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VÖPE kritisiert Ausschluss aus Bablers Wohn-Gremium

Projektentwickler fordern Mitsprache in der Wohnpolitik

13. April 2026 um 06:31
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Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler zeigt sich verwundert über ihre fehlende Einbindung in das neue Wohn-Gremium von Minister Babler.

Die österreichische Wohnpolitik steht vor großen Herausforderungen – von der Dekarbonisierung des Wohnbestands bis hin zu neuen Mietsystemen. Wohnminister Andreas Babler hat daher ein beratendes Wohn-Gremium eingerichtet, das vergangenen Donnerstag erstmals zusammentrat. Doch ausgerechnet eine zentrale Branche wurde dabei übersehen: die privaten Projektentwickler.

Positive Reaktion auf neues Gremium

Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) begrüßt grundsätzlich die Einrichtung des neuen beratenden Wohn-Gremiums. "Es ist positiv, dass nach längerer Vorlaufzeit endlich ein strukturierter Dialog angestoßen wird", erklärt VÖPE-Präsident Andreas Köttl. Die Einbindung relevanter Stakeholder in wohnpolitische Entscheidungsprozesse sei eine langjährige Kernforderung der Branche gewesen.

Das Gremium soll als zentrale Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren der Wohnwirtschaft dienen und Minister Babler bei wichtigen wohnpolitischen Entscheidungen beraten. Zahlreiche Organisationen aus Politik, Forschung und Zivilgesellschaft wurden zur Teilnahme eingeladen.

Verwunderung über fehlende Einbindung

Mit deutlicher Verwunderung reagiert die VÖPE jedoch auf ihre Nicht-Berücksichtigung bei der Zusammensetzung des Gremiums. "Gerade wir als Projektentwickler tragen wesentlich dazu bei, dass neuer Wohnraum tatsächlich entsteht", betont Köttl. "Umso ungewöhnlicher ist es, dass wir nicht eingeladen wurden."

Die VÖPE vertritt die größten Projektentwickler Österreichs und sieht sich als unverzichtbaren Partner für eine praxisnahe Wohnpolitik. Schließlich sind es die privaten Projektentwickler, die Wohnbauprojekte planen, finanzieren und letztendlich realisieren.

Expertise bei großen Herausforderungen gefragt

Besonders vor dem Hintergrund der anstehenden wohnpolitischen Aufgaben erscheint der Ausschluss der Projektentwickler problematisch. Das Gremium soll sich mit verschiedenen komplexen Themen auseinandersetzen:

  • Dekarbonisierung des bestehenden Wohnbestands
  • Evaluierung und Weiterentwicklung bestehender Mietsysteme
  • Initiativen gegen Wohnungsleerstand
  • Schaffung von leistbarem Wohnraum

"Eine fundierte und praxisnahe Wohnpolitik kann nur im Schulterschluss mit jenen Akteuren gelingen, die Projekte planen, finanzieren und realisieren", argumentiert der VÖPE-Präsident. Die Perspektive der Projektentwicklung sei bei diesen Themen unverzichtbar.

Forderung nach rascher Erweiterung

Die VÖPE spricht sich daher für eine rasche Erweiterung des Gremiums aus. "Wir stehen jederzeit zur Verfügung, unsere Expertise einzubringen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die großen Herausforderungen im Wohnbereich zu entwickeln", so Köttl abschließend.

Die Vereinigung betont dabei ihre Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit. Als Interessensvertretung der Branche und unabhängige Kompetenzstelle will sie bei der Mitgestaltung neuer Gesetze, Normen und Verordnungen mitwirken – sei es im Baurecht, Steuerrecht oder Mietrecht.

Hintergrund zur VÖPE

Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler wurde 2020 gegründet und versteht sich als gemeinsame Stimme der österreichischen Projektentwickler. Sie fungiert als Interessensvertretung und Sprachrohr der Branche und bringt ihre Expertise in politische Entscheidungsprozesse ein.

Die Organisation setzt sich für eine moderne und zukunftsorientierte Wohnbaupolitik ein, die sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt. Dabei steht die Schaffung von leistbarem Wohnraum ebenso im Fokus wie die Dekarbonisierung des Bausektors.

Ausblick auf künftige Entwicklungen

Es bleibt abzuwarten, ob Minister Babler auf die Kritik der VÖPE reagieren und das Gremium entsprechend erweitern wird. Die Einbindung der Projektentwickler könnte durchaus sinnvoll sein, da diese über umfassende Praxiserfahrung in der Realisierung von Wohnbauprojekten verfügen.

Gleichzeitig zeigt die Diskussion, wie komplex die österreichische Wohnlandschaft ist und wie viele verschiedene Akteure an der Schaffung von Wohnraum beteiligt sind. Ein erfolgreicher Dialog zwischen allen Stakeholdern wird entscheidend dafür sein, ob die ambitionierten wohnpolitischen Ziele der Regierung erreicht werden können.

Die kommenden Sitzungen des Wohn-Gremiums werden zeigen, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren entwickelt und ob die Stimme der Projektentwickler letztendlich doch noch Gehör findet.

Schlagworte

#Wohnpolitik#VÖPE#Andreas Babler#Projektentwicklung#Wohnbau

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