Volksanwaltschaft-Bericht zeigt dringenden Handlungsbedarf auf
Der Dachverband Österreichischer Jugendhilfeeinrichtungen verlangt von der Bundesregierung eine rasche Vereinheitlichung der Standards.
Der Prüfbericht der Volksanwaltschaft zu Wohngruppen und Krisenzentren der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) zeigt akuten Handlungsbedarf auf. Der Dachverband Österreichischer Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) fordert nun die Bundesregierung zu raschem Handeln auf.
"Eine gute und sichere Zukunft für unsere Kinder darf nicht davon abhängig sein, wo jemand in Österreich auf die Welt kommt. Deswegen muss die Vereinheitlichung der Kinder- und Jugendhilfe endlich angegangen werden", erklärt DÖJ-Geschäftsführer Michael Lindner. Ziel müssten bessere und einheitliche Qualitätsstandards, eine Personaloffensive und eine Zukunftsfinanzierung sein.
Lindner kritisiert, dass der im Regierungsprogramm versprochene Diskussionsprozess zur Harmonisierung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards noch nicht einmal gestartet wurde. Das Regierungsprogramm sieht die Umsetzung sogenannter "Goldstandards" vor.
Besonders alarmierend sei die aktuelle Finanzsituation: "Schon jetzt drohen in vielen Bundesländern empfindliche Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Situation wird sich also weiter verschärfen, wenn nicht gegengesteuert wird", warnt Lindner. Die über 10.000 Mitarbeiter des Sektors würden bereits jetzt am Limit arbeiten.
Der DÖJ-Geschäftsführer fordert daher, dass die Kinder- und Jugendhilfe von allen Sparmaßnahmen auf Landes- und Bundesebene ausgenommen werden müsse: "Hier geht es um eine gute und sichere Zukunft für Kinder!"