Am 30. Januar 2026 verkündete der KHM-Museumsverband eine bedeutende Schenkung, die nicht nur die Kunstwelt in Österreich, sondern auch international für Aufsehen sorgt. Die renommierte österreichische Fotografin Christine de Grancy, die im Jahr 2025 verstarb, hinterlässt einen Teilnachlass, der nun
Am 30. Januar 2026 verkündete der KHM-Museumsverband eine bedeutende Schenkung, die nicht nur die Kunstwelt in Österreich, sondern auch international für Aufsehen sorgt. Die renommierte österreichische Fotografin Christine de Grancy, die im Jahr 2025 verstarb, hinterlässt einen Teilnachlass, der nun die Sammlungen des Weltmuseum Wien und des Theatermuseums im Palais Lobkowitz bereichert. Diese Schenkung ist nicht nur eine Hommage an das Lebenswerk einer außergewöhnlichen Künstlerin, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Stärkung weiblicher Positionen in der Fotografiegeschichte.
Christine de Grancy, geboren 1942, war eine Fotografin von internationalem Rang, die es verstand, durch ihre Linse nicht nur Momente, sondern auch Emotionen und Geschichten einzufangen. Ihre Arbeiten, die oft in körniger Silbergelatine gefertigt wurden, zeichnen sich durch eine besondere Tiefe und Intensität aus, die sie zu einer Meisterin des beobachteten Augenblicks machten. Mit rund 45.000 Abzügen, Negativen und Kontaktprints umfasst der Nachlass eine beeindruckende Sammlung, die nun im Weltmuseum Wien beheimatet ist.
De Grancys Werke, die sich auch auf den Globalen Süden konzentrieren, bieten eine wertvolle visuelle Dokumentation politischer und sozialer Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Ihre Fotografien sind nicht nur künstlerisch wertvoll, sondern auch von großem historischem Interesse, da sie die Übergänge und Veränderungen dieser Zeit eindrucksvoll festhalten.
Der Nachlass umfasst auch rund 10.000 Fotografien, die der Theaterfotografie gewidmet sind. Christine de Grancy revolutionierte diesen Bereich, indem sie sich als eine der ersten Fotografinnen mit großem Respekt und dramaturgischem Gespür in die Proben integrierte und als Teil des Ensembles wahrgenommen wurde. Diese Fotografien, die nun im Theatermuseum im Palais Lobkowitz verwahrt werden, dokumentieren bedeutende Wiener Theaterproduktionen und Gastspiele.
Die Schenkung von Christine de Grancys Nachlass ist auch ein bedeutender Schritt zur Sichtbarmachung weiblicher Positionen in der Fotografiegeschichte. Wie Claudia Banz, die Direktorin des Weltmuseums Wien, betont, sind Fotografinnen in Museumssammlungen nach wie vor unterrepräsentiert. Diese Schenkung stellt daher ein bewusstes Zeichen für die Anerkennung und Förderung weiblicher Künstlerinnen dar.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, wo die Sammlungen von Fotografinnen ebenfalls oft marginalisiert werden, setzt Österreich mit dieser Schenkung ein wichtiges Zeichen. Während in Deutschland und der Schweiz ähnliche Bestrebungen unternommen werden, bleibt die Herausforderung, weibliche Künstlerinnen gleichberechtigt zu repräsentieren, bestehen.
Diese Schenkung hat auch konkrete Auswirkungen auf die Öffentlichkeit. Durch die Erweiterung der Sammlungen erhalten Besucher des Weltmuseums Wien und des Theatermuseums die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in das Werk von Christine de Grancy zu gewinnen. Dies fördert nicht nur das kulturelle Verständnis, sondern bietet auch eine Plattform für Diskussionen über die Rolle der Fotografie in der Gesellschaft und die Bedeutung weiblicher Künstlerinnen.
Die Schenkung von Christine de Grancys Nachlass bietet nicht nur eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden Sammlungen, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für die zukünftige Forschung und Ausstellungskonzeption. Durch die Integration dieser Werke können neue Narrative über die Fotografiegeschichte und die Rolle von Frauen in der Kunst entwickelt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schenkung von Christine de Grancys Nachlass an das Weltmuseum Wien und das Theatermuseum im Palais Lobkowitz ein bedeutendes kulturelles Ereignis ist, das weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht. Es ist ein Schritt zur Anerkennung und Förderung weiblicher Künstlerinnen und bietet eine wertvolle Ressource für zukünftige Generationen von Kunstliebhabern und Forschern.
Für weitere Informationen und um die beeindruckenden Werke von Christine de Grancy selbst zu erleben, besuchen Sie die Ausstellungen im Weltmuseum Wien und im Theatermuseum im Palais Lobkowitz. Diese Schenkung ist nicht nur ein Geschenk an die Museen, sondern an die gesamte Gesellschaft.