Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus im Fokus
Der Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen wählte Gerald Netzl erneut zum Vorsitzenden und setzt verstärkt auf Demokratieschutz.
Der Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen hat am vergangenen Samstag in seiner Bundeskonferenz einen neuen Vorstand gewählt. Dr. Gerald Netzl wurde dabei als Vorsitzender bestätigt und führt die Organisation bereits seit 2022.
Der neu gewählte Bundesvorstand, bestehend aus Vertretern der neun Landesverbände, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Schutz von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie der entschiedene Kampf gegen das Aufflammen von Antisemitismus und Rechtsextremismus in der österreichischen Gesellschaft.
Diese Themenschwerpunkte spiegeln die aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen wider, die eine verstärkte Aufmerksamkeit für antifaschistische Arbeit erfordern. Die FreiheitskämpferInnen sehen sich als wichtige Stimme im Kampf gegen antidemokratische Tendenzen.
Als Ehrengast war SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim anwesend, der in seiner Rede die bedeutsame Rolle der FreiheitskämpferInnen sowohl innerhalb der SPÖ als auch für das gesamte Land hervorhob. Seine Anwesenheit unterstreicht die enge Verbindung zwischen der sozialdemokratischen Partei und der antifaschistischen Organisation.
Den inhaltlichen Höhepunkt der Konferenz bildete ein Round Table mit hochkarätigen Diskussionsteilnehmern. AK-Präsidentin Renate Anderl, SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur und Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz sowie DÖW-Leiter Andreas Kranebitter diskutierten über aktuelle Herausforderungen im Bereich der Erinnerungsarbeit und des Antifaschismus.
Die Teilnahme von Andreas Kranebitter, dem Leiter des Dokumentationszentrums des österreichischen Widerstandes (DÖW), brachte wichtige wissenschaftliche Expertise in die Diskussion ein. Das DÖW gilt als eine der führenden Institutionen für die Erforschung und Dokumentation des Nationalsozialismus und des Widerstandes in Österreich.
Im Rahmen der Konferenz wurde die höchste Auszeichnung der FreiheitskämpferInnen, die Otto-Bauer-Plakette, an zwei verdiente Persönlichkeiten verliehen. AK-Präsidentin Renate Anderl und dem ehemaligen DÖW-Leiter Gerhard Baumgartner wurde diese besondere Ehre zuteil.
Die Otto-Bauer-Plakette ist nach dem österreichischen Politiker und Theoretiker Otto Bauer benannt, der als einer der führenden Vertreter des Austromarxismus gilt. Die Auszeichnung würdigt besondere Verdienste im Kampf für Demokratie und gegen faschistische Tendenzen.
Renate Anderl, die als Präsidentin der Arbeiterkammer Wien eine der einflussreichsten Positionen in der österreichischen Arbeiterbewegung innehat, erhielt die Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement für soziale Gerechtigkeit und demokratische Werte. Ihre Arbeit geht weit über gewerkschaftliche Belange hinaus und umfasst auch den Einsatz für Menschenrechte und gegen Diskriminierung.
Gerhard Baumgartner, der ehemalige Leiter des Dokumentationszentrums des österreichischen Widerstandes, wurde für seine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit zur Aufarbeitung der NS-Zeit ausgezeichnet. Unter seiner Leitung hat das DÖW wichtige Forschungsprojekte durchgeführt und zur Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus beigetragen.
Die Wiederwahl Netzls und die Themenschwerpunkte der Konferenz spiegeln die wachsende Sorge über antidemokratische Tendenzen in der Gesellschaft wider. Antisemitismus und Rechtsextremismus erleben in verschiedenen europäischen Ländern ein beunruhigendes Comeback, was die Arbeit von Organisationen wie den FreiheitskämpferInnen umso wichtiger macht.
Die Organisation sieht sich in der Tradition des österreichischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und versteht ihre Aufgabe darin, die Erinnerung an die Opfer des Faschismus wachzuhalten und gleichzeitig gegen neue Formen der Demokratiegefährdung anzukämpfen.
Die Arbeit der FreiheitskämpferInnen umfasst nicht nur die Betreuung von Zeitzeugen und die Pflege der Erinnerung an den Widerstand, sondern auch aktive Bildungsarbeit. Durch Veranstaltungen, Publikationen und Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen soll das Bewusstsein für die Gefahren totalitärer Ideologien geschärft werden.
Der Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen ist eine Teilorganisation der SPÖ und vereint Menschen, die sich dem Kampf gegen Faschismus und für demokratische Werte verschrieben haben. Die Organisation gliedert sich in neun Landesverbände und ist österreichweit aktiv.
Zu den Mitgliedern zählen sowohl Überlebende der NS-Zeit und deren Nachkommen als auch Menschen, die sich aus politischer Überzeugung dem Antifaschismus verpflichtet fühlen. Die Arbeit der Organisation umfasst Gedenkarbeit, politische Bildung und aktuelle politische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen.
Unter der fortgesetzten Führung von Gerald Netzl will sich die Organisation verstärkt den aktuellen Herausforderungen stellen. Dazu gehört nicht nur die traditionelle Erinnerungsarbeit, sondern auch die Auseinandersetzung mit neuen Formen des Extremismus und der Demokratiefeindlichkeit.
Das Motto \"Niemals vergessen – Wachsam bleiben gegen Rechts\" fasst die Grundhaltung der Organisation zusammen und macht deutlich, dass die Lehren aus der Vergangenheit für die Gegenwart nutzbar gemacht werden sollen.
Die FreiheitskämpferInnen sehen sich als wichtigen Akteur in der österreichischen Zivilgesellschaft und wollen auch in Zukunft eine starke Stimme gegen antidemokratische Tendenzen bleiben. Die Wiederwahl des bewährten Vorstandes signalisiert Kontinuität in dieser wichtigen Arbeit.