Zweite Ausgabe der RadioKulturhaus-Reihe "Frauen forschen" am 12. März
Die renommierte Politikwissenschafterin Barbara Prainsack spricht über Gesundheitspolitik, digitale Technologien und ihr neues Buch.
Das ORF RadioKulturhaus setzt seine erfolgreiche Gesprächsreihe "Frauen forschen" fort und begrüßt am Donnerstag, den 12. März um 18.30 Uhr eine der profiliertesten Stimmen der österreichischen Wissenschaftslandschaft: Barbara Prainsack. Die international anerkannte Expertin für Gesundheits-, Wissenschafts- und Technologiepolitik wird im RadioCafe über ihre Forschung und ihr aktuelles Buch sprechen.
Barbara Prainsack verkörpert wie kaum eine andere den Typus der modernen, international vernetzten Forscherin. Nach ihrem Studium an der Universität Wien promovierte sie mit einer bahnbrechenden Arbeit über die Regulierung der embryonalen Stammzellenforschung in Israel – eine Dissertation, die 2004 mit dem prestigeträchtigen Dissertationspreis der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft ausgezeichnet wurde.
Ihr Werdegang führte sie an renommierte Universitäten rund um den Globus: von Bangkok über Wales und Frankfurt am Main bis nach London sammelte sie internationale Erfahrungen, bevor sie 2017 als Professorin an das Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien zurückkehrte. Diese internationale Perspektive prägt ihre Forschung und macht sie zu einer gefragten Expertin für komplexe gesellschaftspolitische Fragen.
Prainsacks Expertise ist auch auf höchster politischer Ebene gefragt: Als Vorsitzende der Europäischen Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der neuen Technologien berät sie die Europäische Kommission in ethischen Fragen rund um wissenschaftliche und technologische Entwicklungen. Diese Position unterstreicht ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Politik.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in zwei hochaktuellen Bereichen: der Regulierung digitaler Technologien und der Rolle der Solidarität in Medizin und Gesundheitswesen. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und gesellschaftlicher Herausforderungen im Gesundheitsbereich sind ihre Erkenntnisse von enormer Relevanz für Politik und Gesellschaft.
Anfang Februar erschien Prainsacks neuestes Werk "States of Solidarity: How to Build a Society", das sich mit fundamentalen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts beschäftigt. Das Buch kommt zu einem Zeitpunkt, da gesellschaftliche Solidarität in vielen Bereichen unter Druck steht und neue Formen des Miteinanders gesucht werden.
In dem Werk analysiert Prainsack, wie Solidarität in modernen Gesellschaften funktioniert und welche Rolle sie für das Funktionieren von Medizin und Gesundheitswesen spielt. Ihre Überlegungen sind besonders relevant vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre, die gezeigt haben, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt in Krisenzeiten ist.
Die vom ORF RadioKulturhaus initiierte Gesprächsreihe "Frauen forschen" widmet sich bewusst der Sichtbarmachung von Frauen in der österreichischen Spitzenforschung. In einer wissenschaftlichen Landschaft, in der Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind, besonders in Führungspositionen, setzt die Reihe ein wichtiges Zeichen.
Moderatorin Elke Ziegler führt durch die Gespräche und bringt dabei die Persönlichkeiten und Forschungsansätze der eingeladenen Wissenschafterinnen zur Geltung. Die Reihe bietet eine Plattform für den Dialog zwischen Forschung und Öffentlichkeit und macht komplexe wissenschaftliche Themen für ein breites Publikum zugänglich.
Ein zentraler Aspekt von Prainsacks Arbeit ist die ethische Bewertung digitaler Technologien. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz, Big Data und digitale Überwachung immer mehr in unser Leben eindringen, sind ihre Forschungen zur Regulierung dieser Technologien von großer gesellschaftlicher Bedeutung.
Die Politikwissenschafterin beschäftigt sich mit Fragen wie: Wie können wir die Vorteile digitaler Technologien nutzen, ohne dabei fundamentale Rechte und Werte zu opfern? Welche Regulierungsansätze sind notwendig, um eine menschengerechte Digitalisierung zu gewährleisten? Diese Themen werden sicherlich auch im Gespräch am 12. März zur Sprache kommen.
Besonders spannend sind Prainsacks Überlegungen zur Rolle der Solidarität im Gesundheitswesen. Sie hinterfragt etablierte Ansätze und entwickelt neue Perspektiven darauf, wie Gesundheitssysteme gerechter und effektiver gestaltet werden können. Dabei geht es nicht nur um technische oder ökonomische Aspekte, sondern um grundlegende Fragen der gesellschaftlichen Organisation.
Ihre Forschung zeigt auf, wie wichtig es ist, Gesundheitspolitik nicht nur als technisches Problem zu betrachten, sondern als eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der gemeinsamen Verantwortung. Diese Perspektive ist besonders relevant für die aktuellen Debatten um die Zukunft der Gesundheitssysteme in Europa.
Die Reihe "Frauen forschen" wird nach Barbara Prainsack am 22. April mit der Molekularbiologin Maria Sibilia fortgesetzt. Sibilia, eine weitere herausragende Vertreterin der österreichischen Forschungslandschaft, wird Einblicke in ihre Arbeit und die Welt der Molekularbiologie geben.
Diese Kontinuität der Reihe zeigt das Engagement des ORF RadioKulturhauses für die Wissenschaftskommunikation und die Förderung des Dialogs zwischen Forschung und Gesellschaft. Jede Veranstaltung bietet die Möglichkeit, führende Wissenschafterinnen persönlich kennenzulernen und komplexe Forschungsthemen aus erster Hand zu erfahren.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 12. März um 18.30 Uhr im RadioCafe des ORF RadioKulturhauses statt. Der Eintritt beträgt 12 Euro, wobei verschiedene Ermäßigungen möglich sind: Inhaber der ORF RadioKulturhaus-Karte erhalten 50 Prozent Rabatt, Ö1 Club-Mitglieder können 10 Prozent sparen.
Karten sind über das Kartenbüro des ORF RadioKulturhauses unter der Telefonnummer 01/501 70-377 erhältlich. Weitere Informationen zum gesamten Programm des RadioKulturhauses finden Interessierte auf der Website radiokulturhaus.ORF.at.
Die Veranstaltung verspricht einen spannenden Einblick in die Gedankenwelt einer der wichtigsten österreichischen Wissenschafterinnen und bietet die Gelegenheit, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus wissenschaftlicher Perspektive zu diskutieren.