Wien feiert ein Jubiläum, das die Stadtgeschichte nachhaltig geprägt hat. Am 24. Juni 1950 wurde der Grundstein für die Offene Wiener Jugendarbeit gelegt, als die Alliierten den Verein „Wiener Jugendkreis - Guter Nachbar“ gründeten. Dieses historische Ereignis zielte darauf ab, die demokratische Ent
Wien feiert ein Jubiläum, das die Stadtgeschichte nachhaltig geprägt hat. Am 24. Juni 1950 wurde der Grundstein für die Offene Wiener Jugendarbeit gelegt, als die Alliierten den Verein „Wiener Jugendkreis - Guter Nachbar“ gründeten. Dieses historische Ereignis zielte darauf ab, die demokratische Entwicklung in Wien zu fördern und Organisationen wie die Hitlerjugend zu verhindern. Heute, 75 Jahre später, blickt die Stadt stolz auf die Erfolge und Errungenschaften dieser bedeutenden Institution zurück.
Die Gründung des Vereins „Wiener Jugendkreis - Guter Nachbar“ war ein bedeutender Schritt in der Nachkriegszeit. Die Alliierten, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Verantwortung über Österreich übernommen hatten, erkannten die Notwendigkeit, junge Menschen in demokratische Prozesse zu integrieren und sie vor radikalen Ideologien zu schützen. Die Jugendarbeit sollte eine Plattform bieten, um jungen Menschen Werte wie Frieden, Toleranz und Demokratie näherzubringen.
Im Laufe der Jahre hat sich die Wiener Jugendarbeit stetig weiterentwickelt. Heute umfasst sie 80 Standorte, über 800 Mitarbeitende und mehr als 350 regelmäßig besuchte Orte im öffentlichen Raum. Ein umfassendes Netzwerk, das jungen Menschen nicht nur Freizeitangebote, sondern auch Unterstützung und Orientierung bietet.
Am 23. Juni 2025 wurde das 75-jährige Bestehen der Wiener Jugendarbeit mit einem Festakt im Wien Museum gefeiert. Bürgermeister Michael Ludwig und andere prominente Persönlichkeiten wie Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling und Landesjugendreferentin Brigitte Bauer-Sebek würdigten die historische und politische Entwicklung der Institution. Mit dabei war auch Paulus Hochgatterer, ein renommierter Kinder- und Jugendpsychiater, der in seiner Keynote auf die Bedeutung der Jugendarbeit für die heutige Gesellschaft einging.
Ein Highlight der Veranstaltung war der Auftritt von Holli, dem WIENXTRA-Ferienspielmaskottchen, und seinem Vorgänger Holli Knolli im Originalkostüm aus dem Jahr 1982. Das Kostüm, liebevoll vom Design-Team der Modeschule Hetzendorf nach alten Fotos rekonstruiert, sorgte für nostalgische Momente und erinnerte an die lange Tradition der Wiener Jugendarbeit.
Bürgermeister Michael Ludwig betonte in seiner Rede die zentrale Rolle der Jugendarbeit für die Demokratie. „Seit ihren Anfängen fördert die Wiener Kinder- und Jugendarbeit das Bewusstsein junger Menschen für Demokratie und ein friedliches Miteinander“, sagte er. Die Arbeit der Jugendarbeiter wirkt präventiv gegen Radikalisierung und Gewalt und stärkt die gesellschaftliche Teilhabe.
Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling hob hervor, dass die Jugendarbeit besonders für junge Menschen wichtig ist, die es im Leben nicht immer leicht haben. „Jugendarbeit in Wien heißt Chancen schaffen, Vertrauen aufbauen und Haltung zeigen“, erklärte sie. Die Freiwilligkeit und der Fokus auf Freizeit ermöglichen Zugänge und Beziehungen, die Schulen und andere Bildungsinstitutionen nicht bieten können.
Die Wiener Jugendarbeit zeichnet sich durch eine einzigartige Angebots- und Organisationsstruktur aus. Von der Parkbetreuung über FAIR-PLAY-TEAMs bis hin zu digitalen Angeboten: Wien bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten für junge Menschen. Landesjugendreferentin Brigitte Bauer-Sebek betonte die Wichtigkeit dieser Investitionen: „Die Stadt investiert viel in Kinder- und Jugendarbeit und dieses Investment zahlt sich aus.“
Die Wiener Jugendarbeit steht vor neuen Herausforderungen. Die Digitalisierung, veränderte Lebenswelten und gesellschaftliche Umbrüche erfordern innovative Ansätze, um junge Menschen weiterhin zu erreichen und zu unterstützen. Experten sind sich einig, dass die Jugendarbeit flexibel und anpassungsfähig bleiben muss, um auf die Bedürfnisse der Jugend von heute und morgen einzugehen.
Ein fiktiver Experte kommentiert: „Die Jugendarbeit ist ein Spiegel der Gesellschaft. Sie muss sich ständig weiterentwickeln, um den Anforderungen gerecht zu werden. Die Investition in die Jugend ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.“
Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern nimmt Wien eine Vorreiterrolle in der Jugendarbeit ein. Die umfassende Infrastruktur und die Vielzahl an Angeboten sind in Europa einzigartig. Andere Städte und Gemeinden können von Wien lernen, wie wichtig es ist, in die Jugend zu investieren und sie in gesellschaftliche Prozesse einzubinden.
Die Jugendarbeit in Wien ist weit mehr als nur Freizeitgestaltung. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der sozialen Infrastruktur und trägt maßgeblich zur Integration und Förderung junger Menschen bei. Die Arbeit der Jugendarbeiter ist unverzichtbar, um eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft zu fördern.
Abschließend bleibt zu sagen: Die Wiener Jugendarbeit hat in den vergangenen 75 Jahren viel erreicht. Doch es bleibt noch viel zu tun, um auch in Zukunft den Herausforderungen gerecht zu werden und jungen Menschen eine Perspektive zu bieten.