI-gestützte Suchfunktionen
  • 21% setzen auf personalisierte Produktempfehlungen
  • 20% nutzen Preis- und Rabatt-Scanner
  • 15% greifen auf KI-Chatbots in Onlineshops zurück
  • 4% haben bereits automatische Einkäufe durch KI-Agenten durchführen lassen

Geschlechterunterschiede bei der KI-Akzeptanz

Interessant sind die unterschiedlichen Herangehensweisen von Männern und Frauen: Männer entsprechen eher dem Klischee der höheren Technik-Affinität, während Frauen sich zurückhaltender zeigen und stärker auf Sicherheits- und Vertrauensaspekte fokussieren.

49% der Frauen äußern Bedenken bezüglich des Verlustes an menschlicher Kontrolle, 41% sorgen sich um den Datenschutz. Bei Männern liegen diese Werte niedriger: nur 42% bzw. 35% teilen diese Bedenken.

Agentic AI: Die Zukunft des autonomen Shoppings

Besonders spannend ist die Entwicklung der "Agentic AI" – KI-Systeme, die vollständig autonom agieren können. Diese intelligenten Agenten können selbstständig Produkte suchen, Preise vergleichen, Artikel auswählen und sogar Zahlungen tätigen. Während derzeit nur 4% der Österreicher diese Technologie nutzen, zeigt sich bei der Generation Z bereits deutlich mehr Interesse: 24% können sich vorstellen, künftig einen KI-Agenten ihre Einkäufe erledigen zu lassen.

"KI hilft schon heute den Menschen, schneller passende Produkte zu finden, Preise zu vergleichen und bessere Kaufentscheidungen zu treffen", betont Will. "Laut unserem Consumer Check erwarten bereits 32% der Befragten, dass KI ihre Kaufentscheidungen beim Online-Shopping schon in den nächsten zwei Jahren stark beeinflussen wird."

Vertrauen als Schlüssel zum Erfolg

Trotz des erkennbaren Potenzials bleibt eine große Herausforderung: das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen. Während sich digital affine jüngere Nutzer bereits überzeugt zeigen, verhält sich die ältere Mehrheit noch abwartend. In der Gesamtbevölkerung können sich nur 12% vorstellen, künftig einen KI-Agenten Einkäufe erledigen zu lassen – bei den Baby Boomern sind es sogar nur 5%.

"Für den Handel ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag", erklärt der Handelsverbands-Geschäftsführer. "KI-Anwendungen sollten gezielt dort eingesetzt werden, wo sie echten Mehrwert bieten – etwa beim Preisvergleich, bei der Produktsuche oder in der digitalen Beratung. Entscheidend ist, dass die Systeme transparent, verständlich und freiwillig nutzbar sind."

Ausblick: Chancen für den österreichischen Handel

Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Der österreichische Handel steht vor grundlegenden Veränderungen. Händler, die frühzeitig auf vertrauensvolle und transparente KI-Lösungen setzen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern. Besonders wichtig wird es sein, die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen zu berücksichtigen.

Erfolgreich werden vor allem jene Lösungen sein, die nachvollziehbare Empfehlungen liefern und den Konsumenten die Kontrolle über ihre Kaufentscheidungen lassen. Der Schlüssel liegt in der Balance zwischen technologischer Innovation und menschlicher Kontrolle – eine Herausforderung, die den Handel in den kommenden Jahren prägen wird.

Methodik der Studie

Die repräsentative Umfrage wurde von Reppublika Research im März 2026 unter 1.014 Personen in Österreich durchgeführt und bietet einen umfassenden Einblick in das aktuelle und zukünftige KI-Shopping-Verhalten der österreichischen Bevölkerung.

Schlagworte

#Künstliche Intelligenz#E-Commerce#Handel#Generation Z#Konsumverhalten

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