Zehn Sommerreifen der Dimension 235/45 R 18 im großen Vergleichstest von ARBÖ, GTÜ und Auto Zeitung
Continental führt den aktuellen Sommerreifentest an. Besonders auf nasser Fahrbahn zeigen sich dramatische Unterschiede zwischen den Kandidaten.
Die Sommersaison 2026 steht vor der Tür und damit die Frage nach den besten Sommerreifen. Der aktuelle Test von ARBÖ, GTÜ (Gesellschaft für technische Überwachung) und Auto Zeitung gibt Autofahrern eine wichtige Orientierungshilfe. Zehn Sommerreifen der beliebten Dimension 235/45 R18 mussten sich einem umfangreichen Prüfprogramm stellen.
Das Testfeld umfasst eine breite Palette unterschiedlicher Preiskategorien. Neben den etablierten Premiummarken Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli traten auch drei Qualitätsreifen aus dem mittleren Preissegment an: BF Goodrich, Firestone und Maxxis. Zusätzlich wurden drei günstige Produkte von Laufenn, Tercelo und West Lake getestet.
Ein moderner Sommerreifen muss heute ein wahres Multitalent sein. Er soll nicht nur für kurze Bremswege und stabiles Fahrverhalten sorgen, sondern auch leise laufen, komfortabel federn und eine lange Haltbarkeit bieten. Gleichzeitig muss er vor Aquaplaning schützen, wenig Abrieb produzieren und dabei noch Fahrspaß vermitteln – idealerweise zu einem attraktiven Preis.
Auf trockener Straße lieferten alle Testkandidaten erfreulich gleichmäßige Leistungen ab. Die Unterschiede beim Bremsweg aus 100 km/h bewegen sich in einem akzeptablen Rahmen: Der Continental benötigt nur 32,8 Meter bis zum Stillstand, während der West Lake mit 35,7 Metern den längsten Anhalteweg aufweist.
Auch bei der Fahrsicherheit auf trockenem Asphalt zeigen sich zwar spürbare Unterschiede, doch selbst die schwächsten Kandidaten von Tercelo und West Lake lassen sich noch problemlos kontrollieren. Das präzise und dynamische Fahrverhalten des Goodyear setzt jedoch klare Maßstäbe, die nicht alle Konkurrenten erreichen können.
Ein völlig anderes Bild ergibt sich auf regennasser Fahrbahn. Hier zeigen die Testkandidaten erhebliche Leistungsunterschiede, die sicherheitsrelevant sein können. Der Premium Contact 7 von Continental dominiert auf nasser Straße in allen Disziplinen – vom Handling über den Bremstest bis hin zur Fahrsicherheit auf der Kreisbahn.
Auch Pirelli, Goodyear und Firestone überzeugen bei Regenwetter mit sehr guten Leistungen. Bemerkenswert: Der Firestone bietet den besten Aquaplaning-Schutz, verzeichnet aber wie Michelin und Maxxis vergleichsweise lange Bremswege.
Besonders problematisch verhalten sich die drei Discount-Angebote von West Lake, Tercelo und Laufenn auf nasser Fahrbahn. Ihre Bremswege sind deutlich zu lang: Dort, wo der Testwagen mit Continental-Reifen bereits steht, rauschen die Fahrzeuge auf diesen drei Reifen noch mit über 30 km/h Restgeschwindigkeit vorbei – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Die Tester verwendeten eine besonders glatte Asphaltbahn, wie sie im realen Verkehr etwa vor Kreuzungen zu finden ist, wo die Reifen den Belag beim Bremsen "poliert" haben. Diese Methode verdeutlicht die potenziellen Risiken besonders drastisch.
Während die Reifen auf trockener Fahrbahn eher verschiedene Charakteristiken zeigen, fordern sie auf Nässe alle mehr oder weniger viel Erfahrung und gute Reflexe vom Fahrer. Problematisch wird es, wenn ein Reifen unerwartet auf plötzliche Lastwechsel reagiert.
Besonders kritisch sind Situationen, in denen der Fahrer erschrocken Gas wegnimmt oder die Bremse antippt und das Auto an der Hinterachse ausbricht. Andererseits kann übertrieben frühes Untersteuern dazu führen, dass der Wagen stur geradeaus schiebt, anstatt den Lenkimpulsen zu folgen.
Continental und Pirelli punkten hier mit Berechenbarkeit, neutraler Balance und Eigenstabilisierung, wenn das Fahrzeug ins Rutschen gerät. Laufenn und Tercelo fallen dagegen bei forcierter Kurvenfahrt mit spürbar weniger Grip auf und aktivieren häufiger das elektronische Stabilitätsprogramm.
Die Profile von Michelin, West Lake und Maxxis könnten theoretisch mehr Haftung auf regennasser Fahrbahn aufbauen. Dies würde jedoch Einbußen bei der Energieeffizienz und Haltbarkeit nach sich ziehen – ein typischer Zielkonflikt in der modernen Reifenentwicklung. Nur wer hier das richtige Maß findet, hat Chancen auf den Testsieg.
Der Continental Premium Contact 7 sichert sich souverän den Testsieg und überzeugt besonders durch seine ausgewogenen Leistungen in allen Disziplinen. Neben dem Testsieger verdienen sich auch der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6, der Pirelli Cinturato C3 und der Firestone Roadhawk 2 eine klare Empfehlung.
Aus dem mittleren Preissegment können der BF Goodrich Advantage 2 und der Michelin Primacy 5 ebenfalls überzeugen und stellen attraktive Alternativen zu den Premiumreifen dar.
Solange die Straßenverhältnisse gut sind, schneiden alle getesteten Reifen erfreulich sicher ab und setzen individuelle Akzente beim Handling, Komfort oder der erwarteten Laufleistung. Auf nassem Asphalt offenbaren sich jedoch enorme Unterschiede in der Griffigkeit, die gefährlich werden können.
Österreichische Autofahrer sollten daher nicht nur auf den Preis achten, sondern auch die Sicherheitseigenschaften bei Nässe berücksichtigen. Gerade in einem Land mit häufigen Regenfällen und bergigen Straßenverhältnissen kann die Wahl des richtigen Sommerreifens entscheidend für die Verkehrssicherheit sein.
Die Investition in einen hochwertigen Sommerreifen zahlt sich nicht nur durch bessere Sicherheit aus, sondern auch durch längere Haltbarkeit und geringeren Kraftstoffverbrauch. Der Test zeigt deutlich: Bei der Reifenwahl sollte Sicherheit vor Sparsamkeit gehen.