Am 22. Dezember 2025 erschütterte ein bewaffneter Angriff auf die von der Albanischen Kultusgemeinde der IGGÖ betriebene Moschee in Hollabrunn die österreichische Öffentlichkeit. Der Vorfall, bei dem auf den Eingangsbereich der Moschee geschossen wurde, stellt nicht nur einen Angriff auf ein Gebetsh
Am 22. Dezember 2025 erschütterte ein bewaffneter Angriff auf die von der Albanischen Kultusgemeinde der IGGÖ betriebene Moschee in Hollabrunn die österreichische Öffentlichkeit. Der Vorfall, bei dem auf den Eingangsbereich der Moschee geschossen wurde, stellt nicht nur einen Angriff auf ein Gebetshaus dar, sondern auch auf die Grundprinzipien der Religionsfreiheit und der öffentlichen Sicherheit in Österreich. Die Albanische Kultusgemeinde hat sich zu diesem Ereignis geäußert und die Bedeutung einer klaren gesellschaftlichen Reaktion hervorgehoben.
Der gezielte Beschuss eines Gebetshauses ist ein schwerwiegender Angriff auf die öffentliche Sicherheit und die Grundprinzipien des demokratischen Rechtsstaates. In Österreich, einem Land, das für seine Vielfalt und Toleranz bekannt ist, sind solche Angriffe besonders alarmierend. Die Religionsfreiheit, ein in der österreichischen Verfassung verankertes Grundrecht, steht dabei im Zentrum der Diskussion. Diese Freiheit garantiert, dass alle Menschen ihre Religion frei ausüben können, ohne Angst vor Verfolgung oder Diskriminierung. Ein Angriff auf ein Gebetshaus ist daher nicht nur ein Angriff auf eine religiöse Einrichtung, sondern auf die grundlegenden Werte der Gesellschaft.
Die Religionsfreiheit hat in Österreich eine lange Tradition. Bereits im Toleranzpatent von 1781 gewährte Kaiser Joseph II. den Protestanten und Orthodoxen religiöse Freiheiten. Die Entwicklung hin zu einer modernen, pluralistischen Gesellschaft war jedoch ein langer Prozess. Das Staatsgrundgesetz von 1867 legte die Basis für die heute geltende Religionsfreiheit. In der zweiten Republik wurde diese Freiheit weiter gestärkt und im Staatsvertrag von 1955 sowie in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert. Diese historische Entwicklung zeigt, wie wichtig der Schutz religiöser Einrichtungen für den gesellschaftlichen Frieden ist.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich eine ähnliche rechtliche Grundlage für den Schutz der Religionsfreiheit. In Deutschland ist die Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert, während in der Schweiz die Kantone für die Umsetzung zuständig sind. Trotz dieser Unterschiede teilen alle drei Länder die Herausforderung, religiöse Einrichtungen vor Angriffen zu schützen. Die jüngsten Vorfälle in Deutschland und der Schweiz zeigen, dass der Schutz religiöser Einrichtungen eine gemeinsame europäische Aufgabe ist.
Der Angriff auf die Moschee in Hollabrunn hat weitreichende Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft und die Gesellschaft insgesamt. Für die betroffenen Gläubigen bedeutet dies eine tiefe Verunsicherung. Die Moschee, ein Ort des Gebets und der Gemeinschaft, ist für viele ein sicherer Hafen. Der Angriff hat diese Sicherheit erschüttert und das Vertrauen in den Schutz durch den Staat in Frage gestellt. Dies führt zu einer erhöhten Angst und einem Gefühl der Unsicherheit, das weit über die direkt Betroffenen hinausgeht.
Die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen zudem eine besorgniserregende Tendenz zur Relativierung von Gewalt. Kommentare, die den Angriff verharmlosen oder rechtfertigen, sind Ausdruck einer gefährlichen Verschiebung gesellschaftlicher Maßstäbe. Diese Normalisierung von Hass und Gewalt stellt eine ernsthafte Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar und erfordert klare politische und gesellschaftliche Antworten.
Statistiken zeigen, dass die Zahl der Angriffe auf religiöse Einrichtungen in Österreich in den letzten Jahren gestiegen ist. Laut einer Studie des Innenministeriums gab es 2024 insgesamt 35 Vorfälle, die von Vandalismus bis hin zu gewalttätigen Angriffen reichten. Diese Zunahme spiegelt einen besorgniserregenden Trend wider, der nicht ignoriert werden kann. Die Sicherheitsbehörden arbeiten intensiv daran, diese Vorfälle aufzuklären und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Experten betonen die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie zur Prävention von Hass und Gewalt. Dies umfasst sowohl die Stärkung der Sicherheitsmaßnahmen an religiösen Einrichtungen als auch die Förderung des interreligiösen Dialogs. Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Staat, Gesellschaft und religiösen Gemeinschaften kann ein sicherer Raum für alle Gläubigen gewährleistet werden.
Die Zukunftsperspektive für Österreich liegt in der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Verteidigung der Grundwerte von Toleranz und Vielfalt. Die Ereignisse in Hollabrunn sollten als Weckruf dienen, um die Bemühungen zur Förderung von Verständnis und Respekt zu intensivieren. Nur so kann Österreich als Vorbild für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt bestehen bleiben.
Der Angriff auf die Moschee in Hollabrunn ist ein ernster Weckruf für Österreich. Er zeigt, wie wichtig es ist, die Grundwerte der Religionsfreiheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts aktiv zu verteidigen. Es liegt an der Gesellschaft, klare Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen und den Schutz religiöser Einrichtungen zu gewährleisten. Nur durch gemeinsames Handeln kann ein friedliches und sicheres Miteinander in Österreich gewährleistet werden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Albanischen Kultusgemeinde.