Josef Haders preisgekröntes Drama mit Birgit Minichmayr
Der publikumsstärkste österreichische Kinofilm 2024 kommt ins Fernsehen: Josef Haders Drama mit Birgit Minichmayr läuft am 2. März in ORF 1.
Am Montag, dem 2. März 2025, um 20.15 Uhr feiert Josef Haders Drama "Andrea lässt sich scheiden" seine ORF-Premiere. Der Film, der beim Österreichischen Filmpreis 2024 als publikumsstärkster Kinofilm ausgezeichnet wurde, läuft sowohl in ORF 1 als auch auf ORF ON und verspricht einen intensiven Fernsehabend.
Josef Hader zeigt sich in diesem Projekt von seiner vielseitigsten Seite: Er fungiert gleichzeitig als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller. Diese dreifache Rolle unterstreicht Haders Position als einer der wichtigsten Filmemacher Österreichs. Der ORF hat das Projekt im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanziert und damit zur Entstehung dieses bemerkenswerten österreichischen Kinofilms beigetragen.
In der Titelrolle der Andrea brilliert Birgit Minichmayr, eine der renommiertesten österreichischen Schauspielerinnen. Sie verkörpert eine Polizistin, die sich von ihrem unglücklichen Eheleben befreien möchte und einen Neuanfang in St. Pölten plant. Dort soll sie eine neue Stelle als Kriminalinspektorin antreten.
Die Besetzung liest sich wie ein Who-is-Who des österreichischen Films: Neben Minichmayr und Hader sind Thomas Schubert, Robert Stadlober, Thomas Stipsits, Branko Samarovski, Marlene Hauser, Margarethe Tiesel, Michael Edlinger, Michael Pink und Maria Hofstätter zu sehen. Diese Konstellation verspricht schauspielerische Höchstleistungen auf allen Ebenen.
Die Handlung des Films entwickelt sich zu einem moralischen Dilemma von beeindruckender Komplexität. Andrea, die Hauptfigur, befindet sich an einem Wendepunkt ihres Lebens. Nach Jahren in einer unglücklichen Ehe sieht sie endlich einen Ausweg und plant ihren beruflichen sowie privaten Neuanfang.
Doch das Schicksal durchkreuzt ihre Pläne auf dramatische Weise. Nach einer Geburtstagsfeier läuft ihr betrunkener Noch-Ehemann, gespielt von Thomas Stipsits, vor ihr Auto. In einem Moment des Schocks begeht Andrea Fahrerflucht – eine Entscheidung, die ihr Leben und das anderer Menschen grundlegend verändern wird.
Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, als Franz, ein Religionslehrer und trockener Alkoholiker in der Rolle von Josef Hader, die Verantwortung für den Unfall übernimmt. Er glaubt tatsächlich, der Verursacher zu sein, und wird auch von der gesamten Dorfgemeinschaft dafür gehalten.
Während Andrea versucht, ihre Spuren zu verwischen und ihr neues Leben aufzubauen, gerät Franz in eine Abwärtsspirale. Der Mann, der jahrelang trocken war, beginnt wieder zu trinken und taumelt seinem Untergang entgegen. Diese Konstellation schafft ein moralisches Dilemma, das die Zuschauer bis zum Ende in Atem hält.
Die Auszeichnung als publikumsstärkster Kinofilm beim Österreichischen Filmpreis 2024 unterstreicht die Qualität und den Erfolg von Haders Werk. Der Film traf offensichtlich den Nerv des österreichischen Publikums und konnte sowohl kritisch als auch kommerziell überzeugen.
Diese Auszeichnung ist besonders bedeutsam, da sie nicht nur die künstlerische Qualität würdigt, sondern auch den Erfolg beim Publikum dokumentiert. In Zeiten, in denen österreichische Produktionen oft um Aufmerksamkeit kämpfen müssen, ist dies ein ermutigendes Zeichen für die heimische Filmlandschaft.
Die Kofinanzierung durch den ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens zeigt die wichtige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die österreichische Filmproduktion. Ohne diese Unterstützung wären viele qualitativ hochwertige Produktionen nicht realisierbar.
Die Ausstrahlung sowohl im linearen Fernsehen als auch auf der Streaming-Plattform ORF ON verdeutlicht den modernen Ansatz des Senders, verschiedene Zielgruppen und Sehgewohnheiten zu bedienen. Zuschauer können somit selbst entscheiden, wann und wie sie den Film konsumieren möchten.
"Andrea lässt sich scheiden" behandelt Themen, die in der österreichischen Gesellschaft von großer Relevanz sind. Die Geschichte einer Frau, die sich aus unglücklichen Verhältnissen befreit, spricht viele Menschen an, die sich in ähnlichen Situationen befinden.
Gleichzeitig wirft der Film Fragen zu Schuld, Verantwortung und den Konsequenzen unserer Entscheidungen auf. Die Darstellung des ländlichen Österreich mit seinen sozialen Strukturen und ungeschriebenen Gesetzen verleiht dem Drama zusätzliche Authentizität.
Mit der Figur des Franz thematisiert Hader auch das Problem des Alkoholismus und die Schwierigkeit, davon loszukommen. Der trockene Alkoholiker, der durch die Übernahme fremder Schuld wieder rückfällig wird, zeigt die Fragilität von Menschen in der Rehabilitation.
Die ORF-Premiere von "Andrea lässt sich scheiden" wird mit Spannung erwartet. Der Erfolg im Kino lässt hohe Einschaltquoten erwarten, zumal das österreichische Fernsehpublikum für qualitativ hochwertige heimische Produktionen durchaus zu begeistern ist.
Die Ausstrahlung um 20.15 Uhr zur besten Sendezeit unterstreicht die Wertschätzung des ORF für dieses Werk. Gleichzeitig bietet die Verfügbarkeit auf ORF ON die Möglichkeit, den Film auch zu späteren Zeitpunkten anzusehen.
Josef Haders neuestes Werk verspricht einen denkwürdigen Fernsehabend mit großartigen schauspielerischen Leistungen, einer fesselnden Geschichte und der typisch österreichischen Mischung aus Drama und subtiler Ironie, die Haders Filme auszeichnet.