Präsident Ecker fordert zusätzliche Maßnahmen gegen Fachkräftemangel
Die Wirtschaftskammer NÖ sieht in der geplanten Aktiv-Pension eine wichtige Maßnahme, warnt aber vor der Fachkräftelücke bis 2029.
Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) begrüßt die heute von der Bundesregierung angekündigte Aktiv-Pension als Umsetzung einer langjährigen Forderung. "Unser Ziel war es immer, Arbeit im Alter durch flexiblere Rahmenbedingungen, gezielte Qualifizierung und passende Maßnahmen für Betriebe und Beschäftigte attraktiver und praktikabler zu machen", betont WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker.
Eine aktuelle WIFO-Studie zeigt die Dringlichkeit der Maßnahmen auf: Bis 2029 fehlen in Niederösterreich über 14.000 Fachkräfte mit Lehrabschluss, österreichweit sogar mehr als 50.000. Der Grund sind weniger Lehrlinge und altersbedingte Abgänge.
Ecker plädiert für eine raschere Umsetzung der Aktiv-Pension: "Die Entscheidungsträger sollten nicht bis Anfang 2027 warten, sondern ehestmöglich umsetzen." Positiv bewertet er, dass die vorgesehenen Entlastungen auch für Selbstständige gelten sollen.
"Arbeit wird als etwas Schlechtes gesehen, als etwas, von dem man sich befreien muss. Doch weniger Arbeit bedeutet auch weniger Steuern und Abgaben – und damit weniger Einnahmen für den Staat", warnt Ecker. Er fordert steuerliche Maßnahmen für den Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit, etwa Freibeträge oder Absetzbeträge bei Vollzeitarbeit und eine Senkung der Steuertarife in den mittleren Stufen.
Die WKNÖ fordert ein durchgängiges Bildungssystem von der Elementarbildung bis zur Hochschule mit klarer Finanzierung, moderner Ausstattung und Chancengleichheit für alle Bildungswege.
Bei der Zuwanderung soll die Rot-Weiß-Rot-Karte praxistauglicher werden durch vereinfachte Anerkennung ausländischer Qualifikationen und vollständige Digitalisierung der Verfahren. Das Jobseeker-Visum soll ausgebaut und die Westbalkanregelung dauerhaft umgesetzt werden.
"Die geplante Aktiv-Pension der Bundesregierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt", fasst Ecker zusammen. "Aber ohne zusätzliche steuerliche Vollzeitanreize, stärkere Qualifizierung und eine modernisierte Zuwanderung schließen wir die Fachkräftelücke nicht ausreichend."