Bernadette La Hengst lädt ab März 2026 zum gemeinsamen Singen ein
Das Belvedere 21 erweitert sein Community-Programm um ein inklusives Musikprojekt, bei dem alle mitsingen können – ohne Vorkenntnisse.
Das Belvedere 21 in Wien startet im Frühjahr 2026 ein ambitioniertes neues Community-Projekt: Der "Chor der schönen Aussichten" unter der Leitung der renommierten Berliner Musikerin Bernadette La Hengst lädt alle Interessierten zum gemeinsamen Singen ein – völlig unabhängig von musikalischen Vorerfahrungen oder Kenntnissen.
Das partizipative Musikprojekt verbindet Kunst, Gemeinschaft und gesellschaftliche Zukunftsfragen auf innovative Weise. Im Mittelpunkt stehen offene Proben und Workshops, in denen die Teilnehmenden gemeinsam Songtexte entwickeln werden. Diese kreisen um Visionen für ein gutes Leben, solidarische Perspektiven und die Frage, was es heute bedeutet, gemeinsam die Stimme zu erheben.
Bernadette La Hengst wird das in den Workshops gesammelte Material in eigene Kompositionen überführen, die anschließend einstudiert und im Laufe des Jahres mehrfach zur Aufführung gebracht werden. So entsteht ein künstlerischer Resonanzraum, in dem sich individuelle Stimmen zu einem kollektiven Ausdruck verbinden.
Der offizielle Auftakt des Chors findet am 13. März 2026 um 17 Uhr im Belvedere 21 statt. Bereits einen Tag zuvor, am 12. März, gibt es jedoch eine besondere Einführungsveranstaltung: "Poetik der KI – Arbeit, Familie, Sorge" im Rahmen des Public Programs des Museums.
Bei dieser Auftaktveranstaltung wird die Berliner Autorin Josefine Soppa aus ihrem aktuellen Buch "Klick Klack, der Bergfrau erwacht" (Verbrecher Verlag, 2025) lesen. Das Werk setzt sich mit den komplexen Verflechtungen von Arbeit, Familie und künstlicher Intelligenz auseinander – Themen, die auch für den neuen Chor relevant sind.
Das Programm umfasst zudem ein performatives Konzert von Bernadette La Hengst und dem "Chor der Statistik" sowie eine Roundtable-Diskussion mit den Künstlerinnen und der Literaturwissenschaftlerin Hanna Hamel von der TU Berlin. Die Veranstaltung entsteht in Kooperation mit der Doc-School der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Sektion "Globale Verflechtungen und ihre Narrative".
Die Projektleiterin Bernadette La Hengst bringt umfangreiche Erfahrung in partizipativen Musikprojekten mit. Die in Berlin lebende Künstlerin bewegt sich als Musikerin zwischen Pop und Elektro-Pop, als Regisseurin zwischen Theater und politischer Performance. Bekannt wurde sie als Sängerin und Gitarristin der Band "Die Braut haut ins Auge", einer der wenigen ausschließlich weiblich besetzten Gruppen der legendären Hamburger Schule.
Besonders relevant für das Wiener Projekt ist ihre Erfahrung mit dem "Chor der Statistik", den sie 2019 gemeinsam mit der Initiative Raumlabor Kunstprojekt Berlin gründete. Dieser Chor gab dem Transformationsprozess rund um das Haus der Statistik in Berlin eine kulturelle Stimme – eine Erfahrung, die sie nun mit dem "Chor der schönen Aussichten" nach Wien bringt.
Nach der ersten offenen Chorprobe am 13. März 2026 sind weitere Termine bereits geplant. Am 26. April findet im Rahmen des Open House des Belvedere 21 die nächste Probe statt, gefolgt von einem besonderen Termin am 14. Mai anlässlich des Eurovision Song Contest. Den vorläufigen Höhepunkt bildet das Sommerfest des Belvedere 21 am 10. Juli 2026, bei dem der Chor auftreten wird.
Alle Proben und Workshops sind von 15 bis 18 Uhr angesetzt, wobei an den Auftrittsdagen um 19 Uhr die Präsentationen stattfinden. Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.
Das Community-Outreach-Programm des Belvedere 21 bietet 2026 noch weitere spannende Veranstaltungen. Am 26. März startet das Format "Collective Radical Crafting", im Mai beginnt das häuserübergreifende Programm "Queering the Belvedere", das im Pride-Month Juni fortgesetzt wird. Den Jahresabschluss bildet die internationale Konferenz "Feminist Futures Forever" vom 3. bis 5. Dezember.
Das von Christiane Erharter kuratierte Community-Outreach-Programm des Belvedere 21 verbindet seit 2018 erfolgreich Erkundungstouren, Vernetzungstreffen, Workshops und partizipative Formate mit Akteur*innen aus der Umgebung. Das gemeinsame Erleben und der Austausch über Kunst und Kultur stehen dabei im Mittelpunkt.
Auch das Public Program des Hauses widmet sich seit 2017 zentralen Fragen der Gegenwart, mit einem besonderen Fokus auf feministische Diskurse, aktivistische Strategien und gesellschaftliche Zukunftsentwürfe. Der "Chor der schönen Aussichten" fügt sich nahtlos in diese Tradition ein und erweitert das Spektrum um eine musikalisch-partizipative Komponente.
Das Projekt verdeutlicht die Kraft der Musik als gesellschaftliches Bindemittel und Ausdrucksform für kollektive Visionen. In Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen bietet der Chor einen Raum, in dem Menschen unterschiedlichster Backgrounds zusammenkommen und gemeinsam ihre Stimme für eine bessere Zukunft erheben können.
Die Verbindung von Kunst, Gemeinschaft und gesellschaftlichem Engagement macht den "Chor der schönen Aussichten" zu einem wegweisenden Projekt im österreichischen Kulturbereich. Es zeigt, wie Museen über ihre traditionellen Grenzen hinausgehen und zu Plattformen für gesellschaftlichen Dialog und kreative Partizipation werden können.
Alle Veranstaltungen des Community-Outreach-Programms und des Public Programs sind kostenlos. Interessierte können sich direkt beim Belvedere 21 über weitere Details informieren und zur ersten Chorprobe am 13. März 2026 anmelden.