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ORF Thema: Asbest-Gefahr im Burgenland und Pflegenotstand

Investigative Dokumentation beleuchtet Gesundheitsrisiken und gesellschaftliche Herausforderungen

10. April 2026 um 10:42
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ORF Thema zeigt am 13. April Asbest-Problematik in burgenländischen Steinbrüchen und Probleme der 24-Stunden-Betreuung auf.

Am Montag, dem 13. April 2026, widmet sich das ORF-Magazin "Thema" um 21.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON drei hochaktuellen gesellschaftlichen Problemfeldern. Moderator Christoph Feurstein präsentiert investigative Beiträge zu Asbest-Funden im Burgenland, der prekären Situation in der 24-Stunden-Betreuung und innovativen Projekten gegen Dorfsterben.

Asbest-Alarm im Burgenland: Unsichtbare Gefahr in der Landschaft

"Überall finde ich Steine, die wahrscheinlich Asbest enthalten und das macht mir Angst", beschreibt Julia Stipsits aus Hackerberg ihre Sorgen während eines Spaziergangs mit ihrem Hund. Die Bewohnerin des Burgenlandes bringt die Ängste vieler Menschen in der Region auf den Punkt, nachdem die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf ein gravierendes Asbest-Problem aufmerksam gemacht hat.

Die Situation eskalierte im Jänner dieses Jahres, als die Behörden vier Steinbrüche im Burgenland schließen mussten. Der Grund: In dem dort abgebauten Gesteinsmaterial wurde ein erhöhter Asbestgehalt festgestellt. Diese Entdeckung hat weitreichende Konsequenzen für die Region und wirft Fragen zur Sicherheit der Bevölkerung auf.

Die unsichtbare Bedrohung

Asbest galt jahrzehntelang als Wunderstoff der Bauindustrie. Das mineralische Material wurde aufgrund seiner feuerfesten Eigenschaften und seiner Beständigkeit in unzähligen Bereichen eingesetzt. Doch die vermeintlichen Vorteile entpuppten sich als tödliche Falle: Bei der Freisetzung entstehen mikroskopisch kleine Fasern, die beim Einatmen schwere Lungenkrankheiten wie Asbestose oder Mesotheliom verursachen können.

Bereits 1990 reagierte Österreich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse und verbot die Verwendung von Asbest vollständig. Doch natürlich vorkommender Asbest in Gesteinen stellt weiterhin eine Herausforderung dar, wie die aktuellen Funde im Burgenland zeigen.

Die ORF-Journalisten Laura Mlakar und Oliver Rubenthaler haben für "Thema" intensiv zu dieser Problematik recherchiert und beleuchten sowohl die gesundheitlichen Risiken als auch die Maßnahmen der Behörden zum Schutz der Bevölkerung.

24-Stunden-Betreuung: Familien am Limit

"Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange ich das noch schaffe", gesteht René Bizour offen. Der Mann kümmert sich gemeinsam mit einem Pfleger aus Rumänien rund um die Uhr um seinen 86-jährigen Vater. Seine Situation steht exemplarisch für Tausende Familien in Österreich, die vor enormen Herausforderungen in der häuslichen Pflege stehen.

Die 24-Stunden-Betreuung zu Hause ist für den Staat deutlich kostengünstiger als die Unterbringung in einem Pflegeheim. Diese Rechnung geht jedoch auf Kosten der Angehörigen, die sowohl finanzielle als auch psychische Belastungen tragen müssen. Die Politik profitiert von diesem System, während die Familien oft an ihre Grenzen stoßen.

Der Wunsch nach vertrauter Umgebung

Für die 32-jährige Christine ist die vertraute Umgebung am Familienhof aufgrund ihres Autismus besonders wichtig. Ihr Fall zeigt, dass häusliche Betreuung nicht nur eine Kostenfrage ist, sondern oft die beste Lösung für die Betroffenen darstellt.

Diese Präferenz ist weit verbreitet: Eine aktuelle Umfrage des Market-Instituts ergab, dass 81 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher den Wunsch haben, im Falle der Pflegebedürftigkeit zu Hause betreut zu werden. Dieser Wunsch kollidiert jedoch häufig mit den finanziellen und organisatorischen Realitäten.

Forderungen nach fairer Finanzierung

Familien und Trägerorganisationen fordern eine gerechtere Finanzierung der häuslichen Pflege. Sie argumentieren, dass die derzeitige Situation eine versteckte Subvention des Pflegesystems durch private Familien darstellt. Das Sozialministerium hat als Reaktion auf diese Kritik Verbesserungen in Aussicht gestellt, konkrete Details bleiben jedoch abzuwarten.

Die ORF-Reporter Matteo Glaser und Andrea Poschmaier haben die verschiedenen Perspektiven dieser komplexen Thematik beleuchtet und zeigen sowohl die menschlichen Schicksale als auch die politischen Dimensionen auf.

Kampf gegen das Dorfsterben: Innovative Lösungsansätze

Wenn das letzte Lebensmittelgeschäft schließt, die Geschäfte verschwinden und die jungen Menschen abwandern, wird es in ländlichen Gemeinden einsam. Dieses Phänomen des Dorfsterbens betrifft viele Regionen Österreichs, doch es gibt auch hoffnungsvolle Gegenbeispiele.

Schmidatal: Kampf gegen den Leerstand

In der Region Schmidatal in Niederösterreich herrscht ein Leerstand von zwölf Prozent. Die Initiative "Landschaftspark Schmidatal" hat sich zum Ziel gesetzt, Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer dazu zu bewegen, leerstehende Gebäude wieder zu nutzen. Dieser proaktive Ansatz soll der schleichenden Verödung entgegenwirken.

Dimbach: Ein Dorf schreibt Erfolgsgeschichte

In Dimbach in Oberösterreich erkannte man bereits vor 20 Jahren die Gefahr des Dorfsterbens. Als Tankstelle, Lagerhaus und Bäckerei verschwanden, läuteten bei den Bewohnern die Alarmglocken. "Als dann auch der Lebensmittelhändler aufhören wollte, haben wir gewusst, dass wir etwas tun müssen", erinnert sich Andreas Schwaighofer vom Dorferneuerungsverein "Die Saat geht auf".

Die Dimbacher nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand und entwickelten kreative Lösungen. Ihr Erfolg zeigt, dass Dorfsterben kein unabwendbares Schicksal ist, sondern durch gemeinschaftliches Engagement und innovative Ideen bekämpft werden kann.

Oliver Rubenthaler und Matteo Glaser dokumentieren für "Thema" diese inspirierenden Beispiele des Zusammenhalts und zeigen auf, wie ländliche Gemeinden ihre Zukunft aktiv gestalten können.

Journalismus mit gesellschaftlicher Relevanz

Die drei Beiträge der "Thema"-Sendung vom 13. April demonstrieren die Bandbreite gesellschaftlicher Herausforderungen in Österreich. Von Umwelt- und Gesundheitsrisiken über Pflegenotstand bis hin zu demografischen Problemen in ländlichen Gebieten spannt sich der Bogen aktueller Themen.

Das ORF-Magazin "Thema" unter der Leitung von Christoph Feurstein hat sich seit Jahren als wichtige Plattform für investigativen Journalismus etabliert. Die Sendung behandelt regelmäßig Themen, die direkt das Leben der Menschen in Österreich betreffen und oft von anderen Medien vernachlässigt werden.

Die Kombination aus gründlicher Recherche, persönlichen Geschichten und gesellschaftlicher Analyse macht "Thema" zu einem wichtigen Baustein der österreichischen Medienlandschaft. Die Sendung zeigt, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk eine wesentliche Rolle bei der Aufklärung und Information der Bevölkerung spielt.

"Thema" ist am Montag, dem 13. April 2026, um 21.10 Uhr in ORF 2 zu sehen und steht auch auf der Streaming-Plattform ORF ON zur Verfügung. Die Sendung bietet Zuschauern die Möglichkeit, sich über wichtige gesellschaftliche Entwicklungen zu informieren und verschiedene Perspektiven zu aktuellen Problemen kennenzulernen.

Schlagworte

#ORF#Thema#Asbest#Burgenland#24-Stunden-Betreuung#Dorfsterben#Christoph Feurstein#Gesundheit#Pflege

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