Wer in Österreich an seine Gesundheit denkt, landet schnell bei der Apotheke von nebenan. Mit mehr als 7.000 Apothekerinnen und Apothekern, die in 1.470 Apotheken landesweit tätig sind, bieten diese Fachleute rund um die Uhr ihre Expertise an, um Gesundheitsprobleme zu lösen und individuelle Fragen
Wer in Österreich an seine Gesundheit denkt, landet schnell bei der Apotheke von nebenan. Mit mehr als 7.000 Apothekerinnen und Apothekern, die in 1.470 Apotheken landesweit tätig sind, bieten diese Fachleute rund um die Uhr ihre Expertise an, um Gesundheitsprobleme zu lösen und individuelle Fragen zum Wohlbefinden zu beantworten. Diese zentrale Rolle der Apotheken wird am 25. September besonders hervorgehoben, wenn der Weltapothekertag unter dem Motto „Think Health, Think Pharmacist“ begangen wird.
Apotheken entwickeln sich zunehmend zu zentralen Anlaufstellen für Gesundheitsberatung und -versorgung. Dank ihrer hochwertigen Ausbildung verfügen Apotheker über ein breites Wissen und viel Erfahrung in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden. Dies ermöglicht eine sichere und umfassende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Zu den Beratungsleistungen gehören Informationen über Neben- und Wechselwirkungen, präventive Maßnahmen wie Tests und Screenings vor Ort sowie weiterführende Maßnahmen bei bestehenden Erkrankungen. All dies geschieht in enger Abstimmung mit der Ärzteschaft.
In einem kriselnden Gesundheitssystem können sich die Menschen in Österreich auf die Apothekerschaft verlassen. Präventive Maßnahmen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Moderne Gesundheitstests, die in wenigen Augenblicken Ergebnisse direkt in der Apotheke liefern, spielen eine wesentliche Rolle. Früherkennung ist entscheidend, um ernste Erkrankungen zu verhindern. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Wiener Herzwochen“, bei dem Ende 2024 in Apotheken bei 51 Prozent der über 400 Probanden erhöhte Langzeitblutzuckerwerte entdeckt wurden. Viele von ihnen waren sich ihrer Diabetes-Erkrankung nicht bewusst.
Präventionsarbeit entlastet das Gesundheitssystem, verbessert die Gesundheit der Bevölkerung und spart wertvolle Ressourcen. Die Apothekerkammer fordert daher eine bundesweite Präventionsstrategie und die Einführung eines persönlichen Präventionskontos.
Im Gesundheitsbereich ist das Zusammenspiel aller Berufsgruppen besonders wichtig. Der Austausch von Informationen und die direkte Kooperation auf unterschiedlichen Ebenen sind unerlässlich, um Betroffene schnellstmöglich aus einer gesundheitlichen Krise zu befreien. Die von der Apothekerkammer vorgeschlagene Idee, assistierte Tele-Medizin in Apotheken anzubieten, zielt genau darauf ab. Video-Sprechstunden an Tagesrandzeiten und Wochenenden können die Ambulanzen entlasten. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) treibt ihre Bestrebungen im Bereich der Tele-Medizin weiter voran.
Durch die Verknüpfung von telemedizinischer und pharmazeutischer Expertise entstehen klar strukturierte Behandlungsabläufe. Patienten werden passgenau weitergeleitet, Doppelstrukturen entfallen und die Versorgungsqualität sowie -sicherheit steigen. Ärztinnen und Ärzte profitieren von planbaren Remote-Sprechstunden und der Möglichkeit, ihre Leistungen ortsunabhängig zu erbringen. Die Nutzung vorhandener Schnittstellen zur Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) gewährleistet eine lückenlose Dokumentation und sorgt für Transparenz und hohe Behandlungsqualität.
Das zukunftsorientierte und patientenorientierte Versorgungsmodell, das Apotheken bieten, stärkt die Primärversorgung in Österreich. Es verbindet Effizienzgewinne mit einer signifikanten Qualitätssteigerung der Patientenversorgung. Die Apothekerkammer sieht in der Tele-Medizin eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten: Patienten, Ärzte und das Gesundheitssystem.
Experten sind sich einig, dass die Rolle der Apotheken in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Der demografische Wandel und die steigende Zahl chronischer Erkrankungen erfordern flexible und effiziente Lösungen. Apotheken sind optimal positioniert, um diese Herausforderungen zu meistern und die Gesundheitsversorgung in Österreich nachhaltig zu verbessern.
Die Apothekerkammer betont, dass Prävention nicht nur eine medizinische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist. Investitionen in präventive Maßnahmen zahlen sich langfristig aus, indem sie die Gesundheitskosten senken und die Lebensqualität der Bevölkerung erhöhen.
Am Weltapothekertag wird deutlich, dass Apotheken mehr sind als bloße Verkaufsstellen für Medikamente. Sie sind Gesundheitszentren, die durch Beratung, Prävention und innovative Konzepte wie die Tele-Medizin einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten.