Am 30. Januar 2026 gab die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM eine bedeutende strategische Partnerschaft bekannt, die das Potenzial hat, die Musikrechteverwaltung in Österreich grundlegend zu verändern. Durch die Kooperation mit dem Schweizer Start-up nowon wird eine technologische Revoluti
Am 30. Januar 2026 gab die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM eine bedeutende strategische Partnerschaft bekannt, die das Potenzial hat, die Musikrechteverwaltung in Österreich grundlegend zu verändern. Durch die Kooperation mit dem Schweizer Start-up nowon wird eine technologische Revolution eingeleitet, die die Abrechnung von Tantiemen für österreichische Musikschaffende effizienter und präziser gestalten soll. Diese Entwicklung markiert einen entscheidenden Schritt in der digitalen Transformation der Musikindustrie in Österreich.
Die AKM, die rund 29.000 Mitglieder vertritt, hat sich das Ziel gesetzt, die Verteilung von Tantiemen durch den Einsatz innovativer Technologien zu optimieren. Im Zentrum dieser Bemühungen steht die Zusammenarbeit mit nowon, einem Unternehmen, das sich auf KI-basierte Systeme zur Musikerkennung und Automatisierung von Setlists spezialisiert hat. Diese Systeme sollen die bislang manuelle Erfassung von Programmlisten bei Live-Veranstaltungen automatisieren und somit die Genauigkeit und Effizienz der Tantiemenverteilung erheblich steigern.
Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Technologie, die es Computern ermöglicht, Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, wie z.B. das Erkennen von Mustern oder das Treffen von Entscheidungen. Im Kontext der Musikrechteverwaltung wird KI eingesetzt, um Musikstücke automatisch zu identifizieren und die entsprechenden Tantiemen korrekt zuzuordnen. Diese Automatisierung reduziert den Verwaltungsaufwand und minimiert Fehler, die bei manueller Erfassung auftreten können.
Verwertungsgesellschaften wie die AKM spielen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle in der Musikindustrie. Ursprünglich gegründet, um die Rechte von Künstler:innen zu schützen und deren Werke zu lizenzieren, haben sich diese Organisationen stetig weiterentwickelt. In den letzten Jahren ist der Druck gewachsen, sich an die digitale Transformation anzupassen. Die Einführung von KI-Technologien stellt einen logischen nächsten Schritt in dieser Entwicklung dar und ermöglicht es, den steigenden Anforderungen der digitalen Musiklandschaft gerecht zu werden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich mit der Einführung von KI in der Musikrechteverwaltung eine Vorreiterrolle einnimmt. Während in Deutschland bereits ähnliche Initiativen gestartet wurden, ist die umfassende Implementierung solcher Technologien in der Schweiz noch in den Anfängen. Österreichs Ansatz, durch strategische Partnerschaften wie die mit nowon, könnte als Modell für andere Länder dienen, die ebenfalls ihre Musikrechteverwaltung modernisieren möchten.
Für österreichische Musikschaffende bedeutet die Kooperation zwischen AKM und nowon eine erhebliche Erleichterung. Die automatisierte Erfassung von Live-Musikprogrammen reduziert den bürokratischen Aufwand und ermöglicht eine schnellere und genauere Auszahlung der Tantiemen. Ein Beispiel hierfür ist ein Musiker, der bei einem Festival auftritt: Anstatt nach dem Auftritt eine detaillierte Programmliste einreichen zu müssen, übernimmt das KI-System diese Aufgabe automatisch, sodass der Künstler sich auf seine künstlerische Tätigkeit konzentrieren kann.
Die AKM konnte in den letzten Jahren beeindruckende Erfolge verzeichnen. Mit Lizenzeinnahmen von 117 Millionen Euro und einem Verwaltungskostenanteil von lediglich 6,14% hat die Organisation die an die Rechteinhaber:innen ausgeschüttete Verteilungssumme kontinuierlich gesteigert. Für das Jahr 2025 wird ein Wachstum von rund 3% erwartet, und auch für 2026 wird eine weitere Steigerung prognostiziert. Diese Zahlen verdeutlichen die Effizienz und Effektivität der AKM in der Verwaltung von Musikrechten.
Die Partnerschaft mit nowon und die Einführung von KI-Technologien sind nur der Anfang einer umfassenden digitalen Transformation. In Zukunft könnte die AKM weitere innovative Technologien integrieren, um den Service für ihre Mitglieder weiter zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise die Identifikation von KI-generierter Musik, die einen weiteren Digitalisierungsschub für die Musikrechteverwaltung darstellt. AKM-Generaldirektor Gernot Graninger betont, dass diese Investitionen nicht nur in Technologie, sondern in die Zukunft der Musikrechteverwaltung getätigt werden, um die Organisation für die nächste Dimension der digitalen Welt fit zu machen.
Die strategische Kooperation zwischen der AKM und nowon stellt einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung der Musikrechteverwaltung in Österreich dar. Durch den Einsatz von KI-Technologien wird die Tantiemenverteilung präziser und effizienter, was den österreichischen Musikschaffenden zugutekommt. Diese Entwicklung könnte als Vorbild für andere Länder dienen und zeigt, wie wichtig es ist, technologische Innovationen zu nutzen, um den Herausforderungen der digitalen Musiklandschaft gerecht zu werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der AKM.