EU-Abgeordneter Hauser will Transparenz über Krisenszenarien
Gerald Hauser (FPÖ) hinterfragt ein Planspiel von 2015, das eine Ernährungskrise für 2020-2030 simulierte. Er fordert Aufklärung über EU-Beteiligung.
Der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser hat angekündigt, eine parlamentarische Anfrage zur EU-Beteiligung an internationalen Planspielen im Ernährungsbereich zu stellen. Anlass ist das Simulationsspiel "Food Chain Reaction", das im November 2015 in Washington stattfand und eine globale Ernährungskrise für die Jahre 2020 bis 2030 durchspielte.
Das Planspiel "Food Chain Reaction" vereinte vom 9. bis 10. November 2015 rund 65 hochrangige Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und internationalen Organisationen in der US-Hauptstadt Washington. Die Teilnehmer simulierten dabei Szenarien einer globalen Ernährungskrise, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden könnte.
"In diesem Planspiel wurde eine globale Ernährungskrise für die Jahre 2020 bis 2030 durchgespielt – ausgelöst durch Faktoren wie Klimaschocks, Lieferkettenunterbrechungen, Konflikte und soziale Unruhen", erklärte Hauser. Der EU-Abgeordnete sieht in den damals simulierten Szenarien verblüffende Parallelen zu aktuellen Entwicklungen.
Hauser zieht Verbindungen zwischen diesem Ernährungs-Planspiel und ähnlichen Übungen vor der Corona-Pandemie. "Schon damals gab es zahlreiche Planspiele kurz vor der Pandemie. Auch hier wird wieder von Krisen, Verwerfungen und von einer 'neuen Normalität' gesprochen", so der FPÖ-Politiker.
Die Tatsache, dass internationale Organisationen und Entscheidungsträger bereits Jahre vor dem Eintreten tatsächlicher Krisen entsprechende Szenarien durchspielen, wirft für Hauser Fragen auf. "Die Frage ist: Ist das alles wirklich Zufall?", fragte er rhetorisch.
Der freiheitliche EU-Abgeordnete hat eine parlamentarische Anfrage an die Europäische Kommission angekündigt, um mehr Klarheit über die Beteiligung der EU an solchen Simulationsübungen zu erhalten. "Ich will wissen, an welchen Planspielen und Simulationen im Agrar- und Lebensmittelbereich die EU und ihre Agenturen teilgenommen haben", erklärte Hauser.
Konkret möchte er in Erfahrung bringen, welche Übungen die EU selbst organisiert hat und wer bei dem Planspiel "Food Chain Reaction" die Europäische Union vertreten hat. Diese Informationen sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit europäische Institutionen in die Vorbereitung auf potenzielle Krisenszenarien eingebunden sind.
"Die Bürger haben ein Recht auf volle Transparenz!", betonte Hauser in seiner Stellungnahme. Er argumentiert, dass wenn sich "Eliten und Globalisten" seit Jahren auf Krisenszenarien vorbereiten, auch die Öffentlichkeit über die Ergebnisse, Inhalte und Konsequenzen informiert werden müsse.
"Wenn sich Eliten und Globalisten seit Jahren auf Krisenszenarien vorbereiten, dann müssen auch die Ergebnisse, Inhalte und Konsequenzen offengelegt werden. Alles muss auf den Tisch", forderte der FPÖ-Politiker abschließend.
Planspiele und Simulationsübungen sind in der internationalen Politik und bei großen Organisationen ein gängiges Instrument zur Vorbereitung auf potenzielle Krisen. Sie dienen dazu, Entscheidungsträger auf verschiedene Szenarien vorzubereiten und Reaktionsmuster zu entwickeln.
Solche Übungen finden regelmäßig zu verschiedenen Themen statt – von Pandemien über Cyberattacken bis hin zu Naturkatastrophen. Die Teilnehmer simulieren dabei realitätsnahe Situationen und entwickeln Strategien für den Umgang mit verschiedenen Herausforderungen.
Die Fragen zur Ernährungssicherheit haben in den vergangenen Jahren tatsächlich an Brisanz gewonnen. Lieferkettenprobleme während der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auf die globalen Getreideexporte und klimabedingte Ernteausfälle haben gezeigt, wie verwundbar die globalen Ernährungssysteme sind.
Diese Entwicklungen verleihen Hausers Fragen nach der Rolle von Planspielen zusätzliche Aktualität. Die Diskussion um die Vorhersagbarkeit und Planbarkeit von Krisen ist in den vergangenen Jahren intensiver geworden, nicht zuletzt durch die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.
Die angekündigte parlamentarische Anfrage soll nun Licht ins Dunkel bringen, inwieweit europäische Institutionen an der Vorbereitung auf mögliche Ernährungskrisen beteiligt waren und sind. Die Antworten der EU-Kommission werden zeigen, welche Rolle die Europäische Union bei solchen internationalen Simulationsübungen spielt.