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LBG schreibt Forschungsgruppe für Gendermedizin aus

8,32 Millionen Euro für Frauengesundheitsforschung

15. April 2026 um 09:41
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Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Frauenministerium investieren in geschlechtersensible Medizin. Bewerbungen ab Juni 2026 möglich.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung schreiben eine neue Klinische Forschungsgruppe zu Frauengesundheit und Gendermedizin aus. Mit einer Investition von 8,32 Millionen Euro über acht Jahre soll die Forschungslücke bei geschlechtsbezogenen Unterschieden in der Medizin geschlossen werden. Der Call ist ab Ende Juni 2026 geöffnet.

Medizin war lange männlich geprägt

"Lange Zeit wurde Medizin vor allem am männlichen Körper erforscht. Symptome von Herzinfarkten bei Frauen wurden übersehen, Medikamentendosierungen orientierten sich an männlichen Durchschnittswerten, und viele Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen, wurden zu wenig erforscht", erklärt Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner. "Das hat reale Folgen – für Lebensqualität, Krankheitsverläufe und Überlebenschancen."

Die neue Forschungsgruppe soll zentrale Fragen der Gendermedizin wissenschaftlich untersuchen und Erkenntnisse praxisnah übertragen. Dadurch sollen Diagnostik, Therapie und Prävention verbessert werden.

Gesamter weiblicher Lebenszyklus im Fokus

Gefördert werden Forschungsfragen zu Erkrankungen und Gesundheitsaspekten, die ausschließlich oder überwiegend Frauen betreffen. Besonders im Fokus stehen Themen entlang des gesamten weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven Phase mit Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und Postmenopause bis hin zu gesundem Altern.

"Dazu zählen aber eben nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern eine Vielzahl von spezifischen körperlichen und psychischen Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern auftreten oder die bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen anderen therapeutischen Ansatz benötigen", so die Ausschreibung.

Dritte Ausschreibung der LBG

"Mit der Ausschreibung einer neuen Klinischen Forschungsgruppe zu Frauengesundheit und Gendermedizin greifen wir ein zentrales Thema der Gesundheitsforschung auf, das längst überfällig ist", betont LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner. Es ist bereits die dritte KFG-Ausschreibung der LBG.

Das Förderprogramm Klinische Forschungsgruppen ist Österreichs erste kollaborative Forschungsinitiative mit klarem Fokus auf patientenorientierte und medizinisch hochrelevante Fragestellungen in der nicht-kommerziellen klinischen Forschung. Die Auswahl erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine internationale Expertenkommission.

Die Einreichunterlagen sind ab Ende Juni 2026 online verfügbar, Einreichungen sind bis 6. November 2026 über das LBG Online-Portal möglich.

Schlagworte

#Gendermedizin#Frauengesundheit#Ludwig Boltzmann Gesellschaft#Forschung#Gesundheitswesen

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