„WeltWeit
Die ORF-Reportage „WeltWeit
Kleeblätter, Rauchfangkehrer, Glücksschweinchen – rund um den Jahreswechsel werden in Österreich traditionell Glücksbringer verschenkt. Doch der Aberglaube beschränkt sich nicht auf heimische Bräuche. Die ORF-Sendung „WeltWeit" nimmt am 2. Jänner 2026 um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON das Publikum mit auf eine Reise zu den faszinierendsten abergläubischen Traditionen der Welt. Die Reportage führt nach Island, Ägypten und Italien – drei Länder, in denen der Glaube an übernatürliche Kräfte bis heute lebendig geblieben ist.
Die erste Station der Reportage ist Island, wo der Glaube an Elfen und Trolle tief in der Kultur verwurzelt ist. Für viele Isländerinnen und Isländer sind diese menschenähnlichen Wesen keine bloßen Fantasiegestalten, sondern reale Bewohner ihrer Insel. Der Überlieferung zufolge leben sie in Felsen und Hügeln – und verteidigen ihr Territorium, wenn es durch menschliche Eingriffe bedroht wird.
Reporterin Lena Hager trifft während ihrer Recherche eine junge Frau, die als Medium arbeitet und nach eigener Aussage mit Elfen kommunizieren kann. Regelmäßig hält sie Zeremonien ab, bei denen sie Kontakt zu den verborgenen Wesen aufnimmt. Was für Außenstehende befremdlich wirken mag, ist für viele Einheimische ein selbstverständlicher Teil ihrer kulturellen Identität.
Gleichzeitig hat sich rund um den Elfenglauben eine florierende Tourismusindustrie entwickelt. Das Angebot reicht von kitschigen Souvenirs über geführte Elfentouren bis hin zu Tattoos im traditionellen Runen-Design. Der alte Aberglaube ist damit längst auch zum Wirtschaftsfaktor geworden – ein Spannungsfeld zwischen authentischer Tradition und kommerzieller Vermarktung, das die Reportage kritisch beleuchtet.
Für viele jüngere Isländerinnen und Isländer repräsentieren die alten Bräuche mittlerweile vor allem einen nostalgischen Blick in die Vergangenheit. Der tiefe Glaube ihrer Großeltern weicht einer eher spielerischen Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe. Doch gerade diese Ambivalenz macht den isländischen Elfenglauben zu einem faszinierenden Studienobjekt für die Frage, wie Aberglauben in modernen Gesellschaften überlebt.
Die zweite Station führt das „WeltWeit"-Team nach Ägypten, wo Korrespondent Karim El-Gawhary eine seltene Gelegenheit erhält: Er darf einem sogenannten „Zar" beiwohnen. Bei dieser traditionellen Zeremonie wird mithilfe spezieller Rituale und rhythmischer Gesänge Kontakt zu den Dschinn aufgenommen – jenen Geistwesen, die seit Jahrhunderten die arabische Mythologie bevölkern.
Der Zar ist weit mehr als ein folkloristisches Spektakel. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllt die Zeremonie eine wichtige therapeutische Funktion. „Es ist, als ob ich zum Psychotherapeuten gehe, nach der Sitzung fühle ich mich einfach besser