Winter Artservice erschafft 80-Tonnen-Kulisse für Puccinis Meisterwerk
9.000 Arbeitsstunden, 80 Tonnen Stahl und robotergestützte Fertigung: Die Oper im Steinbruch zeigt ihre aufwendigste Produktion.
Für die Neuinszenierung von Puccinis "Tosca" im Steinbruch St. Margarethen entsteht derzeit ein monumentales Bühnenbild der Superlative. Winter Artservice, bereits zum 16. Mal für die technische Umsetzung verantwortlich, investiert über 9.000 Arbeitsstunden in die prunkvolle Kulisse, die das barocke Rom um 1800 zum Leben erwecken soll.
Das Herzstück der Inszenierung bildet ein kunstvoll gestalteter Hauptaltar mit 24,5 Meter Breite und 7,6 Meter Höhe. Mit einem Gewicht von 12 Tonnen Stahlkonstruktion dominiert er die Bühne. Ergänzt wird das Ensemble durch zwei riesige Kerzenständer mit 7,5 und 6,5 Meter Höhe sowie ein 16,5 Meter breites Heiligtum, das allein 40 Tonnen Stahlkonstruktion auf die Waage bringt.
"Die diesjährige Tosca-Inszenierung zeigt, wie wirkungsvoll ein Bühnenbild sein kann, wenn es speziell für den Steinbruch St. Margarethen entwickelt wird", freut sich Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch. Die großformatigen Elemente schaffen eine eindrucksvolle visuelle Welt, die das Drama von Puccinis Werk verstärkt.
Besondere technische Herausforderungen stellen das Weihrauchfass und ein beweglicher Engel dar. Das nach dem Original aus Santiago de Compostela nachempfundene Weihrauchfass wiegt 40 Kilogramm und wird während der Aufführungen wie ein riesiges Pendel in Schwingung gebracht. "Der Engel ist eine kunstvolle Konstruktion mit beweglichen Bauteilen, die ein 'Zerfallen' in einzelne Teile ermöglicht und danach den intakten Zustand wiederherstellt", erklärt Edi Edelhofer, technischer Leiter der Oper im Steinbruch.
Für die Produktion werden robotergestützte Fertigungsmethoden, CNC-Holzbearbeitung und 3D-Druckverfahren eingesetzt. Rund 6.500 Maschinen- und Roboterstunden sind eingeplant, um Materialüberschüsse zu minimieren. Die Gesamtbilanz: 80 Tonnen Stahl, 500.000 Schrauben, 8.300 Quadratmeter Holzplatten und über sechs Tonnen Putz und Farbe.
"Mit einem Profi von Weltrang wie Thaddeus Strassberger für ein so herausforderndes Bühnenbild zu arbeiten, bedeutet sehr viel für mich und mein Team", so Christopher Winter, Gründer von Winter Artservice. Seine Ausbildung bei Walt Disney in den 1990er Jahren komme bei der authentischen Umsetzung monumentaler Bauten besonders zum Einsatz.
Die burgenländische Metallbaufirma Pinterich zeichnet für die präzise technische Umsetzung der Stahlkonstruktionen verantwortlich, während Würth Austria erneut die Verbindungstechnik übernimmt.
"Tosca" feiert am 15. Juli 2026 Premiere und läuft bis 22. August. Das bewährte Kreativteam um Regisseur und Bühnenbildner Thaddeus Strassberger sowie Kostümbildner Giuseppe Palella, die bereits mit "Turandot" (2021) und "Aida" (2024) für Furore sorgten, entführt das Publikum ins Rom der Napoleonischen Kriege.
Tickets sind im Preisbereich von 90 bis 185 Euro im Ticketbüro pan.event unter +43 2682 65 0 65 oder per E-Mail [email protected] erhältlich.