In einer Welt, die oft von Jugendwahn und dem Streben nach ewiger Jugend geprägt ist, stellt sich eine Frage: Ist das Alter ein Gewinn oder ein Verlust? Diese zentrale Frage wird von Erich Schützendorf, einem renommierten Diplompädagogen und Gerontologen, in seinem Vortrag im ORF-Landesfunkhaus Vora
In einer Welt, die oft von Jugendwahn und dem Streben nach ewiger Jugend geprägt ist, stellt sich eine Frage: Ist das Alter ein Gewinn oder ein Verlust? Diese zentrale Frage wird von Erich Schützendorf, einem renommierten Diplompädagogen und Gerontologen, in seinem Vortrag im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg in Dornbirn beleuchtet. Der Vortrag, der in Zusammenarbeit mit der Telefonseelsorge Vorarlberg organisiert wird, verspricht spannende Einblicke in die Herausforderungen und Chancen des Älterwerdens.
Erich Schützendorf, ein Experte mit über fünf Jahrzehnten Erfahrung im Bereich des Älterwerdens, hinterfragt gängige Klischees und Vorurteile über das Alter. Häufig wird das Älterwerden mit Verlusten assoziiert - sei es durch körperliche Einschränkungen oder den Verlust von sozialen Rollen. Doch Schützendorf fordert dazu auf, die Qualitäten des Alters zu entdecken und anzuerkennen.
Historisch gesehen, war das Alter in vielen Kulturen ein Zeichen von Weisheit und Erfahrung. In der modernen Gesellschaft hingegen ist es oft mit negativen Konnotationen behaftet. Doch warum ist das so? Und wie können wir diese Perspektive ändern? Laut Schützendorf ist es entscheidend, sich auf die positiven Aspekte des Alters zu konzentrieren und die Potenziale zu nutzen, die das Leben im Alter bietet.
Eine der zentralen Thesen von Schützendorf ist, dass das Alter einzigartige Qualitäten mit sich bringt. Diese reichen von einer tieferen emotionalen Reife bis hin zu einem erweiterten Verständnis für das Leben. Aber wie sieht das konkret aus?
Diese Qualitäten können nicht nur das Leben der älteren Menschen selbst bereichern, sondern auch einen positiven Einfluss auf ihre Umgebung haben, indem sie als Mentoren und Vorbilder für jüngere Generationen dienen.
Interessant ist auch ein Blick auf die Situation in anderen Bundesländern Österreichs. Während in Vorarlberg Veranstaltungen wie diese aktiv dazu beitragen, das Bild des Alters zu verändern, gibt es in anderen Regionen unterschiedliche Ansätze. In Wien beispielsweise gibt es zahlreiche Initiativen zur Förderung der sozialen Teilhabe älterer Menschen, während in Tirol verstärkt auf gesundheitliche Prävention im Alter gesetzt wird.
Diese unterschiedlichen Ansätze zeigen, dass es kein einheitliches Rezept für ein erfülltes Alter gibt. Vielmehr ist es wichtig, dass jede Region ihre eigenen Lösungen findet, die den Bedürfnissen ihrer älteren Bevölkerung gerecht werden.
Natürlich bringt das Älterwerden auch Herausforderungen mit sich. Körperliche Einschränkungen, der Verlust von Angehörigen und der Übergang in den Ruhestand sind nur einige der Themen, die ältere Menschen beschäftigen. Doch Schützendorf betont, dass es möglich ist, sich auf diese Veränderungen vorzubereiten und ihnen positiv zu begegnen.
Ein selbstbestimmtes Älterwerden ist möglich, wenn man bereit ist, sich mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen auseinanderzusetzen und diese aktiv zu verfolgen. Dies kann bedeuten, neue Hobbys zu entdecken, soziale Kontakte zu pflegen oder sich ehrenamtlich zu engagieren.
Ein fiktiver Experte, der sich intensiv mit dem Thema Älterwerden beschäftigt hat, könnte folgendes sagen: "Das Alter ist keine Phase des Stillstands, sondern eine Zeit des Wandels und der Möglichkeiten. Es liegt an uns, diese Möglichkeiten zu nutzen und das Alter als eine neue, spannende Lebensphase zu betrachten."
Diese Sichtweise wird auch von zahlreichen Studien unterstützt, die zeigen, dass ein aktiver Lebensstil und soziale Teilhabe im Alter zu einer höheren Lebenszufriedenheit führen können.
Wie sieht die Zukunft des Älterwerdens aus? In einer Gesellschaft, die immer älter wird, ist es entscheidend, das Bild des Alters zu ändern. Dies erfordert nicht nur ein Umdenken in der Gesellschaft, sondern auch politische Maßnahmen, die das Älterwerden unterstützen.
In den kommenden Jahren wird es wichtig sein, Maßnahmen zu ergreifen, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dazu gehören unter anderem:
Diese Maßnahmen sind nicht nur im Interesse der älteren Generation, sondern auch der gesamten Gesellschaft, die von der Erfahrung und Weisheit ihrer älteren Mitglieder profitieren kann.
Der Vortrag von Erich Schützendorf im ORF Vorarlberg ist ein wichtiger Schritt, um das Bild des Alters in der Gesellschaft zu verändern. Indem wir die Qualitäten und Chancen des Alters anerkennen und fördern, können wir dazu beitragen, dass das Alter nicht als Verlust, sondern als Gewinn wahrgenommen wird.
Für alle, die den Vortrag verpasst haben, bietet sich die Möglichkeit, ihn am 4. Oktober 2025 in der Radiosendung „Focus – Themen fürs Leben“ auf ORF Radio Vorarlberg nachzuhören. Der Vortrag wird zudem als Podcast unter sound.ORF.at/podcast/vbg verfügbar sein.