WIFO-Analyse zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede bei Teilzeitbeschäftigung auf
Arbeiterkammer und WIFO stellen am Freitag umfassende Daten zur Teilzeitarbeit vor. Fokus liegt auf Unterschieden zwischen Männern und Frauen.
Die Arbeiterkammer Wien und das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) laden für kommenden Freitag zu einer wichtigen Pressekonferenz zum Thema Teilzeitarbeit in Österreich. Die Veranstaltung mit dem Titel "Teilzeitjob, aber volle Last!" findet am 20. Februar 2026 um 10.00 Uhr im AK Medienraum in der Plößlgasse statt.
Das WIFO hat im Auftrag der Arbeiterkammer eine detaillierte Auswertung des Mikrozensus zur Teilzeitarbeit 2024 durchgeführt. Die Studie beleuchtet zentrale Fragen rund um die Teilzeitbeschäftigung in Österreich und analysiert dabei verschiedene demografische und strukturelle Faktoren.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen folgende Kernfragen: Warum arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit als Männer? Welchen Einfluss haben Faktoren wie Kinder, Alter, Branche und Wohnort auf die Entscheidung für Teilzeitarbeit? Und besonders relevant: Handelt es sich bei Teilzeitarbeit wirklich um eine freie Entscheidung der Beschäftigten, oder bleibt vielen oft kein anderer Ausweg?
Die WIFO-Auswertung präsentiert aktuelle Daten zur Teilzeitarbeit in Österreich, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Kategorien:
Diese umfassende Datengrundlage ermöglicht es, ein detailliertes Bild der aktuellen Situation am österreichischen Arbeitsmarkt zu zeichnen und strukturelle Probleme zu identifizieren.
Die Pressekonferenz wird von zwei prominenten Vertretern der österreichischen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsforschung geleitet. Renate Anderl, Präsidentin der AK Wien, wird gemeinsam mit Gabriel Felbermayr, Direktor des WIFO, die Studienergebnisse vorstellen und die daraus abgeleiteten Forderungen präsentieren.
Die Expertise beider Institutionen verspricht eine fundierte Analyse der komplexen Zusammenhänge bei der Teilzeitbeschäftigung. Die AK als Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringt dabei die praktische Perspektive der Betroffenen ein, während das WIFO mit seiner wissenschaftlichen Kompetenz die theoretische Fundierung liefert.
Die Teilzeitbeschäftigung ist in Österreich ein hochrelevantes gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Thema. Besonders für Frauen stellt sie oft eine Herausforderung dar, da sie häufig mit reduzierten Karrierechancen, geringeren Pensionsansprüchen und finanzieller Abhängigkeit verbunden ist.
Gleichzeitig zeigen internationale Studien, dass Teilzeitarbeit nicht immer eine freiwillige Entscheidung darstellt. Oftmals sind es strukturelle Probleme wie mangelnde Kinderbetreuungsplätze, unflexible Arbeitszeiten oder gesellschaftliche Erwartungen, die Menschen in die Teilzeitfalle drängen.
Die COVID-19-Pandemie hat die Arbeitsmarktdynamik zusätzlich verändert und neue Herausforderungen geschaffen. Homeoffice und flexible Arbeitszeiten sind zwar stärker etabliert, gleichzeitig haben sich aber auch die Betreuungspflichten in vielen Familien intensiviert. Diese Entwicklungen dürften sich auch in den aktuellen Teilzeitstatistiken widerspiegeln.
Besonders interessant wird daher sein, wie sich die Pandemie-Jahre auf die Geschlechterverteilung bei der Teilzeitarbeit ausgewirkt haben und ob sich bestehende Ungleichgewichte verstärkt oder abgemildert haben.
Auf Basis der Studienergebnisse werden AK und WIFO voraussichtlich konkrete politische Forderungen präsentieren. Diese könnten Bereiche wie Kinderbetreuung, Arbeitszeit-Flexibilisierung, Lohntransparenz und Pensionssystem umfassen.
Erfahrungsgemäß plädiert die Arbeiterkammer für strukturelle Reformen, die es Beschäftigten ermöglichen, freier über ihre Arbeitszeit zu entscheiden, ohne dabei finanzielle oder berufliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Die Pressekonferenz findet im AK Medienraum im Bürogebäude Plößlgasse 2, 6. Stock, 1040 Wien statt. Für alle, die nicht persönlich anwesend sein können, wird ein Livestream unter wien.arbeiterkammer.at/teilzeitarbeit angeboten.
Interessierte Journalistinnen und Journalisten können ihre Fragen vorab per E-Mail an [email protected] richten. Diese digitale Möglichkeit der Teilnahme unterstreicht die Bedeutung, die das Thema über Wien hinaus für ganz Österreich hat.
Die Ergebnisse der Studie dürften wichtige Impulse für die österreichische Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik liefern. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ist es von entscheidender Bedeutung, das Arbeitskräftepotenzial optimal zu nutzen.
Eine geschlechtergerechte Verteilung der Arbeitszeit und die Vermeidung unfreiwilliger Teilzeitarbeit können dabei wichtige Bausteine sein, um sowohl die Gleichberechtigung zu fördern als auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu stärken.
Die Pressekonferenz am Freitag verspricht daher nicht nur interessante Daten und Analysen, sondern auch konkrete Vorschläge für eine gerechtere und effizientere Gestaltung des österreichischen Arbeitsmarktes.