Am 13. Januar 2026 fand in der Seestadt Wien das AMA-Forum unter dem Titel „Mehr als satt“ statt. Diese Veranstaltung, die sowohl online als auch vor Ort rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzog, setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, was uns unsere Lebensmittel wirklich wert sind. I
Am 13. Januar 2026 fand in der Seestadt Wien das AMA-Forum unter dem Titel „Mehr als satt“ statt. Diese Veranstaltung, die sowohl online als auch vor Ort rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzog, setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, was uns unsere Lebensmittel wirklich wert sind. In einer Zeit, in der Supermärkte rund um die Uhr geöffnet sind und das Angebot an Lebensmitteln schier unbegrenzt erscheint, gerät der eigentliche Wert unserer Nahrung oft aus dem Blick. Besonders in Österreich, einem Land mit hoher landwirtschaftlicher Tradition, ist diese Diskussion von großer Bedeutung.
Historisch betrachtet, hat sich die Bedeutung von Lebensmitteln in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während in der Nachkriegszeit der Fokus auf der Sicherstellung der Grundversorgung lag, rückten in den letzten Jahren zunehmend Aspekte wie Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Dies spiegelt sich auch in der österreichischen Landwirtschaft wider, die für ihre hohen Umwelt- und Tierwohlstandards bekannt ist. Im Vergleich zu Ländern wie Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls hohe Standards setzen, ist Österreich besonders stolz auf seine kleinstrukturierten bäuerlichen Betriebe, die einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Versorgung leisten.
Der Einfluss der Konsumenten auf die landwirtschaftliche Produktion darf nicht unterschätzt werden. Jede Kaufentscheidung hat direkte Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette. Ein Beispiel: Wenn Konsumenten vermehrt auf regionale Produkte setzen, fördern sie nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern tragen auch zur Reduzierung von Transportemissionen bei. Doch trotz des wachsenden Bewusstseins für diese Zusammenhänge, bleibt die tatsächliche Wertschätzung oft hinter den Erwartungen zurück. Dies zeigt sich auch in der Preisdebatte, die häufig die Qualität in den Hintergrund drängt.
Aktuelle Statistiken untermauern diese Entwicklungen. Laut einer Umfrage der AMA-Marketing, die beim Forum präsentiert wurde, legen 65% der österreichischen Konsumenten Wert auf regionale Herkunft. Dennoch geben 40% an, dass der Preis das entscheidende Kriterium beim Kauf ist. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit stellt eine Herausforderung dar, die es zu adressieren gilt.
Beim AMA-Forum kamen zahlreiche Experten zu Wort, die aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten, wie der Wert von Lebensmitteln gesteigert werden kann. Lorenz Mayr, Aufsichtsratsvorsitzender der AMA-Marketing, betonte, dass nur durch gemeinsame Verantwortung von Produktion bis Handel die regionale Wertschöpfung gesichert werden kann. Bundesminister Norbert Totschnig hob hervor, dass Qualität nicht zum Nulltarif zu haben ist und Transparenz sowie Bewusstseinsbildung entscheidend sind, um das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen.
Die Podiumsdiskussion, an der unter anderem Vertreter von McDonald’s Österreich und Lidl Österreich teilnahmen, sorgte für viel Gesprächsstoff. Ein zentraler Punkt war die Frage, wie Marken Vertrauen aufbauen und langfristig sichern können. Die Bedeutung des AMA-Gütesiegels als verlässliches Zeichen für österreichische Qualität wurde mehrfach hervorgehoben.
Die Zukunft der Lebensmittelwertschätzung in Österreich hängt stark von der Fähigkeit ab, Konsumenten für Qualität zu sensibilisieren und gleichzeitig den Zugang zu regionalen Produkten zu erleichtern. Digitale Lösungen, die Transparenz fördern und den Verwaltungsaufwand für Betriebe reduzieren, sind dabei von zentraler Bedeutung. Die AMA-Marketing plant, diese Aspekte in ihren zukünftigen Programmen verstärkt zu berücksichtigen.
Das AMA-Forum 2026 hat gezeigt, dass der Wert von Lebensmitteln mehr ist als nur eine Frage des Preises. Es geht um Qualität, Regionalität und Verantwortung. Österreich steht vor der Herausforderung, diese Werte in den Köpfen der Konsumenten zu verankern und die landwirtschaftliche Produktion nachhaltig zu sichern. Die Diskussionen und Impulse des Forums bieten eine solide Grundlage für zukünftige Entwicklungen in der österreichischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.
Wie sehen Sie die Zukunft der Lebensmittelwertschätzung in Österreich? Diskutieren Sie mit uns und teilen Sie Ihre Meinung!