Österreichischer Aluminiumkonzern steigert Umsatz trotz Margendruck
Die AMAG Austria Metall AG konnte 2025 den Umsatz auf 1,478 Milliarden Euro steigern, musste aber Gewinnrückgänge hinnehmen.
Die AMAG Austria Metall AG, einer der führenden österreichischen Aluminiumproduzenten, hat für das Geschäftsjahr 2025 gemischte Ergebnisse vorgelegt. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds konnte das Unternehmen aus Ranshofen seinen Umsatz um 2,1 Prozent auf 1,478 Milliarden Euro steigern. Gleichzeitig musste AMAG jedoch deutliche Rückgänge bei Gewinn und EBITDA verkraften.
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank um 23,5 Prozent auf 137,0 Millionen Euro, verglichen mit 179,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn nach Steuern ging um 21,3 Prozent auf 34,0 Millionen Euro zurück. Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,96 Euro, nach 1,23 Euro im Jahr 2024.
"Das Umfeld im Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht besonders herausfordernd", erklärt Dr. Helmut Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der AMAG. "Umso stolzer macht uns die Widerstandsfähigkeit unserer Organisation und die erzielten Ergebnisse. Unsere operative Flexibilität, konsequentes Kostenmanagement und die weiterhin exzellente Performance unserer strategischen Aluminiumschmelze-Investition in Kanada trugen maßgeblich zu starken Finanzergebnissen bei."
Bemerkenswert ist die deutliche Verbesserung der Cash-Flow-Kennzahlen. Der operative Cash-Flow stieg um 41,3 Prozent auf 168,1 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel das Wachstum beim freien Cash-Flow aus, der um 262,5 Prozent auf 115,3 Millionen Euro zulegte – ein neuer Rekordwert seit dem Börsengang des Unternehmens.
Diese positive Entwicklung resultierte aus dem soliden Betriebsergebnis und erfolgreichen Working-Capital-Maßnahmen. Die Metallbestände konnten auf ein Niveau reduziert werden, das zuletzt 2019 erreicht wurde.
Die drei Geschäftsbereiche der AMAG – Metal, Casting und Rolling – sahen sich unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber. In der Metal Division konnten höhere Aluminiumpreise negative Effekte aus rückläufigen Prämienerlösen, geringeren Liefervolumina und einem stärkeren Euro-Dollar-Wechselkurs ausgleichen.
Die Casting Division verzeichnete Produktivitätssteigerungen in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld der europäischen Automobilindustrie. Die Ergebnisse litten jedoch unter erhöhter Preissensibilität und indirekten handelspolitischen Einflüssen.
In der Rolling Division stabilisierten rasche Produktmix-Verschiebungen die Kapazitätsauslastung. Schwache Verkäufe insbesondere im Transportsektor wurden durch Verkaufssteigerungen in den Bereichen Industrieanwendungen und Verpackungen kompensiert. Der insgesamt steigende Konkurrenzdruck, die Auswirkungen von US-Zöllen und anhaltend hohe Energie- und Personalkosten am Standort Ranshofen führten jedoch zu erhöhtem Margendruck.
Die Bilanzstruktur der AMAG Group zeigt weiterhin Stabilität. Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 717,1 Millionen Euro, und die Eigenkapitalquote stieg auf 43,2 Prozent. Die Netto-Finanzverschuldung wurde von 382,3 Millionen Euro Ende 2024 auf 321,0 Millionen Euro Ende 2025 reduziert. Der Verschuldungsgrad (Gearing) sank deutlich auf 44,8 Prozent.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vorschlagen, verglichen mit 1,20 Euro im Vorjahr. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 3,1 Prozent basierend auf dem Jahresendkurs der AMAG-Aktie von 24,10 Euro. Die Hauptversammlung findet am 16. April 2026 statt, die Dividendenzahlung ist für den 23. April 2026 geplant.
Für das Jahr 2026 erwartet AMAG weiterhin ein herausforderndes Umfeld. Globale Märkte bleiben volatil, wobei handelspolitische Unsicherheiten – insbesondere die von den USA verhängten Zölle auf Aluminiumimporte – internationale Warenströme und Preisbildung beeinträchtigen könnten. Gleichzeitig prognostizieren aktuelle Wirtschaftsprognosen für 2026 eine allgemeine Verbesserung der industriellen Aktivität.
In der Metal Division profitiert die Alouette-Schmelze derzeit von attraktiven Aluminium- und Aluminiumoxidpreisen. Das Produktionsvolumen soll 2026 voraussichtlich wachsen. Die Casting Division bleibt 2026 von der europäischen Automobilindustrie abhängig und sieht sich weiterhin Ergebnisdruck aufgrund eines angespannten Marktumfelds gegenüber.
In der Rolling Division hängt die Ergebnisqualität maßgeblich von der europäischen Industriekonjunktur und der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise ab. Basierend auf aktuellen Schätzungen wird ein insgesamt steigendes Liefervolumen erwartet.
"Vor dem Hintergrund aktueller Wirtschaftsprognosen, Stimmung, Zollregelungen und Auftragseingang sind aus heutiger Sicht positive Zeichen im Markt erkennbar", so das Unternehmen. Die AMAG Group will ihre breite Aufstellung und hohe Flexibilität weiter nutzen, um Chancen zu realisieren und die Ergebnisqualität bestmöglich zu stärken.
Die AMAG Austria Metall AG ist ein führender österreichischer Premium-Lieferant von hochwertigen Aluminium-Guss- und Walzprodukten für verschiedenste Branchen, darunter Luft- und Raumfahrt, Automotive, Sportartikel, Beleuchtung, Maschinenbau, Bau und Verpackung. An der kanadischen Alouette-Schmelze hält AMAG eine 20-prozentige Beteiligung. Die Division AMAG components mit Sitz in Übersee am Chiemsee produziert zudem einbaufertige Metallteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie.