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SPÖ ruft Gesundheitsnotstand für Graz aus

Nur 19% der niedergelassenen Ärzte haben Kassenvertrag

16. April 2026 um 12:11
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Die SPÖ Graz kritisiert die dramatische Ärztesituation: Bei 81% der Ärzte reicht die E-Card nicht, fast die Hälfte geht in Pension.

Die SPÖ Graz hat den Gesundheitsnotstand in der steirischen Landeshauptstadt ausgerufen. Spitzenkandidatin Doris Kampus präsentierte bei einer Pressekonferenz in einer aufgelassenen Arztpraxis alarmierende Zahlen zur medizinischen Versorgung.

Drastischer Ärztemangel bei Kassenstellen

Nur mehr 19% aller niedergelassenen Ärzte in Graz haben einen Kassenvertrag. Bei 81% müssen Patienten extra zahlen. Noch dramatischer ist die Situation bei Fachärzten: Hier sind nur 15% Kassenfachärzte, bei 85% reicht die E-Card nicht aus.

"Wir haben einen echten Gesundheitsnotstand in Graz. Wenn bei 85 Prozent aller Fachärzte die E-Card nicht mehr ausreicht, wird Gesundheit zur Frage der Geldbörse", betont Kampus.

Pensionierungswelle verschärft Problem

Die Situation wird sich weiter zuspitzen: 44% der niedergelassenen Ärzte (517 von 1.168) gehen in den nächsten 10 Jahren in Pension. Eine ausreichende Nachbesetzung ist derzeit nicht absehbar.

Kritische Versorgungslücken in Fachbereichen

Besonders dramatisch ist die Lage in einzelnen Fachrichtungen:

  • Urologie: 7 Kassenärzte
  • Psychiatrie: 3 Kassenärzte
  • Orthopädie: 7 Kassenärzte
  • HNO: 7 Kassenärzte (davon 6 kurz vor der Pension)
  • Gynäkologie: 15 Kassenärzte
  • Kinderheilkunde: 15 Kassenärzte

Allgemeinmediziner Dr. Max Mairinger schilderte die Praxisrealität: "Es passiert mir leider immer wieder, dass ich keine zeitgerechten Kassen-Facharztbehandlungen für meine Patientinnen und Patienten bekomme. Das ist in manchen Fällen, wie etwa bei Krebspatienten, eine echte Katastrophe."

Lösungsvorschläge der SPÖ

Die SPÖ schlägt konkrete Maßnahmen vor:

  • Ein Gesundheitszentrum in jedem Grazer Bezirk mit gebündelten Angeboten
  • Einrichtung eines stadteigenen Welcome Centers für Ärzte
  • Unterstützung bei Ansiedelung, Ordinationssuche und bürokratischen Abläufen

"Graz braucht jetzt entschlossenes Handeln und eine aktive Gesundheitspolitik, bevor sich die Versorgungslage weiter verschärft", so Kampus abschließend.

Schlagworte

#Gesundheit#Graz#SPÖ#Ärztemangel#Kassenstellen

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