Am 28. Jänner 2026 wird die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) die Österreichische Arzneipflanze des Jahres bekannt geben. Diese Ankündigung ist nicht nur ein jährliches Highlight für die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern hat auch weitreichende Implikationen für die medizinisch
Am 28. Jänner 2026 wird die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) die Österreichische Arzneipflanze des Jahres bekannt geben. Diese Ankündigung ist nicht nur ein jährliches Highlight für die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern hat auch weitreichende Implikationen für die medizinische Praxis und die Pharmaindustrie in Österreich. Die Auswahl erfolgt durch ExpertInnen österreichischer Universitäten, die die Pflanze aufgrund ihrer medizinischen und pharmazeutischen Bedeutung küren.
Seit 2017 wird die Arzneipflanze des Jahres von der HMPPA gekürt. Diese Tradition begann mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf Pflanzen zu lenken, die bedeutende medizinische Eigenschaften besitzen. In den vergangenen Jahren wurden Pflanzen wie die Artischocke (2025), Safran (2024), Rosenwurz (2023) und der gelbe Enzian (2022) ausgewählt. Jede dieser Pflanzen hat eine einzigartige Geschichte und Anwendung, die sie zu einem wertvollen Bestandteil der österreichischen Heilpflanzenkunde macht.
Die Auswahl einer Arzneipflanze des Jahres basiert auf strengen Kriterien. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Hermann Stuppner, Präsident der HMPPA, erklärt, dass die Entscheidung nicht nur auf der botanischen und pharmazeutischen Bedeutung basiert, sondern auch auf der Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit der Pflanze. Diese Kriterien sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die Pflanze nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch von Nutzen ist.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Initiativen bestehen, legt Österreich besonderen Wert auf die Einbindung universitärer Expertise. Während in Deutschland oft auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen, fokussiert sich Österreich stärker auf die wissenschaftliche Validität und die potenziellen gesundheitlichen Vorteile der Pflanze.
Die Wahl der Arzneipflanze des Jahres hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Beispielsweise führte die Wahl der Artischocke im Jahr 2025 zu einer erhöhten Nachfrage nach Artischockenpräparaten in Apotheken, da die Pflanze für ihre leberunterstützenden Eigenschaften bekannt ist. Solche Entscheidungen können auch die Landwirtschaft beeinflussen, indem sie den Anbau bestimmter Pflanzen fördern.
Statistiken zeigen, dass seit der Einführung der Arzneipflanze des Jahres die Nachfrage nach pflanzlichen Arzneimitteln in Österreich um etwa 15% gestiegen ist. Dies unterstreicht das wachsende Interesse der Bevölkerung an natürlichen Heilmethoden. Die HMPPA hat in den letzten Jahren über 50 wissenschaftliche Studien zu den ausgewählten Pflanzen veröffentlicht, die deren Wirksamkeit und Sicherheit belegen.
Assoc. Prof. Dr. Christian W. Gruber, Vizepräsident der HMPPA, betont die Bedeutung der pharmakologischen Wirkungen der ausgewählten Pflanze. Er erklärt, dass die Forschung an diesen Pflanzen oft zu neuen Erkenntnissen führt, die weit über die ursprünglichen Erwartungen hinausgehen.
Die Zukunft der Arzneipflanze des Jahres sieht vielversprechend aus. Mit der zunehmenden Akzeptanz und dem Interesse an pflanzlichen Heilmitteln wird erwartet, dass diese Initiative weiterhin eine wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen wird. Die HMPPA plant, die Forschung zu erweitern und die internationale Zusammenarbeit zu intensivieren, um die besten Praktiken zu teilen und die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel weiter zu verbessern.
Insgesamt bietet die Wahl der Arzneipflanze des Jahres eine einzigartige Gelegenheit, das Bewusstsein für die Bedeutung pflanzlicher Heilmittel zu schärfen und deren Anwendung in der modernen Medizin zu fördern. Die bevorstehende Online-Pressekonferenz am 28. Jänner 2026 verspricht, spannende Einblicke in die diesjährige Auswahl zu geben und die Bedeutung dieser Initiative für die Zukunft der Medizin in Österreich zu unterstreichen.