Das Wiener Rote Kreuz hat gemeinsam mit den Guardian Angels ein neues Programm für Awarenessbeauftragte ins Leben gerufen. Ziel ist es, Veranstaltungen in Wien zu sichereren, inklusiveren und respektvolleren Orten zu machen. Diese Initiative, die am 13. Januar 2026 vorgestellt wurde, kommt zu einem
Das Wiener Rote Kreuz hat gemeinsam mit den Guardian Angels ein neues Programm für Awarenessbeauftragte ins Leben gerufen. Ziel ist es, Veranstaltungen in Wien zu sichereren, inklusiveren und respektvolleren Orten zu machen. Diese Initiative, die am 13. Januar 2026 vorgestellt wurde, kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da aktuelle Umfragen die dringende Notwendigkeit solcher Schulungen aufzeigen.
Eine Online-Umfrage von EDUCULT zur Sicherheit im Wiener Nachtleben aus dem Jahr 2023 zeigt alarmierende Zahlen: 65,5% der Befragten haben mindestens einmal Diskriminierung, Belästigung oder einen Übergriff bei Veranstaltungen erlebt. Besonders erschreckend ist, dass 76,7% der Betroffenen sexuelle Belästigung erfahren haben. Diese Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf, dem sich das Wiener Rote Kreuz mit seinem neuen Schulungsprogramm stellt.
Awareness-Arbeit ist kein neues Konzept, hat jedoch in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich in sozialen Bewegungen der 1970er Jahre entstanden, zielt sie darauf ab, das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten und Diskriminierung zu schärfen. In Österreich fand dieser Ansatz erst in den letzten Jahrzehnten vermehrt Anwendung, insbesondere im kulturellen und sozialen Bereich. Die jüngste Novelle des Wiener Veranstaltungsgesetzes, die Awarenesskonzepte für Veranstaltungen ab 300 Personen vorschreibt, markiert einen bedeutenden Schritt in der rechtlichen Verankerung dieser Praxis.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht Österreich mit seinen Awareness-Initiativen gut da. Während in Deutschland ähnliche Konzepte in großen Städten wie Berlin und Hamburg umgesetzt werden, hat die Schweiz erst kürzlich begonnen, ähnliche Maßnahmen zu etablieren. Wien nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, insbesondere durch die verpflichtende Einführung von Awarenesskonzepten bei größeren Veranstaltungen.
Die Einführung von Awarenessbeauftragten hat direkte Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden der Besucher. Ein Beispiel: Eine Veranstaltung in Wien mit über 500 Teilnehmern berichtete von einem deutlichen Rückgang an gemeldeten Vorfällen, seitdem geschulte Awareness-Teams vor Ort sind. Diese Teams sind darauf trainiert, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu deeskalieren, was zu einem sichereren Umfeld für alle führt.
Die Umfrage von EDUCULT ist nicht die einzige Quelle, die die Notwendigkeit von Awareness-Schulungen unterstreicht. Eine Studie des österreichischen Bundesministeriums für Inneres zeigt, dass in den letzten fünf Jahren die Anzahl der gemeldeten Übergriffe bei Veranstaltungen um 20% gestiegen ist. Diese Daten belegen die Dringlichkeit, mit der die neuen Schulungsprogramme umgesetzt werden müssen.
Alexander Gratz, Leiter des Competence Centers Event Safety Management des Wiener Roten Kreuzes, betont: „Awareness-Arbeit heißt für uns: miteinander hinschauen statt wegschauen. Wir wollen, dass sich alle Menschen bei Veranstaltungen willkommen und gut aufgehoben fühlen.“ Prof. Dr. Dipl.-Psych. Daniel Brunsch von The Guardian Angels ergänzt: „Ein gut eingespieltes Awareness-Team gibt Besucher*innen das Gefühl: Du bist nicht allein, und wir sind für dich da – egal, was passiert.“
Die Zukunft der Awareness-Arbeit sieht vielversprechend aus. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Schulungsprogramme und der Einführung vertiefender Praxiskurse ab 2026 wird erwartet, dass die Anzahl der Vorfälle bei Veranstaltungen weiter sinkt. Das digitale Schulungsangebot ermöglicht zudem eine flexible Integration in den Arbeitsalltag, was die Reichweite und Effektivität der Maßnahmen erhöht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neuen Awareness-Schulungen des Wiener Roten Kreuzes einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Inklusion bei Veranstaltungen leisten. Die Flexibilität und Zugänglichkeit des Programms machen es zu einem wertvollen Werkzeug im Kampf gegen Diskriminierung und Belästigung. Interessierte können sich ab sofort für die Kurse anmelden und so aktiv zur Förderung einer neuen Kultur des Miteinanders beitragen. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Wiener Roten Kreuzes.